12.12.2015
10. Nachtwächterlauf

Bei regnerischem Wetter und 6°C über Null stand heute der Nachtwächterlauf in Ottweiler auf dem Plan. Es soll nur die kurze 5 Kilometerrunde für mich sein, denn im Anschluss wollen Manni, Moni, Nick, Jenny und ich in der Altstadt gemütlich Essen gehen. Da sonst keiner von uns mitläuft, war die Motivation für mich eigentlich sehr gering.

Von Minute zu Minute wurde diese aber besser. An jeder Ecke sind Leute, die man kennt. Zum Jahresende sind noch einmal alle in Laufschuhen unterwegs oder kommen zumindest als Zuschauer an die Strecke. Also wenn das nicht Motivation genug ist! Es sind zwar nicht ganz so viele Zuschauer bei diesem Regen an der Strecke, doch das tut der Stimmung keinen Abbruch.

Überraschend für mich ist die Starterliste. Heute stehen in den ersten Reihen sehr schnelle Jungs. Ich weiß nicht, wann wir zuletzt eine so geballte Spitze in der jüngsten Vergangenheit am Start hatten. Da könnte ein neuer Streckenrekord auf der nicht ganz einfachen Strecke fallen. Für die meisten Läufer/innen heißt es aber wohl eher Spaß haben. Dafür ist beim Nachtwächterlauf gesorgt. Der Veranstalter TV Ottweiler hat bereits fleißig Fackeln ausgeteilt, um die Strecke auszuleuchten. Am Sportplatz am alten Weiher stehen außerdem auch jede Menge Zuschauer, die kräftig anfeuern. Am Wendepunkt in der Illinger Straße wartet dann noch ein Power-Point mit lauter Musik.

Die Schwierigkeit bei diesem Lauf ist der besagte Wendepunkt, eine kleine Steigung in der Straße am Burg und eine langgezogene Steigung in der Illinger Straße.  Die meisten Schwierigkeiten macht aber das Kopfsteinpflaster auf dem Rückweg in die Altstadt. Gerade bei dem feuchten Wetter braucht man eine gute Trittsicherheit. Für mich läuft es heute rund, obwohl ich selbst beim Laufen im Dunkeln nicht immer ganz sicher bin. Mit 25 Minuten bin ich sehr zufrieden.

Irgendwie hat der Lauf heute noch mehr Spaß gemacht als sonst. Woran das liegt? Keine Ahnung, ich ärgere mich nur, als wir es uns beim Italiener gut gehen lassen, dass ich nicht doch die 10 gelaufen bin. Man weiß halt nicht immer wann es gut läuft und wann nicht.


Nach der Runde 1

Kurz vor dem Schlossplatz

NAch dem Lauf

Ein starkes Team zur Unterstützung

06.12.2015
21. Adventlauf Saarbrücken

Wie sagt man so schön? Die Ernte ist eingefahren. Zwar war die Ernte etwas dürftig, was die Zeiten angeht, doch hatten Jenny und ich sehr viele unterschiedliche und vor allem schöne Läufe im Jahr 2015 in Angriff genommen. Jetzt heißt es, den Spaß am Laufen bei den Vorweihnachtsläufen zu genießen. Dazu gehören der heutige Adventlauf, der Nachtwächterlauf in Ottweiler und unsere Highlights am Heiligmorgen bzw. dem Silvesterlauf in Werl.

Heute steht also der Adventlauf auf dem Plan. Vom Lauftreff sind Erwin, Benedikt und Elisabeth dabei. Eigentlich ist dieser Lauf nicht so sehr zum Spaßen geeignet, denn die Strecke ist absolut flach. Es geht an der Saar entlang Richtung City. Unterhalb des Messegeländes befindet sich der Wendepunkt. Was ich angehen soll weiß ich gar nicht so genau, denn die Zeit spielt heute für keine Rolle. 

Aber was sollen die ganzen Zahlenspielereien… Am Ende interessiert das doch nur mich selbst. So kommt es, dass wir 20 Minuten verspätet bei bestem Dezemberwetter (9° Grad & trocken) auf dem Leinpfad starten. Außer ein paar Anglern ist um diese Jahres- bzw. Uhrzeit nicht ganz so viel los. Sehr ansehnlich ist die Strecke im Bereich der City nicht. Wir laufen auf ca. 400 Meter direkt an der A620 entlang. Man muss es einfach mögen, wenn man hier mitläuft.  

Die schnellen Jungs kommen mir schon bei Kilometer 3,8 entgegen. Für sie läuft es auf eine 32er Zeit hinaus. Meine Uhr wird exakt 20 Minuten später im Ziel an der Ostspange gestoppt. Von der Einteilung waren es zwei fast gleiche Hälften. Also läuferrisch bin ich wohl auf dem gleichen Stand wie zum Jahresanfang, wenn man berücksichtigt, dass ich zum Start noch ein paar Sekunden verschenkt habe.

Halten wir fest, ein schöner schneller Lauf zum Jahresende ist der Saarbrücker Adventlauf.

22.11.2015
24. Kalmit - Berglauf

Fiiiiiinaaale !!!

Die Fußballer fahren zum Pokalfinale nach Berlin, die Handballer fahren Köln oder Hamburg und wir Läufer/innen? Tja, wir fahren im November zum Kalmit-Berglauf nach Maikammer. Dort findet traditionell das Finale des Pfälzer-Berglaufpokales statt. Für die ambitionierten Läufer/innen war in diesem Jahr schon alles entschieden. Melanie Noll und Jonas Lehman haben bereits seit längerem ihren jeweils vierten Gesamtsieg klargemacht.

Für Jenny und mich heißt es, ein sehr intensives aber auch schönes Berglaufjahr abzuschließen. So viele  Bergläufe wie in diesem Jahr gab es für uns noch nie. Hierunter fallen nicht nur die Läufe des Pfälzer Berglaufpokals. Den Saisonstart hatten wir bereits im Februar beim Donnersberglauf (Steinbach am Donnersberg). Es folgten der Nanstein Berglauf (Landstuhl), Hoxberglauf (Lebach), Hundseck Berglauf (Bühlertal), Mühlenlauf (Altenbamberg), Rietburg Berglauf (Edenkoben), Litermont Berglauf (Nalbach), Bad Dürkheimer Berglauf und der Potzberg Berglauf in Gimsbach.

Zum heutigen Finale haben wir uns bereits am Freitag im Hotel Immenhof mit unseren Lauffreunden Marina, Monika, Ulla, Erwin, Ditmar und Bernhard getroffen. Nach einem morgentlichen Spaziergang zum urigen Weinörtchen St. Martin haben wir die abendlichen Köstlichkeiten gut verdaut, so dass wir gut gerüstet an den Start, direkt vor dem Hotel, gehen können. Der Start befindet sich mitten in Maikammer in der Immengartenstraße. Es ist zwar kaum zu glauben, aber bei windigen und kühlen Temperaturen von max. 5°C Grad stehen über 600 Teilnehmer/innen hinter der Startlinie. Alle sind gut gelaunt. Man hat das Gefühl, dass sich alle auf das Saisonfinale freuen. Ich habe es schon oft angesprochen, wie locker die Leute in der Pfalz an den Start gehen, doch hier merkt man es besonders. Obwohl 500 Höhenmeter auf nur 8 Kilometer vor uns liegen. Zudem ist es heute noch neblig, was das Atmen erschweren wird.

Zurück zum Lauf selbst. Nach dem Startschuss geht es eine kleine Runde durch den  Ortskern. Danach zieht sich eine lange Straße schnurgerade zum Ortsausgang hin. Dies klingt im ersten Moment monoton. Ist es aber nicht, denn viele Anwohner klatschen kräftig Beifall. Das flotte Tempo kann man bis etwa Kilometer 2 gut halten. Dann geht es ans Eingemachte. Wer zu schnell angegangen ist, bekommt spätestens jetzt Schwierigkeiten. Nach der ersten Sprintwertung geht es in eine scharfe Rechtskurve, der ein erstes steiles Stück folgt. Von nun an muss Jeder nach sich selbst schauen. Es gibt kaum ein flaches Stück auf den kompletten 8 Kilometern Berglauf. Die Anstiege sind zwar nie brutal steil, doch ist man immer knapp davor, dass sie zum Laufen zu steil sein könnten. Genau dies macht den Lauf so interessant. Wer sich gut einteilt, kann hier sehr gut durchlaufen, doch wenn man nur ein wenig überdreht ist es vorbei.

Kurzweilig macht diesen Lauf die Streckenmarkierung mit motivierenden Sprüchen auf Pälzisch, die tolle Aussicht zwischen den Bäumen hindurch in das Rheintal und natürlich die Landschaft selbst. Es sind genau die gleichen Nadelwälder, wie etwas südlicher in Bad Dürkheim. Darüber hatten wir hier schon öfters geschrieben. Ein weiteres Highlight ist der erste Schnee für dieses Jahr. Spätestens bei Kilometer 5 ist es keine Fata Morgana mehr, die ich mir seit einiger Zeit einzubilden glaube. Ab diesem Zeitpunkt sehe ich es ganz deutlich, dass es über Nacht geschneit hat bzw. der Wald weiß gepudert ist. Von Höhenmeter zu Höhenmeter wird es sogar noch weißer.

Bei Kilometer 6,3 steht dann noch unser Betreuer/Fahrer Bernhard. Er kann heute leider nicht mitlaufen. Eine Verletzung lässt dies nicht zu. Für einen echten Läufer wie ihn ist dies die Höchststrafe. Trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, uns kräftig anzufeuern. Nach dieser Stelle wird die Strecke nicht flacher, aber es ist nicht mehr weit und bei Kilometer 7 stehen wieder Leute, die uns aufmuntern. Bis zur Hütte auf dem Kalmit ist es nicht mehr weit. Nur noch eine kleine Runde um den Berg und schon bin ich im Ziel. 55 Minuten sind für mich eine gute Zeit. Ditmar, Jenny und Erwin lassen dann auch nicht mehr lange auf sich warten.

Da es verdammt kühl ist bei nur noch 0°C Grad bleibt keine Zeit mehr für den schönen Ausblick auf dem Gipfel. Eigentlich schade, doch der Nachmittag hat noch viele schöne Stunden für uns parat. Nach der Siegerehrung erhalten wir unser Berglauftrikot für 6 Teilnahmen bei den Läufen des Cups. Danach geht es dann für uns alle in den Immenhof zurück. Dort wartet ein 5 Gänge-Menü für die müden Krieger. Ich glaube, wir lassen es uns wieder einmal zu gut gehen, doch was solls... Wir haben ein klasse Berglaufjahr beendet und da darf man auch mal über die Strenge schlagen.

Die Berge rufen mit Sicherheit wieder im Jahr 2016. Maikammer steht dann ganz groß auf unserem Laufplan.


Jenny & Erwin


Mitten im Pulk


Eine gut gelaunte Truppe vor dem Hotel Immenhof


Am Samstagmorgen beim Spaziergang im Regen


Bei Kilometer 6,2

Von Maikammer bis zur Hütte auf dem Kalmit sind es knapp 500 Höhenmetern

Am Sonntag auf dem Kalmit

14.11.2015
32. Potzberg Berglauf

Über den Potzberglauf habe ich schon oft geschrieben, deshalb heute mal mehr zur eigentlichen Strecke. Der Lauf selbst hat eine lange Tradition in der Pfalz. Bereits zum 32. Mal wird zur Jagd auf den Potzberg geblasen. Der Start befindet sich in der Neunkircher Straße vom kleinen Ort Gimsbach. Dieser ist etwa 5 Kilometer von Glan-Münchweiler entfernt. In Glan-Münchweiler findet die Siegerehrung des Veranstalters, dem TuS Glan-Münchweiler statt. Dies ist zwar etwas umständlich, doch hat man sich in der Pfalz damit gut arrangiert, da die Siegerehrung in der Turnhalle von Glan-Münchweiler einen gemütlichen und familiären Charakter hat.

Zurück zum Start am Ortsausgang von Gimsbach. Die Hauptprotagonisten der Pfalz sind seit ca. 5 Jahren Melanie Noll und Jens Lehmann. An ihnen führt kein Weg mehr vorbei und schon kurz nach dem Startschuss sieht man den Heltersberger mit großem Vorsprung dem Berg entgegen laufen.  Seine und Melanie Noll´s Vorgänger in der Siegerliste sind seit 1997 durchgehend die schnellsten Läufer und Läuferinnen der Pfalz. Hier hin verirrt sich kaum jemand von außerhalb. Auch aus dem Saarland sind es vielleicht 10 Teilnehmer/innen. Eigentlich schade bei der eingespielten Organisation der Veranstaltung.

Hinter Gimsbach laufen wir bei einer angenehmen Steigung über die L364 in Richtung Neunkirchen am Potzberg. Bis dahin sind es 3 Kilometer. Bei guter Vorbereitung kann man hier ein konstantes Tempo laufen. In Neunkirchen warten dann an vereinzelten Stellen Zuschauer, die aufmunternd anfeuern. Es ist vielleicht die Ruhe vor dem Sturm, denn hinter Neunkirchen bleibt die Steigung immer noch human. Die L364 schlängelt sich den Potzberg weiter hinauf. Hinter den Serpentinen sieht man schon den Ort Föckelberg. Bei guter Sicht trügt die gute Stimmung ein wenig. Man hat einen tollen Rundblick in das Nordpfälzer Bergland, welches von Wiesen und Waldflächen überzogen ist. Vereinzelt hängen noch bunte Blätter an den Bäumen, doch der Winter ist nicht mehr fern. Heute sind es zwar noch 10C° Grad, jedoch weht ein kühler Wind. In Föckelberg wartet das Kernstück des heutigen Berglaufes.

Genau bei Kilometer 5,8 liegt hinter der Kurve steht eine Rampe vor uns. Auch sind zum Glück immer wieder Leute da, die kräftig anfeuern. Man sollte sich aber trotzdem gut einteilen, denn bis zum Ortsende zieht sich das steile Stück hinauf. Die kurzen, nicht so steilen Meter hinter Föckelberg sollte man ebenfalls zum Luftziehen nutzen. Danach geht es bis ca. 300 Meter vor dem Ziel genauso steil weiter. Erst am Sportplatz unterhalb des Wildparks kann man, wenn noch Körner übrig, sind Zeit rauslaufen.

Für alle Mühen werden die Starterinnen und Starter im Ziel belohnt. Neben warmem Tee wartet eine  Auswahl an verschiedensten selbstgebrannten Schnäpsen auf die Finisher. Für mich ist es nichts, aber vom Angebot wird jedes Jahr Gebrauch gemacht. Einen Shuttle-Bus gibt es übrigens nicht am Potzberg. Dafür ist der Rückweg mit 3,5 km nicht sehr lange. Nächste Woche geht es dann zum Berglauf-Saisonfinale nach Maikammer. Wir freuen uns darauf und werden mit Freunden ein komplettes Wochenende in der Vorderpfalz verbringen.

15.11.15
23. Elmer Crosslauf “Rund um das Stadion“

Zum Wochenendabschluss habe ich übrigens noch am Crosslauf “Rund um das Stadion“ in Elm teilgenommen. Einen sonderlichen Trainingseffekt verspreche ich mir davon nicht. Eher zum Antesten war diese Einheit gedacht. Nach dem Berglauf sind die Beine meistens nicht so überanstrengt wie nach einem Straßenlauf, da die Aufprallbelastung nicht zu intensiv ist. Darum hatte ich mir die Kurzstrecke ausgesucht. In Elm gibt es für diese zwei große Runden um das Stadion, was zusammen eine Streckenlänge von 4060 m ergibt. Die Strecke selbst ist für saarländische Verhältnisse eher human. Die Anstiege sind nicht ganz so steil wie z.B. in Schmelz oder Lebach. Intensiv ist die Runde allemal und die Wege sind überwiegend auf Waldboden bzw. die letzten ca. 600 m verlaufen über ein Wiesenstück.

Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung. Für mich persönlich konnte ich zum Wochenendausklang noch einmal richtig flott laufen. 21 Minuten hätte ich mir nach dem gestrigen Berglauf eigentlich nicht zugetraut. Ein Jammer nur, dass die Crossläufe nicht mehr angenommen werden. Hier sollte man seine Bedenken oder Ängste ablegen, dass hier nur Cracks am Start sind. Man sollte lieber mal prüfen, ob im Frühjahr oder Herbst eine dieser meist liebevoll organisierten Läufe in seinen Trainingsplan passt. Eine Krafteinheit ist es allemal.


Elm

31.10.2015
24. Int. Volkslauf in Jungingen

Eigentlich wollten wir im Herbst für eine Woche in den Schwarzwald fahren. Leider ergab sich nur ein verlängertes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag. Trotzdem waren die Tage in Menzenschwand sehr erholsam für uns. Neben einem kleinen Trainingslauf im Tal von Menzenschwand, bei dem wir tolle Herbstfotos machen konnten, (siehe unten) gab es noch Zeit nach Tittisee zu fahren, das Radon-Bad in Menzenschwand und den Schluchsee zu besuchen. So kann man sehr entspannt in die letzten zwei Monate des Jahres starten und es gibt viele Gründe zu regenerieren. Zwar stehen keine ernstzunehmenden Wettkämpfe mehr für uns an, doch sind die Herbst- bzw. Vorweihnachtsläufe bis hin zum Silvesterlauf in Werl vielleicht die schönsten Läufe des Jahres. Von daher brauchen wir noch einige Körner.

Den ersten Lauf nach dem Urlaub nehmen wir natürlich gleich auf der Rückfahrt ins Saarland in Angriff. Es blieb die Wahl zwischen dem Hockenheimringlauf und einem kleinen Volkslauf in Jungingen bei Tübingen. Am Hockenheimring tummeln sich über 1.000 Läuferinnen und Läufer. Dies ist sicher ein interessanter Lauf, doch im Zweifelsfall entscheiden wir uns immer für den kleinen Lauf, denn diese sind meist sehr liebevoll organisiert. Genauso wie im Sommerurlaub beim kleinen Volkslauf in Zeisholz (Sachsen) bestätigt sich schon bei der Ankunft in Jungingen, dass auch hier ein familiäres Flair herrscht. Wir werden schon gleich bei der Anmeldung herzlichst begrüßt.

Der Start des Volkslaufes befindet sich an der Turn- und Festhalle, direkt neben dem Sportplatz des Ortes. Am Start stehen um die 65 Läufer/innen. Eigentlich schade, dass es so wenige sind, denn die Veranstaltung macht einen professionellen Eindruck. Der Cheforganisator erklärt noch kurz weshalb die Strecke kurzfristig verlängert werden musste. Der Forst hat es anscheinend nicht geschafft, die Waldwege von umgefallenen Bäumen zu befreien. Uns soll es egal sein. Ob 10,2 km oder 10,5 km macht für uns in dieser sehr hügeligen Umgebung der schwäbischen Alb keinen Unterschied. Wir wissen, was uns erwartet und gehen es flott an, denn die ersten Kilometer verlaufen noch durch den Ort und es weht ein sehr kühler Wind bei sonnigen 9°C Grad.

Am Ortsausgang nach 1,5 Kilometer geht es dann gleich steil den Berg hinauf. Laut Veranstalter das steilste Stück von ca. 5% Steigung. Es sind 2 Kilometer, die sich sehr lange hinauf ziehen. Man muss sich schon gut einteilen. Das Tal von Jungingen heißt übrigens Killertal und der Name ist hier Programm. Oben angekommen kann man es erst einmal rollen lassen. Es geht durch sehr schöne Mischwälder, auf teilweise steilabfallenden Wegen wieder in das Killertal hinab. Mir schwant schon Böses. Schon bei Kilometer 4,5 folgt die nächste Wand. Zum Glück sind die Waldwege sehr gut beschildert. Es macht Spaß im Herbstwald die große Schleife von Jungingen zu drehen. Nach einem weiteren langgezogenen Anstieg freue ich mich schon auf das Bergablaufen, welches ab ca. Kilometer 8 kommen muss. Ich fühle mich gut und will es dort mal krachen lassen.   

So richtig krachen kann man das nicht nennen. Es kracht wohl eher in meinen Knien als auf meiner Garmin. Mit 4:42 Min. pro Kilometer fehlt mir zum Ende der Saison echt die Spritzigkeit. Halb so wild, denke ich mir als die letzten Kilometer in Jungingen vor mir liegen. Leider habe ich vergessen, dass diese nicht flach sind und so quäle ich mich wirklich zurück ins Ziel. Bevor man bergab läuft, sollte man schon nachdenken, was da noch kommt. Mit 61 Minuten muss ich dann heute wohl zufrieden sein. Jenny erging es ähnlich wie mir. Auch sie ist gut durchgekommen, doch das Bergablaufen bei Kilometer 8 dürfte auch ihr beigegangen sein. Wer die Strecke kennt, kann mit etwas Cleverness am Ende viel rausholen.

Nach dem Duschen hören wir noch der sehr amüsant vorgetragenen Siegerehrung des Veranstalters zu. Neben all dem Spaß des Kommentators kommt die Würdigung der Platzierten nicht zu kurz. Auch Jenny kommt in den Genuss des kleinen aber feinen Pokales des Volkslaufes von Jungingen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Veranstalter trotz niedriger Teilnehmerzahlen noch lange durchhalten. Solche Veranstaltungen bereichern unserer Meinung nach die Laufszene einer jeden Region.   





Einlaufen vor dem Volkslauf


Abschied von Menzenschwand(Der Ort liegt noch im Nebel)

Einige Fotos vom Trainingslauf in Menzenschwand:








17.10.2015
19. Bad Dürkheimer Berglauf

Schon wieder sitzen wir beim Italiener in Annweiler am Trifels und schlürfen unsere leckere Keschdesupp (Kastaniensuppe). Wer jetzt meint, dass wir nur zum Essen in der Pfalz unterwegs sind, der irrt, denn die heutigen Speisen haben wir uns mehr als verdient.

Etwa zwei Stunden zuvor sind wir unterhalb des Bismarkturmes beim 19. Bad Dürkheimer Berglauf im Ziel eingelaufen. Dies war heute eine Höllenqual. Erstaunlich wie der Lauf Club Bad Dürkheim hier 285 Teilnehmer/innen stellen kann. So ein schwerer Lauf würde in anderen Landesteilen nur wenig Anklang finden. Umso schöner, dass es hier gelingt.

Gestartet wird unweit vom berühmten Weinfass. Etwas oberhalb des Fasses liegt die Berufsschule. Vor deren Sporthalle befindet sich der Startbereich. Kalt ist es geworden, verdammt kalt um genau zu sein. Ein unangenehmer Wind weht zu dem bei vielleicht noch 5°C Grad. Es wird wohl ein harter Winter. Nach dem Start geht es gleich recht steil durch die schönen Weinberge. Bei dem bedeckten Wetter ist die Aussicht leider nur halb so schön. Erst bei Kilometer 2 kommt man in den Bad Dürkheimer Wald. Bis dahin liegen bereits einige Höhenmeter hinter uns. Jetzt heißt es aufpassen, denn es ist schon recht dunkel im Wald. Bis zum Schluss gibt es unzählige Wurzeln und kleine Steine, die das Laufen gefährlich machen. Angenehm ist zu Beginn nur der weiche Sandboden. Für ein Leichtgewicht wie mich Gold wert, denn bis Kilometer 4 laufen wir hier nur noch bergab.

Ab Kilometer 4 geht es dann wieder weiter im alten Trab. Immer hinauf Richtung Bismarkturm. Und dann ist es passiert. Eine Läuferin vor mir stürzt. Nach kurzem Hochziehen ist noch alles dran bei ihr. Das wird heute wohl Einigen so passieren, denke ich so bei mir. Kurz zuvor bei Kilometer 4,2 wäre die Sache schlimmer ausgegangen. Da sind wir am alten römischen Steinbruch vorbeigekommen. Dort geht es die erste Treppe hinauf. Müsste man sich dort nicht so konzentrieren, dann gäbe es einen wunderschönen Rundblick über Bad Dürkheim, doch wie schon erwähnt sollte man sich dies verkneifen. Die Strecke ist halt nicht ungefährlich.

Nun zieht sich die Strecke immer leicht ansteigend bis zum sogenannten Schlagbaum. Hier findet im Frühjahr immer der Faschingswaldlauf statt, an dem wir ebenfalls schon teilgenommen (Beweisfotos siehe unten) haben. Es sind nur noch 2 Kilometer bis ins Ziel, aber hier beginnt der härteste Teil und damit auch die Bestätigung, dass wir uns den Italiener redlich verdient haben. Einige Abschnitte sind so steil, dass es nicht mehr möglich ist zu laufen. Irgendwann kommen wir endlich am Geiersbrunnen an, der mit vielen Treppenstufen bereits auf uns wartet. Auch wenn diese wieder das letzte von uns fordern, so ist es gut zu wissen, dass es nur noch wenige hundert Meter bis zum Ziel sind. Die letzten 250 Meter kann man dann wieder leicht anlaufen, um im Ziel eine gute Einlauffigur zu machen.

Fazit! Es ist der härteste Berglauf in der Pfalz, ohne Frage. Es gibt zwei sehr steile Anstiege, die zudem noch sehr lang sind. Für Jenny ist die Entscheidung schnell gefallen, sie empfindet ihn als zu hart und wird zukünftig ihre Lieblingsbergläufe (Potzberg, Nanstein, Rietburg) der Pfalz dem Berglauf in Bad Dürkheim vorziehen. Mich würde es schon reizen, noch eine bessere Zeit als 61 Minuten hinzulegen. Gerade jetzt, nachdem ich die Strecke kennengelernt habe. Außerdem gefällt mir der Wald in Bad Dürkheim sehr gut. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Spätestens beim Faschingswald werden wir hier wieder aufschlagen.

Ps: Der Lauf selbst hatte ebenfalls ein kulinarisches Highlight, denn in der Halle gab es frischen Zwiebelkuchen. Unglaublich!!!


Ziel am Bismarkturm

Zielkanal neben dem Turm

Jenny kämpft sich ins Ziel

10.10.2015
17. Litermont Berglauf Nalbach

Der TV Nalbach richtet heute zum 17. Mal den Litermont Berglauf aus. Nach einer kurzen Pause entschloss man sich im letzten Jahr den traditionsreichsten Berglauf im Saarland wieder zu veranstalten. Die Teilnehmerzahl war im Vorjahr mit 69 noch recht überschaubar. Heute finden sich nicht ganz 90 Teilnehmer/innen am Start neben dem alten Forsthaus ein. Auch die saarländischen Berglaufmeisterschaften werden hierzu wohl beigetragen haben. Vielleicht gelingt es mittelfristig noch mehr Saarländer/innen an den Berg zu bekommen. Es hat den Anschein, als hätten die Läufer/innen Angst vor den Bergläufen im Saarland.

Dazu gibt es eigentlich keinen Grund, wenn man bedenkt wie viele über das Jahr hinweg  an ähnlich schweren Läufen teilnehmen. Wer sich seine Kraft gut einteilt, kann jeden Berglauf meistern. Die Anstrengungen sind also nicht viel anders als bei einem flotten 10 Kilometer Volkslauf. Wichtig ist eben die Vorbereitung. Stimmt diese, dann hat man gleichzeitig viel Spaß an der saarländischen Natur, denn die Bergläufe finden überwiegend in den landschaftlich reizvollen Waldgebieten von Nalbach, Tholey oder Lebach statt.

Kommen wir zum Lauf selbst. Für mich ist es die 5. Teilnahme in Nalbach. Jenny kann aus gesundheitlichen Gründen nicht starten. Sie hofft in der nächsten Woche beim Berglauf in Bad Dürkheim fit zu sein. Die Strecke in Nalbach hat eigentlich nur vier Anstiege. Der längste Anstieg hat nicht einmal einen Kilometer Länge. Die Schwierigkeit liegt eher in der Steile, denn nur die wenigsten Läufer/innen können diese im Laufschritt meistern.

Anstieg eins folgt direkt nach dem Start und zieht sich in den Wald hinein. Der zweite Anstieg ist die Skipiste und wohl der spektakulärste Streckenabschnitt in Nalbach. Wer hier gut durchkommt, kann es nach einem weiteren eher flachen Anstieg rollen lassen. In einem großen Bogen geht es um den Litermont herum. Danach folgen die steilen Passagen 3 und 4. Diese haben jeweils nur wenige hundert Meter, vorderen aber alles von einem.

Mit 52 Minuten bin ich ein gutes Stück schneller als im Vorjahr. Mehr wollte ich nicht. Die Bestzeiten hier liegen zu lange zurück um mit der aktuellen Form ranzukommen. Noch ein Wort zum TV Nalbach: es bleibt zu hoffen, dass die Berglaufszene im Saarland wieder wächst, denn nur mit den entsprechenden Teilnehmerzahlen können wir solche Läufe aufrecht erhalten. Der Veranstalter hätte es allemal verdient.


Ziemlich fertig

27.09.2015
36. Altkönig - Lauf Kronberg im Taunus

Nach einer kurzfristig angesetzten Laufwartetagung am Vortag beim DLV in Darmstadt fahren Jenny und ich einen kleinen Umweg über Kronberg. Am Fuße des bekannten Opel-Zoos liegt die Sportanlage des MTV Kronberg. Dort startet heute der 36. Altkönig – Lauf.  Wir sind etwas von den hohen Startgeldern überrascht, da wir aber einen Waldlauf machen wollen, haben wir uns für diesen Lauf entschieden. Die 10 Kilometerstrecke verläuft zu 95% über die schönen Waldwege zwischen Kronberg und Oberursel. Als Altkönig bezeichnet man übrigens den Hausberg von Kronberg. Dieser ist mit 798 Metern über normal Null der dritthöchste Berg im Taunus. Die 10 Kilometerläufer/innen müssen nicht ganz hinauf bis zum Altkönig laufen. Mit ca. 150 Höhenmetern hat es die Strecke schon genug in sich.

Der Startschuss erfolgt auf dem Hockeyfeld des MTV. Nach einer Runde über die moderne Tartanbahn geht es gleich den Berg hinauf. Nach wenigen hundert Metern kommen wir gleich in den dichten Wald von Kronberg. Ich persönlich gehe den Lauf ganz entspannt an. Wir hatten gestern noch festlich bei unserem Lieblingschinesen in Nieder-Olm getagt. Von daher fallen die ersten Kilometer doch recht schwer. Bis Kilometer 3 am Fünffinger Weg geht es stetig den Berg hinauf. Die Anstiege sind langezogen und gut zu laufen. Trotzdem bleibt das ungute Laufgefühl bei mir. Ich muss mich überwinden, dass ich nicht zu sehr trödele. Sehr nett bzw. aufmunternd sind alle Streckenposten. Bei einem älteren Streckenposten fallen mir sofort seine Schuhe auf. Der gute Mann trägt die alten Asics Tiger. Diese Schuhe habe ich als 10 Jähriger von meinem damals schon laufenden Paten bekommen, als diese für ihn als ausgelaufen galten. Unglaublich, die Schuhe sind also mindestens 25 Jahre alt. Egal wo man läuft, man entdeckt immer irgendwo eine Besonderheit.

Bei Kilometer 5,5 komme ich an den Scheitelpunkt der Strecke. Erst dort scheine ich das Gelage von gestern verdaut zu haben. Höchste Zeit, denn hier kann ich noch etwas Zeit retten, da es nur noch bergab geht. Ok, auf dem letzten Kilometer wartet noch ein 80 Meter langer Kniebrecher, ehe es wieder zurück ins Stadion geht. Auch wenn man auf den Waldwegen aufpassen muss, so kann ich tatsächlich bis ins Ziel noch einige Zeit gut machen. An manchen Tagen darf ich auch mit 2 Sekunden unter 55 Minuten zufrieden sein. 10 Minuten später läuft dann Jenny im Ziel ein. Wir haben beide das gleiche Fazit, eigentlich ein super schöner 10 Kilometer Waldlauf mit Volkslaufcharakter, wenn da nicht die hohen Startgelder wären. Selbst darüber würden wir nicht meckern, doch wenn man sich die Siegerehrung betrachtet, dann denkt man schon anders. Der 3. Platzierte zum Beispiel bekommt ein Glas Honig. Ob das im Taunus normal ist? Wir finden, solche Leistungen sollten doch anders honoriert sein. Spaß gemacht hat es trotzdem und die Leute vom MTV sind durch die Bank sympathisch (Bis auf den Typen hinterm Getränkestand; O)).    


Kurz vor dem Lauf


Einlauf im Stadion

Und dann auf die Zielgerade


Ab ins Ziel

Geschafft!

19.09.2015
21. Rietburg Berglauf

Die Pfalz hat viele schöne Ecken, eine der schönsten ist mit Sicherheit in der Vorderpfalz. Dort gibt es zwei Bergläufe, die natürlich zum Pfälzer Berglaufpokal gehören. Einer ist im November in Maikammer, der andere ist heute in Edenkoben. Die beiden Orte sind nur unwesentlich weit voneinander entfernt. Für den Berglauf – Pokal selbst ist dies bereits der vierte Lauf im Jahr 2015. Außer an dem Rocki-Mountain-Lauf haben wir an allen Läufen teilgenommen. Da die Berglauf – Sommerpause vorbei ist, nehmen wir jetzt die letzen vier Pfälzer Bergläufe in Angriff.   

Ein Rätsel ist die heutige Wetterlage, schon auf dem Hinweg wechselten sich Regen und Sonnenschein ab. Beim Startschuss des LCO Edenkoben auf der Tartanbahn des Südweststadions herrscht optimales Laufwetter bei 16°C Grad und leicht bedecktem Himmel. Ich verabschiede mich von meiner besseren Hälfte und starte mit großer Vorfreude in die zweite Saisonhälfte der Bergläufe. Hinter dem Stadion geht es direkt leicht bergan zur Hauptstraße (Luitpoldstraße). Direkt an der ersten Kreuzung stehen die ersten Zuschauer, die kräftig anfeuern. Die Straße zieht sich weiter in Richtung Ortsausgang. Auch hier stehen immer wieder gut gelaunte Anwohner, die ebenfalls klatschen. Man hat nie das Gefühl, dass die Anwohner vom Läuferfeld genervt sind, im Gegenteil!

Hinter dem Ortsausgang bei Kilometer 2 läuft man durch die schönen Weinberge auf die Sesselbahn zur Rietburg zu. Noch immer lässt sich die Strecke trotz Anstieg gut laufen. Erst ab der Sportschule bei Kilometer 4 wartet hinter der Verpflegungsstelle das erste steilere Stück. Selbst hier im Wald stehen Wanderer, die ebenfalls fleißig motivieren. Für meinen Geschmack sind die Kilometer 6 und 7  schwer zu laufen. Wer hier gut über die Buckel kommt, kann auf dem letzten Kilometer wieder Tempo machen. Mit 54 Minuten bin ich ein gutes Stück schneller als im Vorjahr.    

Jetzt folgt leider die härteste Prüfung des heutigen Tages. Nichtsahnend was da auf mich zu kommt, warte ich am Ziel auf Jenny. Bei Kilometer 3 in den Weinbergen kam noch die Sonne heraus und es war mir schon fast zu heiß geworden. Ab Kilometer 4 folgt beim Rietburg – Berglauf der Wald. Deshalb habe ich auf das Wetter nicht mehr geachtet. Ich bin sehr überrascht als es im Zielbereich zu regnen beginnt. Aus dem Regen wird ein Platzregen. Als Jenny oberhalb der Rietburg ins Ziel kommt, folgt ein heftiger Hagelschauer. Bis zum Busshuttle sind es 2,5 Kilometer. Völlig durchnässt kommen wir dort an. Wir nehmen die Sache mit Humor, denn als der Regen aufhört, ziehen wir unsere warmen Wechselkleider an. Trotzdem macht es uns etwas nachdenklich. Wir reden hier von ca. 500 Metern über Normal Null. Wie ist es da wohl bei richtigen Bergen, wenn man im Sommer einen Wetterumschwung oder ähnliches hat? Man sollte dort schon an die richtigen Wechselkleider denken…



Unterhalb der Villa Ludwigshöhe beginnt der eigentliche Berglauf

Kurz vor den steilen Stücken vor Kilometer 4

Jenny an gleicher Stelle (sieht noch gut aus)

Regen/Hagel im Ziel


Mehr Wasser geht nicht

Kalt

Und dann kommt auf dem Rückweg doch wieder die Sonne raus

Unglaublich

13.09.2015
14. Auto - Reiter - Meile

Eigentlich ist der September für die Vorbereitung zur 2. Hälfte der Berglaufsaison reserviert. Diese beginnt nächste Woche beim Rietburg – Berglauf in Edenkoben. Trotzdem möchte ich mir die Auto-Reiter-Meile in Siersburg nicht entgehen lassen und so fahre ich kurzentschlossen mit Erwin ins Westsaarland.

Die Meile ist natürlich ein 10 Kilometerlauf. Diese startet vor der Niedhalle in Siersburg. Leider sind nur wenige Teilnehmer/innen am Start. Vor zwei Jahren waren es im Hauptlauf noch wenigstens 190. Schade, denn der LC Rehlingen stellt hier einen top organisierten und vermessenen 10er zur Verfügung. Das Highlight ist aber die Strecke im Niedtal selbst. Nach dem Start läuft man links um die Niedhalle. Nach wenigen hundert Metern läuft man zum ersten Mal über den kleinen Grenzfluss. Nach einer 90° Kurve geht es links in die Straße an der Kapelle, die uns aus dem Ort hinaus auf die tolle Panoramastrecke führt. Auf der linken Seite liegt die Nied mit ihren Niedwiesen. Auf der rechten Seite liegen die Hänge, die zum Saargau hinaufführen. Die vielen Obstbäume zeigen an, dass der goldene Herbst nicht mehr vor der Tür steht, sondern schon begonnen hat. Hoffen wir zumindest, dass er golden wird. Heut Morgen ist es mit 17°C Grad recht mild. Leichter Regen ergibt die perfekte Laufmischung für meinen Geschmack und so läuft es wirklich gut. Selbst die kleine Steigung im Wald zwischen Siersburg und Hemmersdorf kann ich sehr gut nehmen.

An der Grenzlandschule in Hemmerdorf überqueren wir zum zweiten Mal die Nied. Wenn nicht mehr viel passiert, dann dürfte es eine gute Zeit werden. Beim letzten Lauf an der Mosel hat mir die Hitze noch stark zugesetzt und ich musste den Lauf aufgeben. Heute macht es richtig Spaß im leichten Regen zu laufen. Die zweite Hälfte des Laufes hat nur ganz leichte Steigungen. Außerdem wartet am Sportplatz des FSV Hemmersdorf ein Wendepunkstück von ca. 100 Metern. Ansonsten folgen ein Wiesenstück und eine Waldpassage. Ganz vergessen hatte ich aber den letzten Kilometer. Am frühen Morgen ist es an der Nied noch relativ dunkel. Man muss sich also auf dem schmalsten Wegstück der Strecke gut darauf konzentrieren nicht zu stürzen. Außerdem ist die die Strecke noch einmal sehr wellig.

Danach kommt man wieder an der Brücke in Siersburg raus. Dort beginnt der kleine Park hinter der Niedhalle. Bis zum Ziel sind es noch knappe 300 Meter. Mit 51 Minuten lande ich meine beste Zeit für die Saison 2015. Von den eigentlich in diesem Jahr wieder geplanten <50 Minuten weit entfernt. Trotzdem bin ich sehr zufrieden und gehe mit einem guten Gefühl in die Berglaufsaison Teil 2. Hoffen wir, dass im nächsten Jahr wieder mehr Leute nach Siersburg kommen.

Wir sehen uns beim Volkslauf…

29.08.2015
18. Maare - Mosel - Lauf

Es ist heiß, vielleicht das letzte Mal in diesem Jahr. Den ganzen Tag über fängt man zu schwitzen an, sobald man nur an Bewegung denkt. Da wir mit Martina und Christian unterwegs sind und wir am Abend noch was gemeinsam unternehmen wollen, nehmen wir nur den 10 Kilometer- Lauf in Angriff. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, denn schon nach 3 Kilometern merke ich, dass absolut nichts geht. Es hat keinen Sinn schnell zu laufen. Erst will ich es mir nicht eingestehen. Dann aber suche ich mir eine schattige Stelle um auf Jenny zu warten. Ihr geht es nicht viel anders. So laufen wir die zweite Hälfte gemeinsam. Die Strecke ist zu schön um sich zu quälen. Deshalb soll es dies schon vom sportlichen Teil sein. Viel lieber beschreibe ich heute den Maare – Mosel – Lauf.

Lektion 1:

Was sind Maare?

Laut Definition von Wikipedia sind Maare schüssel- oder trichterförmige Mulden vulkanischen Ursprungs, die in eine vorvulkanische Landfläche eingesenkt ist. Gebildet wurde es durch Wasserdampfexplosionen beim Zusammentreffen von Grundwasser und heißem Magma, in den meisten Fällen in einer einzigen Explosionsperiode.

Lektion 2:

Wie sehen Maare aus?

In der Regel sind Maare kreisförmig, wie das Pulvermaar in Gillenfeld oder oval. Die Mulde kann flach oder trichterförmig sein. In der Regel ist es aber von einem Ringwall aus Auswurfmaterial umgeben. Außerdem gibt es Maareseen oder Trockenmaare. In den Trockenmaaren ist natürlich kein Wasser mehr vorhanden.

Lektion 3:

Wo kann ich ein Maar live erleben?

Natürlich in der Eifel. Am besten im Verbund mit einem Volkslauf und deshalb haben wir uns für diese schöne Gegend entschieden. Außerdem erreicht man die Eifel über die A1 in etwas mehr als einer Stunde.

Zum Maare – Mosel – Lauf: Der Lauf wird heute erwachsen, denn er feiert seine 18. Auflage. Es fällt auf, dass die Teilnehmer aus der Großregion kommen. Auch viele Saarländer sind vor Ort und freuen sich mit uns auf den tollen Landschaftslauf. Es gibt verschiedene Laufangebote. In Schalkenmehren starten die 10 Kilometerläufer/innen + die 7 Kilometerläufer/innen, zu denen auch die Walker/innen gehören. Der Hauptlauf über die Halbmarathondistanz startet weiter nördlich, kurz vor Daun. Alle Strecken führen über die Hauptroute, die ehemalige Bahntrasse von Daun nach Bernkastel-Kues. Diese wurde vor einigen Jahren zum Maare-Mosel-Radweg ausgebaut und hat heute eine Länge von 58 Kilometern. Radfahrer sind gerne gesehen. Man kann die Strecke gemütlich in einer Tagesetappe abfahren, um dann mit der Bus – RegioLinie 300 wieder zurück nach Daun oder eben Bernkastel-Kues zu fahren.

Gerade die Halbmarathonstrecke hat viele landschaftliche Reize mit dem großen Eisenbahnviadukt und dem 500 Meter langen beleuchtenden Tunnel zu bieten. Wir haben nur etwas weniger als die Hälfte an Kilometern vor uns, doch bereits hinter dem Startpunkt am Heimweberei-Museum wartet ein echtes Schmankerl, wie der Bayer sagt, auf uns. Das Schalkenmehrermaar ist ein wahrer Augenschmaus. Die herrlichen Vulkanhänge spiegeln sich im glasklaren Wasser auf der Südseite, wo sich auch der Campingplatz und das Freibad befinden. Man kann erahnen wie schön die Bäume wohl im nicht mehr fernen Herbst aussehen müssen. Bereits jetzt ist es ein buntes Farbenspiel der Natur. Auf der gegenüberliegenden Seite kann man den schönen Ort mit seinen weißen Häusern und der urigen Kirche sehen. Um es zusammenzufassen, die ersten drei Kilometer um das Schalkenmehrer Maar sind eines der schönsten Laufabschnitte die wir bisher gelaufen sind.

Nach dem Maar geht es wieder in den Ort hinein. Das Höhenprofil ist bis dahin recht wellig. Am Ortsausgang warten nach einem kleinen aber giftigen Anstieg die Verpflegungsstelle und die angekündigte Bahntrasse. Diese wartet mit langgezogenen, asphaltierten Streckenabschnitten auf uns, so wie es sich für eine Bahntrasse halt gehört. Bis Gillenfeld haben wir keine Ortschaften mehr vor uns. Es folgt ein Lauf durch die Wiesen und Felder zwischen den beiden Orten. Die Strecke selbst ist eher abfallend bis Gillenfeld. Bei Kilometer 7 folgt noch ein Powerpoint mit lauter Schlagermusik, die weit über die Wiesen hinweg zu hören ist. Die Musik ist natürlich Geschmacksache aber man gibt alles um die Läufer/innen bei Laune zu halten. Gerade bei dem heißen Wetter ist dies nicht einfach, denn Viele nehmen auch jetzt noch, bei über 30°C Grad den Lauf sehr ernst. Solange sie sich nicht übernehmen ist dazu nicht zu sagen. Wir gehen heute auf Nummer Sicher und laufen gemeinsam in Gillenfeld ein. Dort wartet ein stimmungsvoller Zielbereich auf uns. Nicht nur Martina und Christian feuern fleißig an, nein auch auf der ganzen Strecke gab es immer wieder Gruppen die mächtig aufmunterten.

So kommen wir trotz schlechter Laufzeit gut gelaunt im Ziel an. Freuen uns, dass wir gut durch den Backofen gekommen sind und lassen einen der letzten Sommerabende, in einem schönen Lokal in Gillenfeld ausklingen. Der Lauf ist absolut eine Teilnahme wert. Es gibt zwar Kleinigkeiten, die man noch optimieren könnte, doch ist der gesamte Ablauf spitze. Der Hauptlauf mit seinen landschaftlichen Reizen steht auf unserer Liste. Wir kommen bestimmt wieder und wenn es nur ein Radurlaub oder Wanderurlaub sein wird. Als nächstes warten die Bergläufe auf uns. Dann geht es in die zweite Saisonhälfte dieses Laufbereiches.

Wir sehen uns beim Volkslauf!!!



Am Start vor dem Heimweber Museum in Schalkenmehren


Das Schalkenmehrener Maar. Die Einführungsrunde um das Maar hat exakt 3 Kilometer.


Richtig gute Laune trotz nicht optimaler Zeit. Eine schöne Strecke kann auch mal ein Erfolg sein.


Wer hat die schöneren Zähne. Diese Jungs leben auch in der Vulkaneifel und haben im Sommer verdammt heiß, denn sie tragen einen richtig warmen Pullover.

16.08.2015
44. Int. Holzland - Volkslauf Schopp

 

Fritz Walter, wer kennt ihn nicht? Leider habe ich nicht viel von Fritz Walter. Weder ist er mit mir verwandt, noch habe ich sein fußballerisches Talent. Was wir aber gemeinsam haben, sind drei Dinge:

  1. Wir haben den gleichen Lieblingsverein
  2. Wir stehen auf das gleiche Wetter beim Sport (Fritz-Walter-Wetter = nicht zu warm, nicht zu kalt und leichter Regen)
  3. Wir sind am liebsten um Kaiserslautern unterwegs

Von daher konnte es heute nur heißen, auf nach Schopp zum Volkslauf.  Ganz leichter Nieselregen fällt und  es sind ca. 19°C Grad. Also richtiges Fritz-Walter-Wetter. Besser kann es für mich nicht sein. In den vergangenen Jahren herrschte hier immer brütende Hitze. Darum ist meine Bestzeit in Schopp bei gerade mal knapp unter 56 Minuten. Der Start des Laufes befindet sich im Eichwaldstadion des SV Schopp. Hier wird nicht nur Fußball gespielt, sondern auch Rad gefahren. Dafür gibt es eine asphaltierte Bahn um den Sportplatz. Leider haben sich dieses Jahr nicht ganz so viele Teilnehmer eingefunden. Vielleicht liegt es am Wetter oder das in diesem Jahr kein Cup - Lauf in Schopp stattfindet.

Nach dem Startschuss geht es hinter dem Stadion gleich steil Bergauf. Ein Glück dass ich die Strecke kenne. Bis ca. Kilometer 2,5 bleibt es eher ansteigend, bis man sich kurze Zeit später ins Tal stürzen kann. Doch Vorsicht ist geboten. Von Kilometer 4 bis 5 geht es genau einen Kilometer den Berg hinauf. Da sollte man keine Kraft vergeuden, denn danach geht es stetig auf welligem Untergrund bis ins Ziel zurück. Es ist ein herrlicher Volkslauf durch den Pfälzer Wald auf ständig wechselndem Untergrund. Von sandig, steinig bis wurzelig ist alles dabei. Auf der zweiten Hälfte würde man heutzutage sagen, wird es sogar leicht trailig. Auch wenn die zweite Streckenhälfte sehr wellig und hart ist, so geht es doch immer einen Ticken mehr runter als hoch.

Die letzten 500 Meter vor dem Stadion verlaufen dann auf Asphalt. Man muss sich also weniger konzentrieren um nicht umzuknicken oder ähnliches. Meine Uhr zeigt mir schon an, dass ich bei kühleren Temperaturen deutlich schneller unterwegs bin als in der Vergangenheit. Nur noch ein kurzer knackiger Anstieg um ins Stadion zu gelangen und schon bin ich auf der letzten Runde. Leider sehr allein, denn wie schon erwähnt, die Teilnehmerzahl ist sehr gering, was der Veranstalter so nicht verdient hat. Im Ziel stehen dann gute 54 Minuten. Deutlich über eine Minute schneller als 2014. Hinter der Ziellinie gibt es eine kleine aber feine Medaille für alle Finisher.

Liebevoll und mit allem ausgestattet was einen normalen Volksläufer glücklich macht. Natürlich gehört hierzu auch ein leckeres Stück selbstgebackener Kuchen. So endet ein gelungener Volkslauftag in Eichwaldstadion. Den Nachmittag werde ich auf der Couch verbringen und mir den FCK beim Auswärtsspiel in Berlin ansehen. So schließt sich auch der Kreis zu Fritz Walter, der immer noch nicht mit mir verwandt ist.


Start- und Zielbereich im Eichwaldstadion von Schopp

Km 2,5 (mein schnellster Kilometer)

Anstieg zwischen Kilometer 4 und 5

Dichter Wald auf der zweiten Streckenhälfte

Waldausgang. Am Ende sieht man bei normalem Wetter schon das Stadion auf der linken Seite.

Genau mein Laufwetter

31.07. und 02.08.2015
15. Plattener Straßenlauf und 3. Trail Römische Weinstraße

Was für ein Laufwochenende… Eine Woche zuvor mussten wir eine gute Serie abreißen lassen. 6 Mal Straßenlauf in Kaiserslautern fiel einem sehr schönen Spreewald- bzw. Erzgebirgeurlaub zum Opfer. Da ich aber Lust auf einen schnellen 10er habe, wird nicht lange gefackelt. An der Mosel in Platten gibt es am folgenden Wochenende einen angeblich flachen Straßenlauf. Woher die Lust zum schnellen Laufen kommt, weiß ich nicht. Die Voraussetzungen sind nach dem Urlaub alles andere als gut, gerade den kulinarischen Genüssen haben wir am stärksten gefrönt.

Wie dem auch sei, die letzte Urlaubswoche verfliegt leider viel zu schnell und schwupps ist es schon Freitagmittag. Zu meiner Überraschung läuft Jenny ebenfalls in Platten. Normalerweise sind das überhaupt nicht ihre Läufe. Nach einem kurzen Abstecher an der Mosel, stehen wir pünktlich um 19:45 Uhr zum Startschuss auf dem Sportplatz Elsenborn in Platten. Den Eifer in allen Ehren, doch hätten wir noch etwas Zeit gehabt, denn der Start verzögert sich noch etwas. Leider stehen am Start nur knapp über 80 Läufer/innen. Einer davon ist Andi von den Mittelpunktläufern aus Habach. Auch wenn es nur knapp 100 Kilometer von uns zu Hause sind, trifft man hier sonst keine bekannten Gesichter. Umso lustiger, dass es heute mal anders ist.

Wenige Minuten später geht es dann los. Nach einer Runde auf dem Rasenplatz, geht es im Ort die Feldstraße hinunter zum Maare – Mosel – Radweg. Dort wartet eine Wendepunktstrecke auf uns. Leider merke ich hier schon deutlich, dass ich viel schneller als normal laufe. Das bedeutet, der Straßenlauf ist nicht wirklich flach. Man sollte also seine Kräfte einteilen.

Der Radweg ist übrigens 58 Kilometer lang und soll laut Homepage, einer der schönsten in Deutschland sein. Die ehemalige Bahntrasse führt von Daun durch die Berge der Vulkaneifel, über Viadukte und durch lange Tunnel bis Bernkastel-Kues. Tunnel oder ähnliches sehen wir hier nicht. Trotzdem ist es für einen Straßenlauf eine sehr schöne landschaftliche Strecke. Durch das Liesertal, entlang des kleinnamigen Flußes laufen wir bis zum Wechseltpunkt, kurz vor Maring-Noviand.

Bis dahin laufe ich kurz unter einem 5:00er Schnitt pro Kilometer. Auf dem Rückweg geht es dann wie befürchtet immer leicht bergan. Irgendwie lasse ich mir heute zu viel Zeit. Vor allem bei dem kleinen giftigen  Anstieg vor dem Sportplatz bin ich viel zu gemütlich unterwegs, denn die Uhr bleibt bei für mich guten 52:20 Min stehen. Da wäre heute mehr drin gewesen. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben… Im Herbst werde ich eine guter 50er Zeit angehen. Vielleicht in Luisenthal.

Jenny wollte heute eigentlich einen Trainingslauf machen. Durch das kleine Startfeld war sie jedoch etwas flotter unterwegs. Mit 63 Minuten ist sie prinzipiell auch zufrieden, doch hat man sie auf den letzten 500 Metern fehlgeleitet, was sie für eine kurze Zeit doch verärgert. Der Lauf in Platten kann man schon flott angehen. Bestzeiten sind aber nur möglich, wenn man gut drauf ist. Ansonsten hat man noch etwas Entwicklungspotential hier im Liesertal. Trotzdem, schön war es und der Urlaub ist leider auch vorbei.



Zieleinlauf von Jenny in Platten

 

3. Trail Römische Weinstraße

Bei manchen Überlegungen fragt man sich im Nachhinein, ob man noch alle Tassen im Schrank hat. Am Samstagmorgen stolpere ich durch Zufall über die Homepage des oben genannten Trails. Die Landschaft an der Mosel,  in der wir vor noch nicht mal 24 Stunden beim Straßenlauf waren, sprechen mich sofort an. Kurze Zeit später lasse ich mich dann noch von einer Pappnase aus unserem Freundeskreis dazu anstecken. Eine Stunde später steht der Entschluss. Heute kein Auslaufen! Dafür aber am Sonntag 31 Kilometer bei 1000 Höhenmetern in Leiwen an der Mosel laufen.

Punkt 5 Uhr soll der Wecker klingeln. Wach bin ich bereits um 4 Uhr. Und so was am Sonntag! Dann kann man auch nicht zu spät kommen. Start ist um 8 Uhr. Die Ultraläufer sind bereits um 6 Uhr dran. Der Start befindet sich an der Turnhalle und ich bin wirklich sehr zeitig dran. So habe ich Zeit mit den anderen Saarländern ins Gespräch zu kommen. Dieser Lauf ist ähnlich weit weg wie der in Platten, doch fühlen sich vom Trail viel mehr heimische Gesichter angesprochen.

Zum Lauf selbst muss ich sagen, dass es die Trail – Passagen wirklich in sich haben. Insgesamt gibt es 5 längere Anstiege. In Trittenheim wartet dann nach 16 Kilometern die Verpflegungsstelle. Diese ist sehr gut ausgestattet und man kommt nach 22 Kilometern erneut an ihr vorbei. Wasser ist ohnehin heute sehr wichtig. Spätestens nach 11 Uhr dreht der gelbe Planet richtig auf und es wird bis zu 30°C Grad heiß. Ich komme eigentlich ganz gut durch, doch würde ich eine bessere Vorbereitung empfehlen. Mit ab und an am Wochenende mal einen 20 Kilometerlauf ist es nicht getan, denn spätestens die letzten 10 Kilometer fordern mich wirklich.

Einen Eindruck zu diesem Bericht sollen die beigefügten Bilder am Ende geben. Mein Fazit lautet: einen Trail kann ich mal machen, muss aber nicht ständig sein. Ich bin eher der Volkslauftyp. Trotzdem habe ich ziemlich an Respekt gewonnen. Zwar hatte ich bisher kleinere Trails absolviert. Einen Lauf über 31 Kilometer und so viele Höhenmeter hatte ich jedoch noch nicht. Man sollte diese verschiedenen Bodenbeläge im Training einbauen. Noch wichtiger ist aber das steile Bergan- und Bergablaufen im Training zu trainieren. Trittsicherheit ist das A und O beim Traillaufen. Durch mein BMI-Problem tue ich mir auf dem Terrain im wahrsten Sinne des Wortes schwer. Ich habe bergab das Gefühl, dass mir die Kniescheiben explodieren. Von daher bleibe ich bei meinen Leisten und freue mich schon jetzt auf den Volkslauf in Schopp in 14 Tagen. Vor allen Trailern ziehe ich aber heute meinen Hut.

Nach drei kühlen Bit-Radler 0% mit Joachim und Dieter geht es dann gleich nach Hause. Mir fehlt heute echt etwas Schlaf. Dabei wartet doch am Montag die Arbeit auf mich. Nach drei Wochen gar nicht so einfach. Von daher verbringe ich den Rest des Sonntages auf der Couch.


Von Leiwen in Richtung Mosel hinunter


Direkt durch die Rebstöcke


Trittenheimer Moselbrücke

Auf Treppenstufen den Weinberg hinauf

Oberhalb von Trittenheim

10.07. und 17.07.2015
8. Habacher Mittelpunktlauf & 13. Teichlauf in Zeisholz(Sachsen)

Leider hatten wir im Urlaub nur selten Internetanschluss. Deshalb ein kompletter Bericht von Habach und dem Urlaubslauf in Zeisholz

10.07.2015
8. Mittelpunktlauf in Habach

Nach 420 Läufer/innen im Vorjahr, vermeldet der Sprecher im Startbereich, einen neuen Teilnehmerrekord von nahezu 500 Teilnehmer/innen. Bei der ersten Auflage 2008 waren es noch 252. Doch was macht den Mittelpunktlauf aus? Gründe gibt es viele. Zum einen ist es, wenn man so will der Vorbereitungslauf auf den Dillinger Firmenlauf, der ebenfalls über die kurze Distanz von 5 Kilometer ausgetragen wird. Vielleicht ist es auch die tolle Stimmung der Anwohner, welche fleißig anfeuern oder das tolle Wetter, das Jahr für Jahr über den Habacher Höhen herrscht. Es könnte auch das schöne Ambiente sein, in das der Lauf eingebettet ist, denn im Anschluss wird kräftig gefeiert und gleichzeitig wird das Sportwochenende auf dem Sportplatz eingeläutet. Was aber auf jeden Fall zutrifft ist eine Tatsache, dass die Mittelpunktläufer seit Jahren bei zahlreichen Läufen im ganzen Saarland präsent sind. Mit der guten Laune aller Mittelpunktläufer/innen und dem positiv verrückten Auftreten, macht diese tolle Gruppe über das ganze Jahr hinweg Eigenwerbung. So kann man auch auf Teilnehmerzahlen kommen.

Kommen wir nun zum Lauf selbst. Das Feld ist wie immer bunt gemischt. Selbst an der Spitze ist in Habach noch eine für die heutige Zeit ambitionierte Masse am Start. So gibt es hier regelmäßig die für das Saarland starken 5 Kilometer- Zeiten zw. 15 und 17 Minuten. Man darf wissen, dass die Strecke in Habach ziemlich hügelig ist. So wartet nach Kilometer 2 ein steiler Anstieg auf die Teilnehmer/innen. Im hinteren Bereich gibt es viele Spaßläufer, was ebenfalls etliche Hobbyläufer motiviert am Mittelpunktlauf teilzunehmen. Für die nächsten Jahre dürfte sogar noch weiteres Entwicklungspotential bestehen, wenn man diesen Termin beibehält. Hoffentlich werden dann die Wege am Sportplatz nicht zu eng.

Vom Osterlauf-Team waren in diesem Jahr nur drei Starter in Habach unterwegs. Neben Jenny und mir  schloss sich uns seit langer Zeit wieder Nick an. Ohne Training musste er bei den warmen Temperaturen mit 27 Minuten zufrieden sein. Jenny beendete den Lauf mit einer 30er Zeit. Für mich blieb die Uhr bei 26 Minuten stehen. In diesem Jahr musste die Party im Anschluss ohne uns stattfinden. Da von der Brauerei aus Eiweiler genug kühle Gerstengetränke bereit standen, bin ich sicher, dass es auch in diesem Jahr zünftig herging. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei, doch heißt es jetzt Koffer packen. Der nächste Lauf mit zwei Wochen Urlaub wartet im Spreewald auf uns.

Man sieht sich spätestens im August wieder bei unseren Volksläufen im Saarland.

Die Teilnehmerzahlen des Mittelpunktlaufes in Habach seit 2008:

2014: 420
2013: 329
2012: 303
2011: 370
2010: 235
2009: 341
2008: 252

17.07.2015
Teichlauf Zeisholz

Als wir uns im letzten Jahr dazu entschieden hatten, den Sommerurlaub im Spreewald zu verbringen, habe ich natürlich direkt nach einer Lauveranstaltung Ausschau gehalten. Infrage kamen damals ein kleiner  Teichlauf in Zeisholz und großer Eventlauf in der Niederlausitz. Die Eventveranstaltung deckt alles ab. Vom Jedermannslauf bis Marathon. Sogar Triathlon gehörte zum Veranstaltungskonzept. Der Teichlauf jedoch versprach einen Volkslaufcharakter über die klassischen 10 Kilometer und einen Jedermannslauf über 5 Kilometer. Auf der kleinen aber informativen Homepage stand außerdem, dass man an diesem Tag immer mehr Läufer/innen als Einwohner in Zeisholz hätte. Dies machte mich neugierig, was das für ein Ort sein könnte, denn normalerweise dürfte es dann kein kleiner Lauf sein. Nach dem Googeln musste ich laut lachen. Zeisholz hat nur 137 Einwohner und im vergangenen Jahr waren insgesamt etwa 100 Leute vor Ort. Das macht den Lauf doch gleich sympathisch, weshalb die Entscheidung sehr schnell gefallen war. Im Sommer fahren wir nach Zeisholz.  Im Laufe des Jahres schauten wir dann immer mal wieder auf die Veranstalterhomepage. Doch dort passierte nicht viel. Außer, dass wir uns mal die Ausschreibung genauer angesehen haben. Dort steht z.B.:

Duschen: zu Hause oder alternativ im Teich.
Na das kann ja heiter werden…

Und heute ist es soweit. Wir fahren von Burg im Spreewald in Richtung Süden. Zeisholz liegt ca. 80 Kilometer südlich von unserem Urlaubsquartier. Jenny hat sich gestern schon dazu entschlossen, auf 5 Kilometer umzumelden. Der Lauf selbst startet zwar erst am späten Freitagabend (19 Uhr), doch ist es bei sommerlichen 34°C Grad extrem schwül. Das dürfte die richtige Entscheidung gewesen sein. Zumal wir in den vier Tagen seit unserer Ankunft im Spreewald sportlich nichts ausgelassen haben. Hierzu zählen Laufen, Radfahren, Kanufahren, Schwimmen und vieles mehr.

In Zeisholz kommen wir in ein recht abgelegenes, kleines aber sympathisches Dörfchen. Zwar sind viele Gebäude in die Jahre gekommen, doch lebt man hier mit Sicherheit nicht hinterm Mond. Auch wenn das Dorfschild für uns Wessis eher an alte DDR- bzw. Ostzeiten erinnert:

Zeisholz
Gemeinde   Schwepnitz
Kreis Bautzen

Kurz vor Polen mit dem Lauftreff Hirzweiler

Direkt bei der Anmeldung werden wir freundlich begrüßt. Jeder scheint hier herzlich willkommen zu sein. Im kleinen Zelt am Start- Zielbereich sind verschiedenste Startnummern ausgehangen, bei denen der Veranstalter in den vergangenen Jahren so teilgenommen hat. Er ist ebenfalls ein Laufverrückter Typ, der diesen kleinen Lauf in Eigenregie organisiert. Viele Helfer hat er um sich geschart, die immer ein Lächeln parat haben. Direkt ins Auge fallen auch die 12 Finisher-Medaillen der Vorjahre, welche ebenfalls im Zelt hängen.


Hier hat man alles gegeben um eine tolle Veranstaltung anzubieten. Waren es in den Anfangsjahren noch normale Medaillen mit Fischsymbolen. So hat man in den Folgejahren experimentiert, u.a.  gab es getöpferte oder aus Holz gesägte  kleine Fisch-Medaillen. Seit einigen Jahren sind es Medaillen, die man aus Edelstahl hat Lasern lassen. Unglaublich, was für ein Aufwand betrieben wird, bei DREI Euro Startgeld. Wir schauen uns noch die lange Allee an, in der das Ziel liegt. Diese ist sehr dicht zugewachsen und etwa 400 Meter lang. Überhaupt gibt es im Osten extrem viele Alleen zu bestaunen. Diese erfüllen gerade heute ihren Sinn und halten die Sonne so gut es geht fern. Was aber auch auffällt, sind die vielen Stechmücken. Ob diese Plage an den vielen Teichen von Zeisholz liegt? Wir werden es gleich wissen, wenn wir die erste von zwei 5 Kilometer – Runden beendet haben. Vorher laufen wir uns noch kurz ein. Dehnen fällt wegen der brutalen Stechmücken aus…

Dann geht es pünktlich um 19 Uhr unter der dichten Allee los. Am Ende der Baumreihen geht es rechts hinaus in die Felder von Zeisholz. Zwar brennt hier die Sonne noch immer gnadenlos vom Nachmittagshimmel, doch das herrliche Landschaftsbild macht richtig Laune auf den gemütlichen Volkslauf. Leider ist das Läuferfeld sehr überschaubar. Dies wirkt sich auf die Stimmung aber nicht negativ aus. Alle sind gut drauf und geben ihr Bestes. Am Ende der Felder geht es wieder in den Ort. Hier feuern vereinzelt Zuschauer an. An zwei Positionen haben die Anwohner Wasserduschen aufgebaut. Natürlich darf man nicht denken, dass es große Zuschauermassen sind, doch für einen Ort mit 137 Einwohnern ist das Interesse der Ortseinwohner recht hoch. Man freut sich über die Gäste bzw. die Veranstalter, welche sich so viel Mühe gemacht haben.    

Hinter dem Ort folgen dann die verschiedenen Teiche Großteich, Brüchteich, Iltisteich und der Neitschmühlteich. Außerdem steht bei Kilometer 2,5 eine kleine aber erfrischende Verpflegungsstelle, die sogar Obst für alle Teilnehmer/innen bietet.  Oberhalb der Zielgerade habe ich vor beenden der ersten Runde schon 5 Kilometer auf der Uhr. Ich freue mich darüber, denn die Strecke wird deutlich über 10 Kilometer sein. So deutlich, dass es keine realistische Vergleichsmöglichkeit zu den eigentlichen 10 Kilometer- Läufen geben wird. Zwar sagt man sich bei solchen Temperaturen, dass man einen reinen Spaßlauf machen wird, doch im Lauf selbst stresst man sich schon. Zumal ich bis zur Hälfte auf einem 52er oder 53er Zielzeitkurs lag. So kann ich nach der ersten Runde Tempo rausnehmen und die tolle Strecke, die so weit von Wemmetsweiler (750 Kilometer) entfernt ist  genießen.

Um kurz auf die Mückenplage zurückzukommen. Zum einen steht an den Weihern die Luft regelrecht. Es ist dort kaum Sauerstoff in der Luft, was die Stechmücken sprichwörtlich auf uns Läufer fliegen lässt. Man ist immer am umsichschlagen. Vielleicht kann ich dies als Ausrede gelten lassen, warum ich 58 Minuten für die 10,6 Kilometer benötige.  Im Ziel warten bereits Jenny und viele kühle Wasserschwämme auf mich, die ich reichlich über mir ausdrücke. Den Teich werde ich nicht wie geplant zum abkühlen aufsuchen. Dort wartet nämlich das Stechmückenvolk auf einen Braten wie mich.

Nach dem Lauf warten die nächsten Highlights der Veranstaltung auf uns. Gibt man die Startnummer zurück, erhält man ein selbstgebackenes Stück Kuchen nach Wahl. Dann schreiben drei Zeisholzer Frauen in Windeseile die liebevoll gestalteten Urkunden für alle Finisher.

So kann man auch Urkunden ausgeben

Ach ja, und nach dem Zieleinlauf bekam Jeder die gelaserte Fisch-Medaille. Was soll man hierzu noch sagen? Wenn wir irgendwelche Vorurteile zu den Landstrichen in der Lausitz hatten, so sind sie spätestens seit dem heutigen Tag verflogen. Ein Jammer, dass wir so weit von hier weg sind und wohl eher nicht mehr in diese Region kommen. Sollte jemand dazu kommen hier in der Nähe Urlaub zu machen, dann nichts wie hin zum Zeisholzer Teichlauf.


Sehr hart verdiente Finisher-Medaille


Am Abend gibt es Fisch (Was auch sonst?)

Noch eine Woche Urlaub im Osten, danach sehen wir uns wieder auf den Laufstrecken im Saarland.

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Hier noch Impressionen vom Sommerurlaub 2015:

Spreehafen von Burg

Und so sieht der Spreewald ohne Hafen aus

Lauf am Morgen zum Gipfel des Fichtelberges(Oberwiesenthal)
Bergab geht das schneller

YEAH!!! Auch im Spreewald gibt es das beste Gewürz. Ok, ok Gewürz ist übertrieben aber es schmeckt!

Kanu fahren durch den Spreewald. Sehr zu empfehlen.

Auf dem Fichtelberg ohne Laufkleider

26.06.2015
32. Lebacher Stadtlauf

Im letzten Jahr war es soweit. Nach Einweihung des neugestalteten Bitscher Platzes im Zentrum vom Lebach, wurde das Stadtfest nach drei Jahren Pause wieder ins Leben gerufen. Gleichzeitig feierte die Stadt ihren Geburtstag. Da man quasi einen Neuanfang startet, gab es auch einen neuen Namen für das Stadtfest. Dieses heißt seit 2014 THEELFESCHD und ist somit nach dem Fluss benannte, der genau durch das Stadtzentrum fließt. Weiterhin wollte man das THEELFESCHD neu beleben. Hierzu ging die Stadt auf den TV Lebach mit der Bitte zu, dass man doch den traditionsreichen Stadtlauf in das Fest integriert. Nun ertönt der Startschuss zum Stadtlauf nicht mehr am Stadion Schlesierallee. Dieser erfolgt nun pünktlich um 18 Uhr am Freitagabend in der Poststraße.

Ok, pünktlich ist so eine Sache. Mit etwas Verspätung wird das Läuferfeld, bei schwülen 24°C Grad auf die vier Runden von Lebach geschickt. Neben Jedermanns- und Staffelläufern gibt es traditionell den 10 Kilometer Volkslauf, für den auch ich mich entschieden habe. Da ich mich noch nicht so recht an die warmen Temperaturen gewöhnt habe, gehe ich die erste Runde eher locker an.

Vom Start-/ Zielbereich werden die Teilnehmer/innen von zahlreichen Zuschauern verabschiedet. Am Ende der langen Poststraße geht es links ab in die Marktstraße. Dort warte die eigentliche Steigung der Straße. In der ersten Runde ist sie gut zu nehmen, doch ist jetzt schon klar, dass sie von Runde zu Runde heftiger wird. Nach wenigen hundert Metern geht es gleich wieder ab in die Mottener Straße. Erst nach ca. 300 Metern geht es in ein flaches Teilstück. Diese Straße zieht sich sehr lange. Durch die vielen Zuschauer und einen Feuerwehrwagen, der auf jeder Runde eine kalte Dusche verspricht, ist der Abschnitt sehr kurzweilig. Am Ende der Straße folgt ein Wendepunkt. Irgendwie erinnert die Runde an den Nachtwächterlauf von Ottweiler. Der einzige Unterschied für mich ist die Hitze. Ich laufe  bereits in der ersten Runde aus.

 

Auf dem Rückweg geht es durch die Wiesenstraße. Diese führt uns auf dem kleinen Radweg am Asia Garten und der Theel vorbei zur Poststraße. Dies ist für meinen Geschmack der am besten zu laufende Abschnitt. Will man auf Zeit laufen, dann kann man ab der Wiesenstraße viel Zeit rauslaufen. Zurück in der Poststraße darf man sich auf tolle Unterstützung am THEELFESCHD freuen. Die Leute sind  gut gelaunt und feuern kräftig an.  

Zur Strecke selbst ist alles gesagt. An diesem schwülen Sommerabend kämpft jeder Teilnehmer/in mit sich selbst, um die vier Runden gut über die Bühne zu bringen. Ein Stadtlauf ist immer eine Herausforderung für den Kopf, denn wenn man schnell läuft, tut es irgendwann weh. Ob man 30 Minuten für 10 Kilometer braucht oder wie ich heute 53. Der neue Stadtlauf in Lebach hat was. Auch wenn ich lieber im Wald unterwegs bin, so kann ich den Verantwortlich nur gratulieren, denn der Ablauf, die Organisation und auch die Stimmung sind wirklich sehr gelungen. So macht Laufen in der Stadt Spaß.

14.06.2015
28. Köllertaler Sonnwendlauf


Die erste Saisonhälfte ist fast vorbei. Unglaublich wie schnell das wieder ging. Wenigstens haben wir bis zur Sommersonnenwende noch 7 Tage Zeit. Erst am 21. Juni werden die Tage wieder kürzer. Dies ist auch gleichzeitig der astronomische Sommeranfang. Auf der einen Seite schade, dass die Tage wieder kürzer werden auf der anderen Seite beginnen jetzt die Sommerläufe. Den ersten richtigen Sommerlauf wollen Jenny und ich heute beim Sonnwendlauf gemeinsam laufen. Vor zwei Jahren brauchte Jenny hier noch 1:47 Std. Von daher gehen wir einen 6:30er Schnitt an. Mal schauen, ob sich seit 2013 was getan hat.

Der Start des Laufes befindet sich in der Stadionstraße. Bis kurz vor dem Startschuss herrscht ein reger Austausch unter den Läufern. Man freut sich auf die nicht alltägliche Distanz über 10 Meilen. Jenny und mir schwant schon übles. Zwar ist es mit ca. 20°C angenehm, doch befinden wir uns in einer dicht bewachsenen Allee. Direkt am Ende der Straße wartet schon die Sonne, die heute auf Hochtouren laufen will…

Kurze Zeit später erfolgt schon der Startschuss und wir laufen los. Am Ende der Allee geht es rechts einen kleinen aber knackigen Anstieg in Richtung Berufsschule hinauf. Wie angekündigt, kommen wir gleich ins Schwitzen. Am Ende des Anstieges geht es zum Glück direkt in den Völklinger Stadtwald. Es folgt eine Einführungsrunde, die auf leicht welligem Untergrund, über 5 Kilometer zum Zielbereich führt. Unterhalb von Heidstock läuft man im Wald an der alten Grubenanschluss- Unterführung vorbei. Es folgen der Simschelweiher und die Sportanlagen von Völklingen. Hinter dem Herrmann-Neuberger-Stadion folgt dann unmittelbar der Zielbereich an der Sporthalle.

Ab hier beginnt der eigentliche Lauf. Wieder geht es den steilen Anstieg an der Schule hinauf. Genau wie eben geht es gleich wieder in den Wald hinein, doch anstatt auf die 1. Schleife einzubiegen, laufen wir auf dem alten Bahndamm nach Püttlingen. Die Strecke ist hier flach und der Waldboden sehr gut zu belaufen. Erst kurz vor Püttlingen knallt wieder die Sonne auf das Läuferfeld. Im eigentlichen Ortskern durchlaufen wir einen kleinen Park. Dieser dient als Wendepunkt. Auch hier ist wie an so vielen Punkten eine Verpflegungsstelle eingerichtet. Bei diesem Wetter heißt es so viel Trinken wie es geht. Kurz vor dem Wald kommen wir an der 10 Kilometer – Marke vorbei. Will man auf Zeit laufen, dann sollte man noch etwas auf die Zähne beißen, denn es geht jetzt weitere 3 Kilometer auf flachem Untergrund zurück nach Völklingen.   

Bei Jenny klappt heute das Beißen hervorragend. So biegen wir nach 13 Kilometern wieder auf die Einführungsrunde unterhalb von Heidstock ein. Auf dem welligen Waldstück ist der Untergrund nicht mehr ganz so gut. Jetzt heißt es neben Kämpfen auch noch Konzentrieren. Erst am Hermann-Neuberger-Stadion fällt die Anspannung ab, denn mit 1:42 Std. wird Jenny ihre Zeit von 2013 deutlich unterbieten. Der Zieleinlauf oberhalb der Stadionränge hat was. Im eigentlichen Zielbereich feuern dann noch einmal die Läufer/innen an, die den Lauf bereits gefinisht haben.

Ein heißer Lauf ist gemeistert. Am nächsten Wochenende steht der Mitternachtslauf von Glan-Münchweiler auf der Liste. In den Abendstunden ist mit milden Temperaturen und heißem Publikum zu rechnen. Wir freuen uns drauf.

14.06.2015
28. Sonnwendlauf

Zum Vergrößern bitte Foto anklicken.
2011


Letzter Lauf

30.05.2015
3. Uni Villa Lauf


Die Technische Universität Kaiserslautern ist bekannt für ihr breites Sportangebot. Das Thema Waldlauf spielt hier eine große Rolle. Hat man doch den Pfälzer Wald direkt vor der Tür. Den UniVillaWaldLauf, kurz UVL28 hat die Universität am 21. Mai 2011 ins Leben gerufen. Seit dem wird dieser alle 2 Jahre im Mai ausgetragen. Die Strecke führt vom Uni-Gelände durch den Pfälzer Wald nach Frankenstein. Dort werden die Läuferinnen und Läufer beim Parkfest der Villa Denis erwartet. Bis dahin gilt es 28 Kilometer mit 400 Höhenmetern zu überwinden. Der Flyer klingt verheißungsvoll. Ein UVL, vier Möglichkeiten. Diese wären UVL13, UVL28, UVLwandern, UVLduo. Jenny und ich haben uns schon vor Wochen für den UVLduo entschieden.

Jenny beim Zieleinlauf in Frankenstein

Dies bedeutet, dass ich den Startläufer mime.  Nach ca. 15 Kilometern wird mich Jenny in Waldleiningen ablösen. Von dort an soll es eigentlich nur noch 13 Kilometer bergab gehen, bis nach Frankenstein. Die Startgebühr für diesen aufwendigen Lauf beträgt für die Staffel 18€. Legt man 2€ pro Person drauf, erhält man noch ein schönes UVL-Shirt. Nach kurzem Briefing im Stadion der Universität schickt uns der Startschuss auf die Reise. Freundlicherweise haben etwa 20 bis 30 Zuschauer auf der gegenüberliegenden Stadionseite auf ihre Favoriten gewartet, um diese mit großem Beifall hinaus in die Pfälzer Wald Wildnis zu verabschieden. Die Zuschauer sind auf der andern Seite geblieben, um den schönen Rasen nicht zu beschädigen oder um einfach nicht in den Füßen zu stehen, doch hat man Rechnung ohne den Veranstalter gemacht. Nach nur 50 Metern auf der Tartanbahn geht es schon gleich wieder von der Bahn hinunter und unsere Fans können uns nur aus der Ferne betrachten, darunter befindet sich auch Jenny, die jetzt mit dem Shuttle Bus nach Waldleiningen fährt.

Jenny im Ziel

Mein Lauf selbst ist leider schon nach 2 Kilometern abgehakt. Nach der Blutspende vom Donnerstag fühle ich mich überhaupt nicht fit. So wird mir schnell klar, dass ich heute nicht auf Zeit laufen brauche. Aus diesem Grund möchte ich mehr vom UVL selbst berichten. Die ersten 5 Kilometer gehen fast ausschließlich den Berg hinauf. Die Steigungen sind nicht ganz so steil, also gut zu laufen. Doch muss man auf dem Waldboden aufpassen nicht zu stürzen. Ist man nicht fit wie ich, dann ziehen sich diese Passagen recht lange hin. Nach den ersten Bergabkilometern folgt auch schon die erste Verpflegungsstelle. Die Strecke ist bestens präpariert. Auch ist es sehr kurzweilig durch den dichten Pfälzer Wald zu laufen. Weitblicke sind leider nur selten zu finden. Zu dicht zeigt sich der Wald rund um Kaiserslautern.

Ebenfalls im Ziel

Bis Kilometer 9 ändert sich das Landschaftsbild nicht. Dann kommen wir auf die L504, die Kaiserslautern mit Waldleiningen verbindet. Obwohl es im Wald recht kühl ist bei windigen 15°C Grad, empfindet man das Laufen auf der Straße als sehr unangenehm. Es ist irgendwie schwül hier. Ich bin froh nach Kilometer 10 die nächste Verpflegungsstelle zu sehen, denn von hier geht es gleich wieder in den Wald. Es lauert der zweite heftige Anstieg. Dieser hat zwar nur etwas 2,5 Kilometer, doch hat er es in sich. Der Untergrund ist außerdem sehr steinig. Genau wie eben beim langen Bergablaufen zwischen Kilometer 7 und 9, fällt es einem “Leichtgewicht“ wie mir sehr schwer, sicheren Halt zu finden. Ich bin froh als ich endlich oben angekommen bin. Von hier sind es nur noch etwa 3 Kilometer bis zum Staffelwechsel. Ich versuche wenigstens auf diesem Teilabschnitt noch etwas schneller zu laufen. Doch schneller als knapp unter 6 Minuten pro Kilometer bekomme ich nicht mehr hin. Bis Waldleiningen ist wenigstens der Untergrund wieder besser zu belaufen. Auch hier ist ein dichter Wald, der trotzdem alles andere als eintönig ist. Die Ortsgrenze überschreiten die Läufer/innen am Seewog Waldleiningen. Ein kleiner, idyllischer Weiher am Ortsrand. Nach einem kleinen Wiesenstück hört man schon die Stimmung an der Wechselzone. Diese befindet sich in der Haselrainstraße. Ich freue mich, dass mich Jenny endlich ablöst.

Im Park der Villa

Nach kurzem Auftanken bzw. Befüllen der körpereigenen Wassertanks, geht es mit dem Bus und vielen weiteren Staffelläufern/innen nach Frankenstein. Auf dem Parkplatz der Villa Denis befindet sich der Zieleinlauf. Bis dahin müssen alle noch einen leichten Anstieg vom Bahnhof in Frankenstein aus bewältigen. Viele sehen wirklich platt aus. Andere kommen eingelaufen als seien sie einen lockeren 5 Kilometer Trainingslauf gelaufen und dabei haben sie die gesamte Strecke von Kaiserslautern bis hierhin gemeistert. Nachdem ich mich etwas regeneriert habe, kommt auch Jenny zum Zieleinlauf. Sie ist ebenfalls geschafft, berichtet aber vom gleichen Laufgefühl auf der zweiten Streckenhälfte wie ich. Nur bestätigt sich nicht, dass die zweite Hälfte fast nur bergab verläuft. Jenny musste ebenfalls einige Steigungen meistern. Trotzdem kommt der Spaß nicht zu kurz. Schön, dass dieser Lauf nur alle zwei Jahre ausgetragen wird. In dem Fall baut sich eine gewisse Vorfreude auf. Doch ACHTUNG: Wer es gern sauber und steril hat, der ist hier fehl am Platz. Unter anderem heißt es Duschen im Feuerwehrzelt. Umziehen ist auf der Wiese angesagt, die Busse fahren erst ab 16 Uhr zurück nach Kaiserslautern. Dies ist nicht Jedermanns Sache. Wir empfinden dies als richtigen Volkslauf. Die Abteilung UniSport gibt sich alle Mühe, einen optimalen Lauf zu veranstalten. Da sollte man nicht so kleinlich sein und einfach mitmachen.

Ein paar Worte noch zum Parkfest. Dieses ist wunderbar eingebettet im Park der Villa Denis, unterhalb der Burg Diemerstein. Gesorgt wird für Groß und Klein, für Läuferinnen und Läufer. Für die Kleinen gibt es Ponyreiten, für die Großen gibt es Pfälzer Weine und für uns Läufer/innen gibt es eine würdevolle Siegerehrung und gaaaaanz viel Kuchen. Das Kuchenbuffet alleine ist die Strapazen Wert.


Beim Parkfest

14.05. & 16.05.2015
25. Himmelsfahrtlauf in Wössingen im Walzbachtal
29. Hundseck Berglauf im Bühlertal mit Berglauf - DM

 

25. Himmelfahrtslauf

Auf dem Weg zum Hundseck Berglauf und den damit verbunden deutschen Meisterschaften, haben wir einen kurzen Stopp im Kraichgau eingelegt. Dort wird heute der 25. Himmelfahrtslauf über 10 Kilometer ausgetragen. Natürlich gibt es noch viele weitere Distanzen, doch für Jenny sind die 10 am interessantesten. Da ich am Samstag an meinem Geburtstag den Berglauf bestreiten möchte, laufen wir den Himmelfahrtslauf gemeinsam. Wo Jenny leistungstechnisch steht ist ungewiss, denn in diesem Jahr hat sie absolut kein leistungsorientiertes Training absolviert. Zwischen 60 und 70 Minuten könnte alles möglich sein.

Die Veranstaltung in Wössingen wird vom dortigen TV Wössingen ausgerichtet. Man hat den ganzen Tag zur Bespaßung und Beköstigung der Besucher bzw. Läufer vorbereitet. Schon gleich bei der Anmeldung merkt man die liebevolle Planung des Veranstalters für diesen Lauf. Auch kommt man gleich ins Gerede mit den Leuten hier aus dem Kraichgau. Das tolle sonnige Wetter bei 18°C Grad tut sein Übriges.


Ankunft in Wössingen

Nach kurzem Warmlaufen erfolgt dann auf dem gepflegten Rasen, der zu einem Turn- und Leichtathletik- Platz gehört, der Startschuss. Nach einer Runde um die Sporthalle verabschieden uns einige Zuschauer mit freundlichem Beifall hinaus auf die Strecke. Diese führt etwa einen Kilometer durch ein Wäldchen, an der Bahnlinie Karlsruhe / Heilbronn vorbei. Danach folgt eine Bahnunterführung, die uns in die bereits blühenden Wiesen von Wössingen führt. Jenny legt hier bereits die erste Zwangspause ein, da sich eine Mücke in ihrem rechten Auge verirrt hat. Freundliche Mitläufer bieten gleich ein Taschentuch an, mit dem ich die tote Mücke sofort fachmännisch operativ entferne. Nach diesem  Eingriff rollen wir das Feld vom letzten Platz an auf.

Es sind lange, leicht wellige Geraden durch dies Felder von Wössingen, bis bei Kilometer 2,5 der Wald anfängt. Im oberen Waldbereich wartet eine ca. 1,5 Kilometer lange Schleife auf die Läufer/innen. Bis dahin sind etwa 60 weitere Höhenmeter zu erklimmen. Erst am Hohberg ist der Scheitelpunkt der Strecke erreicht. Der Rückweg sollte wesentlich leichter sein. Von daher sind die 34 Minuten gar nicht mal so schlecht. Dies wäre deutlich unter 70 Minuten. Vielleicht ist es diese Erkenntnis oder das Krafttraining, welches bei Jenny anscheinend anschlägt, denn auf einmal erhöht sie unser Lauftempo deutlich. Spätestens ab der Buchenallee haut meine Gattin voll  rein. Das steil abfallende Stück zw. Kilometer 6,7 und 7,5 läuft sie teilweise unter einem 5er Schnitt. Dabei wollte ich mich doch heute schonen... Ich bin gespannt was da noch möglich ist, denn es geht von hier an fast nur noch bergab.


Warm-up

Da die Temperaturen gegen Mittag jetzt doch ansteigen, heißt es für Jenny auf die Zähne beißen. Erst hinter der Bahnlinie ist es wieder schattiger und dort kassieren wir wieder ein paar Läuferinnen der TG Stein. Dies scheint ein relativ großer Lauftreff zu sein, denke ich noch so bei mir als es schon auf die Zielgerade geht. Wir sind beide überrascht, dass die Uhr schon bei 62 Minuten stehenbleibt. Bei Jennys Trainingszustand erstaunlich gut. Vielleicht findet sie langsam wieder Lust am schnelleren Laufen. Das Schönste für mich am Laufen sind solche kleine Veranstaltungen wie die in Wössingen. 190 Teilnehmer/innen im Hauptfeld sind gut, doch hätte man noch viel mehr Platz beim Himmelfahrtslauf. Gerade was man neben der Veranstaltung alles auf die Beine gestellt hat,  ist ein Wahnsinn. Verschiedenste Leckereien warten auf die Gäste und niemand muss lange warten. Ein eingespieltes Team, dieser TV. Hinzu kommt eine sehr schöne Strecke. Vielleicht passt es ja mal wieder auf dem Weg zu einem Urlaubsort. Ach da war ja noch was! Nach dem Mittagessen geht es gleich ins Auto um in Richtung Bühlertal zu fahren. Wir sind gespannt, was da am Samstag auf uns wartet.



Km 1,8

1. Anstieg im Wald

Durch die Wiesen kurz vor dem Ziel

Im Ziel

39. Hundseck Berglauf

Die Saison 2015 hat für mich ihren Schwerpunkt bei den Bergläufen. Der Höhepunkt bildet der 39. Hundseck Berglauf im Bühlertal. Das Bühlertal liegt im Nordschwarzwald und gehört zum Kreis Rastatt. Hier wurde zum ersten Mal 1977 ein Berglauf ausgetragen. Damit gehört der Lauf zu einem der Berglaufpioniere im Schwarzwald. Das Ziel des Laufes befindet sich am Mehliskopfturm. Die ersten 10 Jahre endete der Lauf noch am unterhalb liegenden Hundseck. Den Namen behielt man weiterhin bei.  


Hundseck Streckenbesichtigung

Hauptattraktion in diesem Jahr sind die deutschen Berglaufmeisterschaften. 2012 hatte man zum Vereinsjubiläum bereits die World Masters zu Gast. Durch die deutschen Meisterschaften hat es auch einige bekannte Gesichter aus dem Saarland und der Pfalz in den Schwarzwald verschlagen. Darunter auch Jenny und ich. Aufmerksam wurde ich schon vor vier, fünf Jahren auf diesen Lauf. Doch hat es bisher nie für eine Teilnahme gereicht. In diesem Jahr haben wir dann meinen Geburtstag zum Anlass genommen, ins Bühlertal zu fahren. Der Lauf selbst hat es in sich. Auf 9,5 Kilometer gilt es 776 Höhenmeter zu überwinden. Dies ist in keinster Weise mit den Bergläufen in unserer Nähe zu vergleichen. Auch wenn die Insider sagen, dass es im Schwarzwald keine richtigen Höhen gibt, so hab ich als Flachländer gehörig Respekt vor diesem Berg. Einen ähnlichen Berglauf habe ich vor 5 Jahren in Oberried bestritten. Damals war ich körperlich um einiges stärker. Deswegen wird meine Marschroute erst mal verhalten angegangen.

Am Start begrüßt der Sprecher die nationalen und vor allem die internationalen Spitzenläufer, ehe man das Feld pünktlich um 15:30 Uhr auf die Reise schickt. Bei bedecktem Himmel und 17°C Grad haben wir beste Voraussetzungen für einen guten Lauf. Auch befinden sich hier im Ortskern viele Zuschauer, die fleißig anfeuern. Die ersten 500 Meter verlaufen noch relativ human, bis man plötzlich links in den Sandbuckelweg einbiegt. Dort wartet die erste Wand auf die Läufer/innen. Hat man diese sehr steilen 500 Metern hinter sich gebracht, kann man es auf dem nächsten Kilometer durch den Ort rollen lassen. Die Strecke steigt nur ganz leicht an.  


Am Mehliskopf - Turm wird das Ziel stehen

Am Ortsausgang sind die Kilometer auf Asphalt gezählt. Danach folgen weitere steile Waldwege. Gleich bei Kilometer 2 geht es los. Man kann sagen, dass auf den nächsten 5 Kilometern pro Kilometer 120 Höhenmeter zu überwinden sind. Dies ist zwar gleichbleibend steil, doch kommt man schnell an seine Grenzen. Es heißt sich wirklich optimal einzuteilen um soweit es geht durchzulaufen. Ich bekomme diesen Wechsel ganz gut hin und traue mir eine für mein Gewicht gute Zeit zu. Das Gewicht ist hier ein interessantes Thema. Ich habe noch keinen Lauf gesehen, bei dem so trainierte Läuferinnen und Läufer an den Start gegangen sind wie heute. Ob das an den Meisterschaften liegt oder daran, dass die Hobbyläufer/innen sich einen Start am Berg nicht zu trauen? Man(ich) könnte glatt ein schlechtes Gewissen haben, wenn man an das Schlemmen der vergangenen Tage zurückdenkt. Naja, ich rede mir diese Tatsache mit dem wohlverdienten Urlaub gut, den wir hier über das verlängerte Wochenende verbringen.

Start im Bühlertal

Zurück zum Lauf. Nach 6 Kilometern kommt das Ziel für die Weibliche U20. Diese Meisterschaften werden zum ersten Mal ausgetragen. Die U20 - Meisterschaft der Frauen/Mädels darf nicht über die komplette Distanz ausgetragen werden. Deshalb befindet sich hier bereits das Ziel. Ob ich auch als U20 – Mädel durchgehe? Reichen würde es mir schon, denn bis hier hin konnte ich ganz gut mithalten. Ich versuche es erst gar nicht als U20 – Frau ins Ziel zu laufen, ich würde bestimmt disqualifiziert….

Ab Kilometer 7 folgt der einzige Kilometer, der zu etwa 80% leicht bergab geht. Hier folgt mein flottester Kilometer mit einem 5er Schnitt. Ein Laufkollege aus dem Schwarzwald deutet mir an, dass ich nicht übertreiben soll. Er sagt in etwas Folgendes: Nied zu schnell, du häschds foschd gschafft abba do kimmt noch woas.


50 Meter vor dem Ziel am Turm

Ich bin ihm dankbar, übertreibe aber trotzdem. Der letzte Kilometer bis zum Mehliskopf – Turm verläuft auf einem sehr schmalen und steinigen Pfad. Zuvor folgt noch ein kleines, wie wir Saarländer sagen Pädsche am Skihang vom Mehliskopf. Hier gehen die meisten. Für mich folgt ein Wechsel von Laufen und Gehen. So kann ich noch ein, zwei Läufer überholen. Kurz bevor man aus dem Wald kommt steht bereits Jenny. Dort muss ich noch einmal richtig laufen, denn sie macht fleißig Fotos. Danach sind es nur noch 50 Meter bis man auf die Lichtung am Turm bzw. dem Ziel kommt.

Mit 1:15 Std. bleibt die Garmin stehen. Für einen Geburtstagslauf möchte ich nicht meckern. Der ganze Lauf war eine einzige Herausforderung für mich. Mit Jenny zusammen haben wir tolle Tage im Bühlertal verbracht. Vielleicht kommen wir in ein paar Jahren wieder. Zuvor möchten wir aber noch andere Bergläufe auf nationaler Ebene kennenlernen. Wer weiß, was da alles noch kommt. Hoffentlich bleiben wir noch lange gesund, denn bei welchem Sport kann man unsere Umwelt so intensiv wahrnehmen als bei unser aller Lieblingssport.


Im Ziel

08.05. & 10.05.2015
Volkslauf Höheinöd & Hartfüßler - Trail


Freitags in Höheinöd

Früher bin ich am Freitagabend nur in Richtung Pfalz gefahren, wenn der FCK spielte. Heute geht es direkt nach der Arbeit in Richtung Pfalz zum Laufen. Genauer gesagt geht es in die Sickingerhöhgemeinde nach Höheinöd. Dort findet bereits zum 43. Mal der Volkslauf des SSV Höheinöd statt. Dies ist ein ganz kleiner Lauf. Was heißt ganz klein, wenn wie heute Laufladencupzeit ist, dann herrscht hier für die einheimischen Verhältnisse Hochkonjunktur.  Es dürften wohl so um die 150 Starterinnen und Starter sein, die sich ebenfalls zum Laufen nach Feierabend hier eingefunden haben. In anderen Jahren sind es auch mal nur 60.

Gemütlich ist es in der Pfalz beim Volkslauf. Es gibt jedoch keine Komfortzone. Es ist eher rustikal. Keine Voranmeldung, kein großes Tamtam. Einfach nur Volkslauf. Genau dies ist es, was mir hier so gut  gefällt. Man läuft sich ein, quatscht ein wenig mit bekannten Gesichtern und unkompliziert erfolgt der Startschuss ohne große Ansprache. Der Start ist am Sportheim. Ein etwas in die Jahre gekommenes aber liebevolles Gelände. Von dort geht es immer bergauf Richtung Höheinöd und durch den Ort bis zum Waldrand, der sich oberhalb des Ortes befindet.

Bis dahin hat man knapp 2,5 Kilometer hinter sich gebracht. Mit Bergablauf könnte ich mit einer 53er Zeit zufrieden sein. Der Wald befindet sich auf der Sickingerhöhe. Hier ist es eher flach. Nach weiteren zwei Kilometern  kommt man wieder zurück zum Ortsrand. Dort gilt es auf asphaltiertem Untergrund Tempo zu machen, um den Zeitverlust zu kompensieren. Hier und da feuern vereinzelt Anwohner an.  Hinter der Villa in der Langgasse geht es dann in die Flurwiesen von Höheinöd hinaus. Der Himmel ist heute sehr bewölkt bei ca. 15°C Grad. Noch hält das Wetter, doch könnte es knapp werden um trocken ins Ziel zu kommen.

Es sind noch fast 3 Kilometer und ein Anstieg für mich. Es läuft wirklich locker heute. Außerdem hab ich einen herrlichen Blick in die Täler um die Sickingerhöhe. Das macht Laune. Ich freue mich sogar auf den letzten Anstieg bei Kilometer 9. Schön, dass auch hier wieder ein paar Zuschauer stehen und ordentlich in die Hände klatschen. So kommt es, dass ich meinen Vorsprung halten kann. Oben auf der Kuppe angelangt sind es nur noch 500 Meter bis zum Ziel auf dem Sportplatz. Mit 53:08 Minuten ärgere ich mich im ersten Moment, dass ich am Anstieg nicht noch die 9 Sekunden rausgelaufen habe. Nach einem Tee ist es mir aber egal, denn die schönsten Läufe der Saison warten in der nächsten Woche auf uns. Dann geht es am Donnerstag nach Wössingen zum Himmelfahrtslauf. Den laufe ich zusammen mit Jenny, um dann am Wochenende meinen Geburtstagslauf beim Hundseck Berglauf im Bühlertal zu bestreiten.

So ein“ Freitags- nach- der. Arbeit- Lauf“ hat was. Schade, dass es davon nicht so viele gibt. Der Lauf in Höheinöd ist noch einer der echten Volksläufe, die ich nur empfehlen kann, wenn man mal Lust auf einen Lauf ohne viel Komfort hat. So kann man das Wochenende auch mal einläuten.


10.05.15
4. RAG - Hartfüßler Trail

Den Wochenendausklang bildet der 4. Hartfüßler – Trail in von der Heydt. Da ich diese Woche viele Kilometer gemacht habe und ich mich, wie schon erwähnt, für den Hundseck – Berglauf zurückhalten will, muss Jenny alleine ran.

Auf alten Bergmanspfaden (Hartfüßlerwegen) geht es für die 58 km-, 30 km-, 14 km- und 7,5 Kilometerläufer/innen durch den Urwald bzw. den Stadtwald von Saarbrücken. Historisch ist es und so warte ich auf der alten Halde Viktoria in Püttlingen auf das Läuferfeld. Jenny hat sich für die 14 Kilometer entschieden und sieht auf dem Gipfel noch relativ entspannt aus. Die 14er Runde geht in einer Schleife aus von der Heydt über Püttlingen, Riegelsberg wieder zurück zum Start- / Zielbereich.

Für die Ultra – Trailer bildet diese Schleife nur den Auftakt durch den riesigen Saarkohlewald. Für alle anderen bilden die weiteren Distanzen einen prima Einstieg um mal am Traillaufen bzw. Ultralaufen zu schnuppern. Jenny scheint es bei herrlichem Sonnenschein und 20° C Grad viel Spaß zu machen durch den dichten Wald mit den ehemaligen Grubengeländen zu laufen.

Nach der Halde fahre ich zurück nach von der Heydt. Diese kleine Bergbausiedlung ist noch sehr gut erhalten. Alle Gebäude werden von den Besitzern liebevoll gepflegt. Schade nur, dass die alten Gärten nicht mehr gepflegt werden. Diese hat man, wenn sie nicht zugewachsen sind, der Zeit angepasst. Ein Garten in der heutigen Zeit wird nur noch selten landwirtschaftlich genutzt. Wozu auch? Im Supermarkt gibt es alles und das zu jeder Zeit. Vielleicht war es früher gar nicht so schlecht als Selbstversorger. Zumindest hielten die Leute zusammen und die Zeit war nicht so schnelllebig.  

Naja wir Läufer/innen leben auch intensiver. Von daher entschleunigen wir ohnehin.  So geschehen beim Zieleinlauf von Jenny. Die ganze Zeit hat sie sich mit Moni und Karin von den Mittelpunktläufern bei diesem schönen Landschaftslauf angeschlossen. Es scheint so, als hätten die Mädels viel Spaß auf der Strecke gehabt. Zumindest, wenn man sich die u.a. Fotos so ansieht.

 
 
 

18.04.2015
7. Radweglauf in Hermeskeil

Da morgen die Marathon - Saarlandmeisterschaften in St. Wendel anstehen und dies  eventuell recht hektisch werden kann, habe ich mich kurzentschlossen nach Hermeskeil zu düsen. Dort findet der 7. TEBA Radweglauf auf dem Ruwer – Hochwald – Radweg statt. Bei bestem Laufwetter (Sonne, leichter Wind, 13°C Grad) freue ich mich auf die klassische 15 Kilometer- Distanz. Ich frage mich oft, weshalb es diese Streckenlänge nur noch so selten gibt. Außer beim Silvesterlauf in Werl und hier in Hermeskeil bin ich noch nie 15 Kilometer gelaufen. Eigentlich schade, doch heute haben die Läufer/innen lieber die Angabe von 10 Meilen. Klingt vielleicht besser.

Wie dem auch sei, in Hermeskeil war ich schon einige Male. Die Strecke ist seit der letzten Teilnahme 2013 leicht verändert. Man hat den Start- Zielbereich zum Bahnhof hin 400 Meter  vorgezogen. Dadurch läuft man schon etwas früher auf dem Radweg. Für die Streckentopographie macht dies keinen Unterschied, doch hat man etwas mehr Zuschauer, auch ist das Ambiente viel schöner als das alte. Saarländer sieht man heute aber so gut wie keine. Die sind wohl alle für Morgen in St. Wendel gemeldet. Einen Einbruch der Teilnehmerzahlen dürfte es laut Sprecher trotzdem nicht geben, denn so um die 150 Läuferinnen und Läufer seien auch heute am Start. Diese Zahlen hatte man in den letzten Jahren schon erreicht.

Für den Lauf selbst hab ich mir keine Zeit vorgenommen. Zumindest sagt sich das immer leicht. Nachdem ich die ersten 3,5 Kilometer überstanden habe, juckt es schon etwas. Bis dahin geht es stetig leicht bergan. Ich kenne das Profil sehr genau und weiß, dass ich mit dem aktuellen Schnitt gut unter 1:23 Std. landen würde. 1:23 war mein negativer Höhepunkt auf dieser Distanz beim Silvesterlauf in Werl.  Von hier an geht es jetzt den Berg hinab Richtung Rheinfels. Dies bedeutet ein weiteres Zeitpolster. Der Wendepunkt liegt hinter Rheinfels. Bis dahin schaffe ich ganz knapp über 40 Minuten. Könnte heute sogar seit langer Zeit wieder eine Zeit unter 1:20 drin sein? Wohl  kaum, da man auf dem Rückweg durch Kraftverlust eher länger braucht.

In Rheinfels stehen auf dem Rückweg vereinzelt Zuschauer, die kräftig anfeuern. Schade, dass es nicht mehr sind, denn die Teilnehmer/innen und die Veranstalter hätten es verdient.  Der Lauf ist sehr liebevoll organisiert und im Anschluss findet in der Sporthalle von Hermeskeil die große Siegerehrung mit Tombola statt. Alle anderen Wettbewerbe werden ebenfalls großzügig geehrt. Jetzt aber zurück zum Lauf, denn von Kilometer 9 bis 11 heißt es drauf halten,  was noch geht. Hier wartet der letzte leichte Anstieg. Dieser ist zwar nicht steil, doch ohne Salz in den Beinen würde man zu viel Zeit verlieren und unter 1:22 möchte ich jetzt schon noch bleiben. Es gelingt mir trotz Gegenwind erstaunlich gut,  recht gut den Hügel zu erklimmen. Von dort aus sind es nur noch 4 Kilometer bis ins Ziel. Heute kann nichts mehr passieren. Die Beine spielen optimal mit. Im Ziel wäre um ein Haar sogar die 1:20 gefallen. Diese muss jetzt in Werl nach zwei Jahren wieder dran glauben. Bis dahin ist noch viel Zeit zum Trainieren.

Da als nächstes der Saisonhöhepunkt wartet, wird es aber kein Tempotraining mehr geben. Der Höhepunkt ist der Hundseck Berglauf. Deshalb folgen im Training überwiegend Höhenmeter. Bis zum 16. Mai werden die Volksläufe als flotte Einheiten  genutzt.


Vor dem Radweg in Hermeskeil
Im Hintergrund verläuft die 7,5 Kilometer lange Wendepunktstrecke nach Rheinfels.

11.04.2015
3. Hoxberg Berglauf

2013 ins Leben gerufen, findet der Hoxberg Berglauf keine große Anhängerschaft. Unter der Woche waren die Voranmeldezahlen sehr überschaubar. Der TV Lebach macht hier einen ganz tollen Job, doch leider hat man im Saarland den Eindruck, dass  die Bergläufe nicht angenommen werden. Zugegeben, im Frühjahr trainieren die meisten noch für Langdistanzen. Die Marathons stehen bald vor der Tür, doch eine kleine Krafteinheit kann man doch immer einbauen.

Als wir in Lebach ankommen, sieht es dann doch besser aus als befürchtet. Um die 50 Läuferinnen und Läufer haben sich am Fuße des Hoxberges versammelt. Das Motto für den TV Lebach sollte durchhalten heißen. Vielleicht findet der Berglauf im Saarland  in den nächsten Jahren doch noch seine eigene Nische. Momentan muss man mit klein aber fein zufrieden sein und fein bezieht sich rein auf den TV. Mit wenigen Helfern gibt man hier wirklich alles, was das Volkslaufherz begehrt.  Reibungsloser Ablauf, bei gut gelaunten Organisatoren.

Der Lauf selbst beginnt am Schulzentrum von Lebach. Nach einer kleinen Einführungsschleife am Berg geht es auf die Strecke des Kaltenstein – Crosslaufs, der  im Winter veranstaltet wird. Der zweite Anstieg folgt bei Kilometer 2. Dieser hat es mit 1,5 Kilometern Länge in sich. Für mich ist dies der Härtetest für den Hundseck Berglauf im Schwarzwald. Leider kann ich den Haldenlauf Ende des Monats nicht mitlaufen, so dass ich hier noch einmal auf Wettkampfniveau teste. Nach einer Woche Urlaub mit vielen Trainingskilometern sind die Beine nicht mehr ganz so fit. Trotzdem fühle ich mich ganz gut. Ich bin immer von zwei, drei Läufern/innen umgeben. Bei dem kleinen Feld heute hält es dies das Tempo immer relativ hoch.

Jenny ist ebenfalls auf der Strecke und hat das Motto ankommen. Der Berglauf in Lebach ist für meinen Geschmack auf Grund der Länge doch der schwerste im Saarland. Gerade mit den vielen Bergab - Passagen macht es das Anlaufen an den steileren Rampen nicht einfach. Von Kilometer 6 bis 8,5 geht es dann stetig bergauf. Immer durch die Wälder am Hoxberg. Landschaftlich sehr reizvoll, aber halt nicht  einfach. Unterwegs kommt man über die Himmelsleiter, welche ihrem Namen alle Ehre macht.

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Genau am Kilometerpunkt 8,5 heißt es aber besonders aufzupassen. Hier kann man sich leicht verlaufen. Es geht nicht wie vermutet die kleine Treppe hinauf, sondern  nochmals die Treppe hinunter. Dort wartet nochmals fast ein Kilometer bergab auf uns. Da brennen dem Einen oder Anderen schon mal die Oberschenkel. Wer jetzt meint, es wäre bei Kilometer 9,6 gelaufen, den wird  vielleicht eine Träne kommen, wenn er die zwei Rampen zum Ziel hinauf sieht. 400 Meter scheinen beim Lesen nicht schwer zu sein, doch empfehle ich jedem Leser den Angriff auf den Hoxberg selbst einmal zu bewältigen. Dann wird man verstehen was es heißt, das letzte Wiesenstück ins Ziel zu bewältigen. Nach 69 Minuten bin ich etwas schneller im Ziel als 2013, was mich nach dieser Trainingswoche sehr zufriedenstellt. Jetzt heißt es, sich im Training den Feinschliff für den Hundseck zu besorgen. Einige Minuten später kommt auch Jenny an der Wiese an. Mit viel Jubel wird sie von einigen Helfern und Läufern ins Ziel applaudiert. Das macht Lust auf  Berglauf und trotz dessen, dass sie die Schlussläuferin war, ordentlich Selbstvertrauen für die weitere noch junge Laufsaison 2015.

29.03.2015
12. Freiburg Marathon


Auf geht´s Thoschden!!! So hallt es auf den 42,195 Kilometern durch das frühlingshafte Freiburg. Angenehme 18°C Grad, eine bunte Flora und Fauna begleiten mich auf dem fast tänzerischen Lauf durch die schöne Stadt im Breisgau. Regelrecht leichtfüßig fliegen die Kilometer dahin. Zu meiner Überraschung bin ich weit vorne in der Spitzengruppe bei den Kenianern.

Es klingt alles so gut bis mich Jenny aus meinen Gedanken reißt. Sie meinte, dass ich bloß nicht auf die Idee kommen sollte, morgen auf Marathon umzumelden. Die 30 Mitfahrer/innen im Bus möchten ja schließlich am Sonntag noch vor Einbruch der Dunkelheit ins Saarland zurück fahren. Denn sonst kämen sie nicht rechtzeitig am Montag zu ihren Arbeitsplätzen. Was kann es schöneres geben als eine Frau an der Seite, die ehrliche und direkte Antworten gibt. Es gibt Momente in denen ein Mann keine ehrliche Antwort hören will….

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Ein Tag vor dem Lauf

Am Sonntag bestätigt sich von meinen Gedanken nur, dass man meinen Namen im Breisgau als Thoschden ausspricht. Ansonsten ist es einfach nur kalt. Nicht mal Kenianer haben sich hierhin verirrt. Ein böiger Wind lässt die 11°C Grad zudem viel kälter erscheinen. Ach ja, die Blumen blühen hier doch schon. Wenigstens auf die Natur ist Verlass. Als wir vor drei Jahren hier waren gab es noch Sonne satt.

Ich hatte mich in den letzten Wochen sehr auf diesen Lauf gefreut. Doch irgendwie will keine richtige Stimmung bei mir aufkommen. Selbst beim Getümmel am Start komme ich nicht so recht in die Gänge. Der Lauf selbst beginnt ziemlich verwinkelt auf den ersten Kilometern durch die Stadt. Beim Blick auf die Uhr läuft es vom Tempo her trotzdem gut. Immer deutlich unter 5:30 Minuten. Normal müsste ich eine Zielzeit von 1:55 Std. anvisieren. Da ich jedoch keine längeren Läufe gemacht habe und mir diese Distanz nicht wirklich liegt, sind unter 2 Stunden wohl realistisch. Ich möchte bis zur Streckenhälfte einen Schnitt von deutlich unter 5:30 Min/km halten. Auch dies scheint vorzüglich zu klappen.

Bis zum Stadtzentrum läuft man ständig im dichten Pulk von Läufern/innen. Schon früh wird man durch Zuschauerpunkte angefeuert. Wo die wohl ihre Motivation bei dem Wetter herholen ist mir schleierhaft. Umso mehr spornen mich die unentwegten Zuschauer an, doch noch Spaß am heutigen Lauf zu finden. Je näher man in die City kommt, umso größer wird die Unterstützung. Kurz vor der Fußgängerzone geht es dann wieder raus in Richtung Stadion des SC Freiburg. An der Dreisam entlang zieht es sich hinaus. Auch hier stehen wieder viele freundliche Helfer und Zuschauer. Die Organisation in Freiburg ist echt top und alle spielen mit.

Ganz flach ist die Strecke allerdings nicht. Sie zieht sich an der Dreisam entlang, vorbei am Trainingsgelände des SC bis kurz vor das Bundesligastadion. Von dort geht es in einem kleinen Bogen zurück in die Stadt. An dieser Stelle hat man dann die Hälfte der Distanz hinter sich. Die Zielzeit ist mit etwa 1:53 Std. deutlich unter dem 2 Stundenziel. Vergessen darf man nicht, dass mir die langen Läufe fehlen. Von daher werde ich auf der zweiten Streckenhälfte noch einiges an Zeit einbüßen müssen.

Bei Kilometer 15 kommen wir wieder zurück in die Stadt. Durch das Wahrzeichen Freiburgs, dem Freiburger Münster, verläuft die Strecke wieder verwinkelt über Kopfsteinpflaster. Hier ist der Moment, an dem meine Waden dran glauben müssen. Mir fällt es extrem schwer auf solchen Untergründen zu laufen. Zudem ist durch den leichten Regen, der Untergrund sehr glitschig. Man muss höllisch aufpassen. Ich bin heilfroh, nicht den ganzen Marathon laufen zu müssen. Trotz des harten Untergrundes bleibt mein Kilometerschnitt immer knapp unter einem 5er Schnitt, was mich etwas überrascht. Vielleicht hätte ich doch etwas gezielter trainieren sollen, doch kann man nicht jede Streckenlänge vorbereiten. Nicht umsonst ist die Saison 2015 für mich eher eine Berglaufsaison.

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Stürmischer Zieleinlauf

Bis zum Ziel wartet nur noch eine Brückenüberquerung am Bahnhof, die die Waden noch einmal an ihre Grenzen bringt. Dann folgen noch einige längere Geraden, die mit vielen Zuschauern und mehreren Rockbands bestückt sind. Dies macht das Finale recht kurzweilig. Am Zieleinlauf wartet bereits Jenny, halb verfroren auf mich. Sie hat heute den härtesten Job, denn sie konnte leider nicht mitlaufen und war somit komplett der kalten Schwarzwaldbrandung ausgesetzt. Mit 1:58 Std. kann ich recht zufrieden sein, denn ich habe das Hauptziel sicher unterbieten können.

Leider ist es noch windiger geworden. Nach dem Lauf gehen Jenny und ich noch eine Kleinigkeit essen, um dann im Bus auf die anderen zu warten. Es ist schon praktisch, wenn man im Zielbereich sein Sachen hat bzw. im warmen sich aufhalten kann. Die armen Marathonis sind dem Wind heute auf zwei Runden ausgesetzt.

Irgendwie bleibt ein merkwürdiges Gefühl zurück. Bisher war der Marathon in Freiburg für mich immer ein reizvolles Laufziel. Verbunden mit einem Abstecher im Schwarzwald gab es kaum was schöneres, doch irgendwie ist die Lust an Großveranstaltungen gesättigt. Über 11.000 Teilnehmer/innen waren heute unterwegs. Ich glaube in nächster Zeit werden wir vermehrt an klassischen Volksläufen teilnehmen. Diese haben noch immer ihren Reiz auf Jenny und mich. Die Lust, an großen Veranstaltungen teilzunehmen kommt schon von alleine wieder. Zunächst wartet jetzt aber der Osterlauf auf uns. An dieser Stelle berichten wir erst wieder nach dem Hoxberg Lauf in Lebach. Dann hoffentlich wieder mit Frühlingswetter.

21.03.2015
18. Nanstein Berglauf

So langsam nimmt die Berglaufsaison Fahrt auf. Höhepunkt in diesem Jahr wird der Hundseck Berglauf im Mai sein. Heute steht jedoch der 18. Nanstein Berglauf auf dem Terminplan. Zum 6. Mal geht es für uns bereits hierhin. Dieser Lauf ist wohl der leichtestes Berglauf des Pfälzer Berglauf Pokals. Mit nicht ganz 7 Kilometern knapp über 300 Höhenmetern endet der Lauf auf der historischen Burg Nanstein.

Mit Gefühl möchte ich den Lauf angehen. Klingt blöd, ist aber so. Einfach so am Rand zwischen Vollgas bzw. doch noch locker, möchte ich einfach den Spaß am heutigen Lauf haben. Stress habe ich mir bei den letzten Läufen zum Jahresanfang schon gemacht. Bei bedecktem Himmel und 10°C Grad ist das Laufwetter zudem ideal. Jenny behauptet hier etwas anderes. Die Geschmäcker sind halt verschieden. Doch muss man sich gleich in einen dicken Mantel hüllen um den Gipfel zu erklimmen? Jeder wie er oder sie es braucht.

Kommen wir zum Lauf selbst. Die Strecke führt vom Schulzentrum in leichten Wellen zum ersten steileren Anstieg hinauf. Dieser folgt nach 2 Kilometern. Nach einem weiteren Kilometer durch den schönen Wald, oberhalb von Landstuhl geht es gleich wieder den Berg hinunter.  Der Berg, auf dem die Burg thront, ist leider nicht besonders hoch. So nimmt man quasi zwei Anläufe um Höhenmeter zu machen. Auch beim Bergablauf ist es etwa eine Streckenlänge von einem Kilometer, auf der man wieder Zeit gutmachen kann. Da ich beim Start ganz hinten war und mich heute sehr gut einteilen kann, bin ich auf jedem Streckenabschnitt am Überholen.

Nach dem zweiten steileren Anstieg kommt man schon fast an der Burg selbst an, doch auch hier geht es wieder den Berg hinab um zum dritten Anstieg bei Kilometer 6,3 zu gelangen. Als Finale wartet der Schlossberg. Hier sind noch ein paar kleinere Serpentinen zu bewältigen, ehe der herrliche Zieleinlauf in die Burg aus dem 12. Jahrhundert folgt.

Wie in den bisherigen Jahren zuvor war der Berglauf mit 42 Minuten sehr kurzweilig. Die Marschroute ging perfekt auf. Da ich nicht am Anschlag gelaufen bin, erhoffe ich mir morgen einen längeren Lauf für Freiburg. Dort ist keine Zeit geplant, doch möchte man(n) gut durchkommen beim Halbmarathon. Jenny war mit ihren 51 Minuten ebenfalls sehr zufrieden. Einziger Wehrmutstropfen war ein Missgeschick beim Auslaufen. Durch einen Fehltritt hat sie jetzt eine leichte Bänderdehnung. Bleibt zu hoffen, dass diese schnell ausheilt, denn die Berglaufsaison hat gerade erst begonnen.

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Zweiter Anstieg (Quelle: llg-landstuhl.de)

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Jenny beim 2. Anstieg (Quelle:llg-landstuhl.de)

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Im Ziel

14.03.2015
4. Schweicher Fährturmlauf

Erst zum vierten Mal ausgetragen, gibt es bereits vor dem Start die Info, dass  heute ein neuer Teilnehmerrekord gebrochen wird. Über 1.000 Teilnehmer/innen gehen auf die schnelle Wechselpunktstelle an der Mosel. Dieser Lauf ist für mich einer von drei Saisonzielen. Eigentlich war die Ausgangssituation unter 50 Minuten zu laufen. So gut verlief die Vorbereitung seit Silvester jedoch nicht. Nach der Generalprobe vom vergangenen Wochenende sollten nur 52 Minuten möglich sein. Dies wäre immerhin die schnellste Zeit seit 1,5 Jahren. Beim Laufen kann man sich nicht selbst bescheißen und deshalb nehme ich diese Zeit als Marschrichtung.

Der Start befindet sich auf der Tartanbahn des Schulzentrums Schweich. Von dort geht es vorbei am Freibad hinunter zur Mosel. Man sollte sich auf den ersten 500 Metern keinen Stress machen, denn es ist sehr eng auf dem Weg zur Mosel. Zudem macht eine kleine Unterführung bei dem großen Teilnehmerfeld das Laufen nicht einfacher. Spätestens am Fährturm kann man aber gut durchstarten. Übrigens war der Fährturm bis ins 18. Jahrhundert in Betrieb, dann wurde die Moselbrücke errichtet und der Turm gilt seitdem als ein Wahrzeichen der Region Trier.

Der Weg an der Mosel ist immer noch recht schmal. Die Topographie ist sehr flach und somit super schnell. Vorbei geht es am Yachthafen, der Wallfahrtskapelle, dem Meulenwald und der Ortschaft Quint. In Quint folgt der Wendepunkt bei Kilometer 4,6. Für mich heißt es bereits auf die Zähne beißen. Aktuell befinde ich mich noch bei einer Zielzeit unter 52 Minuten. Auf dem Rückweg merkt man an dem leichten kühlen Gegenwind, dass es doch noch nicht so mild in unseren Breitengraden ist, wie die Sonne vielleicht vermuten lässt. Bei ca. 8°C Grad fühlt sich der Wind verdammt frostig an.

Am Fährturm liege ich noch voll auf Kurs. Zusammen mit Dieter vom LV Merzig, der heute etwas langsamer macht und ebenfalls über die Landesgrenze gekommen ist, konnte ich das Tempo auf dem Rückweg ganz gut halten. Jetzt folgt noch ein kleiner Schlenker zum zweiten Wendepunkt, denn wenn man nur 4,6 Kilometer zum ersten Wendepunkt hat, dann fehlen logischer Weise noch 800 Meter um auf 10 Kilometer zu kommen. Um es kurz zu machen: die Zielzeit von 52 konnte ich mit 51:55 Minuten gut unterbieten. In diesem Bereich bin ich zuletzt 2012 beim Silvesterlauf in Kottweiler-Schwanden unterwegs gewesen. Das Laufen auf Zeit ist mit meinem idealen Läuferkörper jedoch so eine Sache. Ich verschiebe den nächsten flotten Lauf auf den Sommer. Jetzt laufe ich erst mal wieder aus Spaß. Diese Möglichkeit ergibt sich bereits nächsten Samstag beim Nanstein Berglauf in Landstuhl.

08.03.2015
10. Merziger Citylauf

Mit 10°C Grad über Null und herrlichem Sonnenschein herrschen geradezu ideale Laufbedingungen. Mit sehr viel Lust düse ich über die Autobahn in Richtung Merzig. Sollte ich vielleicht doch die 10km laufen? Nee! Geht nicht! Der 5er ist heute die Generalprobe für nächsten Samstag, dann wartet der 4. Schweicher Fährturmlauf. Ich laufe nicht viele schnelle Läufe im Jahr aber ein flotter 10er im Jahr muss es sein und der ist dieses Jahr nunmal in Schweich.

In Merzig gab es bis in das vergangene Jahr eine interessante Laufserie (Saarschleifen-Cup). Dieser bestand aus vier unterschiedlichen Distanzen. Dazu gehörte auch der 5 Kilometerlauf des Merziger Citylaufes. Der eigentliche Hauptlauf geht über 10 Kilometer. Leider gibt es den Cup seit diesem Jahr nicht mehr und so kommen bei dem schönen Wetter nicht ganz so viele zur Anmeldung wie in den letzten Jahren. Trotzdem steht ein gutes Feld am Start vor der Sporthalle des “Gymnasiums am Stefansberg“.

In Merzig gibt es eine 5 Kilometerrunde, die nach uns von den Hauptläufer/innen zweimal gelaufen werden muss. Hinter der Startlinie geht es ein kurzes Stück bergab ehe sich eine kleine Brückenüberführung  in den Weg stellt. Diese nimmt man kaum war, was auf dem Rückweg  komplett anders sein wird. Aber dazu später mehr. Hinter der Brücke laufen wir zur Saar hinunter. Ein herrlicher Ausblick wartet auf das Feld. Man muss jedoch schon höllisch aufpassen, dass man hier nicht zu schnell angeht. Das kleine Stück bergab verleitet extrem zum Schnelllaufen. Ich merke dies wieder einmal etwas zu spät. Bei Kilometer 1 habe ich einen 4:30er Schnitt, welchen ich gerne ins Ziel retten würde. Bei mir heißt dies stetig 5:00 zu laufen. Normalerweise schreibe ich nicht so viel über Zeiten aber heute ist das anders. Den heutigen Schnitt nehme ich mit nach Schweich.

Leider entgeht einem so viel von der Strecke, wenn man am Anschlag läuft. Nach der Saar geht es weiter mit Landschaft bzw. Frühjahrsblumenpracht, denn es folgt der Merziger Stadtpark. Hinter diesem Park liegt übrigens im September das Ziel des Saarschleifen – Marathons. Dieser Marathon fällt für 2015 leider aus. Bleibt zu hoffen, dass er 2016 eine Neuauflage erfährt.

Zurück zum heutigen Lauf. Nach dem Park geht es eine Runde durch die eigentliche City. Nach der Fußgängerzone geht es durch die Straße im Werthchen zurück zum alten Leinpfad und von dort hinter dem Blätterbornstadtion vorbei zum Merziger Tierpark. Vorbei am Teich, dem Vogelhaus und dem Affenhaus. Wie im Affenhaus fühle ich mich auch. Km 2 & 3 konnte ich genau in 4:59 halten. Der 4. Kilometer war mit 5:08 leicht über dem gewünschten Schnitt. Hinter dem Tierpark folgt noch einmal die kleine Brücke. Ich merke schon, dass ich unter 25 einlaufen kann. Das bedeutet wieder eine bessere Form als 2014 und 2013. Im Ziel stehen auf der Uhr genau 24:45 Minuten. Von den alten Zeiten bin ich noch weit weg. Gerne wäre ich jetzt schon soweit, doch man sollte auch mit kleinen Schritten froh sein. Das bin ich heute und gehe somit Schweich realistisch an. 52 Minuten müsste ich eigentlich wieder laufen können. 51 wären genial. So bleibt noch Luft genug, um vielleicht im Sommer ein zweites Mal für diese Saison auf 10 zu trainieren, um nach vielen Jahren wieder mal unter 50 Minuten zu kommen. Wie dem auch sei, nach Schweich wird erst mal wieder entspannt bei Volksläufen gelaufen.  Dann sieht man auch nicht so zerstört aus wie auf dem zweiten Foto (siehe unten).

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Nach Km1 und kurz vor dem Ziel

21.02.2015
23. Int. Donnersberglauf

Endlich Wochenende! Es ist Samstag und der dritte Lauftag des Jahres steht an. So langsam kommt die Saison ins Rollen. Da diese Saison nicht nur aus Spaßläufen besteht, folgt heute mit dem Donnersberglauf ein erster ernster Berglauf des Jahres. Das langfristige Ziel ist der Hundseck- Berglauf im Bühlertal an meinem Geburtstag im Mai. Bis dahin stehen neben dem heutigen Lauf noch drei kleine Bergläufe als Generalprobe auf dem Programm. Jenny beginnt diese Saison erst wieder damit, den Spaß am Laufen zurück zu finden. Letzte Woche war dies ein erster Anfang beim Faschingswaldlauf in Bad Dürkheim. Da wir den Donnersberglauf zum ersten Mal besuchen, kann ihr Ziel nur ankommen heißen. 

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Unglaublich sind für unseren Geschmack die Teilnehmerzahlen einiger Bergläufe in der Pfalz. So tummeln sich heute knapp über 400 Teilnehmer/innen am Bürgerhaus in Steinbach. In den Vorjahren hatte man schon Zahlen von über 500 erzielen können. Heute spielt sicher das Wetter nicht ganz mit. Bei nassem Wetter mit knapp über 0°C Grad zieht es noch nicht Jeden zu den Läufen.

Pünktlich um 15 Uhr erfolgt der Startschuss. Das starke Teilnehmerfeld schlängelt sich durch die engen Gassen von Steinbach zum Ortsausgang hin. Vereinzelt kommt es zu kleinen Staus, denn die Straße ist recht eng. Trotzdem bleibt das Feld gelassen. Ich selbst starte sehr weit hinten um abzuwarten, was da heute auf mich zukommt. Von Beginn an geht es bergauf. Meine Beine fühlen sich erstaunlich gut an, aber ich möchte auf der unbekannten Strecke kein Risiko eingehen. Ich kann ständig überholen, bin aber gewarnt vom Streckenprofil, das bereits bei der Anmeldung aushing. Erst bei Kilometer 4 beginnt der Berglauf richtig und genauso soll es kommen. Denn am Ortsausgang von Dannenfels verabschiedet eine Sambagruppe die Läufer/innen in den steilen Anstieg zum Donnersberg hinauf.

Von jetzt auf gleich verlangsamt sich der Schritt. Konnte ich vorher noch recht locker einen 5er Schnitt halten, so schnellt die Uhr teilweise bis auf 8 Minuten pro Kilometer zurück. Mein gutes Laufgefühl bleibt und ich kann weitere Läufer überholen, die jetzt teilweise gehen müssen. Bei Kilometer 6 läuft es dann wie von selbst. Auf einem etwas flacheren Stück ziehe ich automatisch an. Ich ärgere mich, denn ich hätte heute vielleicht noch einen Tick schneller laufen können. Der Donnersberglauf hat nur 7 Kilometer. Hätte ich mich da mehr verausgaben müssen? Jedenfalls ist es ein optimaler Vorbereitungslauf für den weitaus schwereren Hundseck- Berglauf im Mai. Von daher entwickelt sich für mich ein zufriedenes Gefühl und ich kann auf dem letzten Kilometer noch den Weitblick in das Tal um den Donnersberg genießen. Unterhalb des Zieles am Ludwigsturm stehen dann auch wieder Zuschauer, die eifrig anfeuern. Nur auf den letzten 200 Metern heißt es aufpassen, denn hier liegt eine geschlossene Schneedecke. Doch selbst an diesem Stück reicht die Konzentration locker aus um nicht zu stürzen. Mit 47 Minuten kann ich hervorragend leben und auch Jenny hat die Vorgabe, anzukommen und mit Spaß dabei zu sein, optimal erfüllt.

Wir sind beide vom top organisierten Lauf mit schöner Landschaft auf einer kompletten Asphaltstrecke begeistert. Uns war nur nicht bewusst, dass es in der Pfalz so steile Anstiege gibt wie auf den letzten 3 Kilometern des Donnersberglaufes. Zurück geht es hier auf Schusters Rappen. Wir nutzen den Rückweg zum Auslaufen, um dann im 7 Kilometer entfernten Münchweiler zu duschen und uns zu stärken. Die restlichen

Bergläufe bis Mai sind folgende:

21.3. 18. Nanstein Berglauf

11.4. 3. Hoxberg-Berglauf

26.4. 3. Garten Reden Haldenlauf

14.02.2015
11. Bad Dürkheimer Faschingswaldlauf

2004 noch auf verkürzter Strecke starteten beim 1. Faschingslauf noch rund 200 Läuferinnen und Läufer. 2015 hat sich der Waldlauf weiterentwickelt. Mittlerweile kommen die Teilnehmer aus der ganzen Pfalz. Gelaufen wird auf einem 5 Kilometer Rundkurs, auf dem ein Jedermannslauf und die klassische 10 Kilometer – Volkslaufdistanz angeboten werden. Zudem kommen verschiedenste Schülerläufe. Auf allen Distanzen werden gleichzeitig die Bezirksmeisterschaften ausgetragen. Hier ist somit ein gesunder Mix aus Spaß- bzw. Wettkampflauf geboten.

Jenny z.B. konnte 2015 noch keine einzige ernsthafte Trainingseinheit durchführen. Von daher nutzt sie den 5 Kilometer Jerdermannslauf für eine gemütliche Runde mit einem etwas ausgedehnterem Auslaufen um auf Kilometer zu kommen. Hier beim Faschingslauf gelingt es ihr, sich nicht von den schnellen Läufern anstecken zu lassen und kommt so mit einem Lächeln im Gesicht am Start-/ Zielbereich an. So kann man mit einer langsamen Zeit auch ein Sieger für sich selbst sein.

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Jenny beim Zieleinlauf nach 5km

Genau wie bei Jennys Lauf sind am Nachmittag beim Hauptlauf die meisten Teilnehmer/innen ebenfalls verkleidet. Jennys Outfit als Indianerin versuche ich mit meinem 2013 bewährten Römerkostüm zu toppen. Trotz Spaß möchte ich heute schon etwas auf die Tube drücken. Doch nach wenigen hundert Metern merke ich bereits, dass ich beim Bergablauf schon kaum Kraft in den Beinen habe. Ich hoffe dies liegt nur an den vielen Kilometern aus der Vorwoche, denn im März möchte ich meinen jährlichen 10 Kilometer-Check durchführen und in Schweich möglichst schnell über diese Distanz laufen.

 Die Strecke im Wald von Bad Dürkheim ist schon recht anspruchsvoll. Die Wege sind sehr verwurzelt. Man muss ständig aufpassen nicht zu stürzen. Dem Wetter kann ich leider nicht die Schuld geben. Mit knapp um die 0 Grad ist es zwar kühl aber der Sonnenschein macht das Laufen recht angenehm. So ziehe ich die schöne Strecke für mich auf und finde mich gleich ab, dass ich heute an die Zeit von 2013 (52 Minuten) ran komme. In der zweiten Runde kann ich wenigstens auf Bernhard vom Lauftreff auflaufen. Er ist auch nicht in Bestform und so laufen wir gemeinsam in Richtung Ziel. Nach 54 Minuten bleibt dort die Uhr stehen. Wir finden uns recht schnell mit der Zeit ab. Hierzu trägt auch die Verköstigung im Zielbereich mit bei. Es gibt für jeden warmen Tee und frische Äpfel. Wer möchte kann noch vom reichhaltigen Kuchenbuffet des LTV Bad Dürkheim Gebrauch machen. Außerdem gibt es die traditionelle Kartoffelsuppe für einen mehr als günstigen Preis.

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Nach der ersten Runde beim 10er

Insgesamt hat die Veranstaltung mit u.a. 3,50 € Startgeld ein extrem gutes Preisleistungsverhältnis. Die Stimmung ist sehr familiär und alle sind herzlichst willkommen. Egal, ob Spaßläufer oder Ambitionierte, die hier ihre Frühform überprüfen möchten. Man muss nur auf die Duschen verzichten, denn der Startbereich liegt mitten im Bad Dürkheimer Waldgebiet, am sogenannten Schlagbaum. Aus diesem Grund haben wir uns in Herxheim am Berg eingemietet und lassen den Abend mit Manni, Moni, Ulla und Bernhard in der Gastronmiewelt von Bad Dürkheim ausklingen. Wer nur bedingt Lust auf Fasching hat, ist somit beim Faschingswaldlauf genau richtig.

Weiter geht es bereits nächste Wochenende beim Donnersberglauf in der Pfalz. Wir sehen uns beim Volkslauf!!!


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Mit Bernhard auf den letzten Metern

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Fasching mal anders

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Nach 2013 wieder am Schlagbaum im Bad Dürkheimer Wald

31.01.2015
1. Rudemsmännchenlauf (7. Zitronenkrämerlauf)

Zum 7. Zitronenkrämerlauf gemeldet, und beim Rudemsmännchenlauf gelandet. Dies kommt dadurch, dass die eigentliche Zitronenlaufstrecke von Bekond wegen des letzten Jagd - Tages, nicht zu belaufen ist. Deshalb hat man sich entschlossen eine komplett neue Strecke auf der anderen Seite des Ortes zur Verfügung zu stellen. Die bedeutet auch ein neuer Name. Die Strecke führt in einer großen Schleife durch die Moselweinberge um den Rudemberg. Bei Kilometer 6 kommt man auf dem Berg an dem Rudemswäldchen vorbei. Dort haust der Geist des Rudemsmännchen und gibt somit den Namen des heutigen Laufes her. Angst brauchen wir Läufer nicht zu haben, denn der Geist ist nur sauer auf Diejenigen, die vor langer Zeit einen Gemarkungsstreit mit ihm austrugen. 

Der Lauf in Bekond ist für mich der Start in die neue Laufsaison. Normalerweise habe ich zu dieser Zeit schon 2-3 Läufe mehr absolviert, doch trainiere ich dieses Jahr etwas gezielter. Die Saisonvorbereitung zielt auf den Schweicher Fährturmlauf im März ab. Dort möchte ich nach langer Zeit wieder unter 50 Minuten laufen. Die Vorbereitung war bis heute so mittelmäßig. Mir fehlen die langen Läufe, weshalb ich auch noch keine längeren Strecken angehe und nächste Woche in Saarbrücken nicht zum Halbmarathon fahre. Vielmehr möchte ich heute auf einer etwas längeren Strecke von 10,8 Kilometern die aktuelle Fitness überprüfen. Mal abwarten, wie die als anspruchsvoll bezeichnete Strecke zu bewältigen ist…

Der Start befindet sich im alten Schlosshof von Bekond. Das Teilnehmerfeld ist hier relativ überschaubar. Schade, denn es gibt kein Startgeld. Man spendet einfach, was man für angemessen empfindet und bekommt seine Startnummer. Der Verein unterstützt mit diesen Spenden ein Schulprojekt in Ruanda. Eine Aktion mit Vorbildcharakter.

Nach dem Startschuss geht es über das alte Schlossgelände, vorbei an der ehemaligen Orangerie auf einen asphaltierten Radweg. Von hier geht es auf direktem Weg in Richtung Moselweinberge. Nach etwa einem Kilometer sind diese erreicht. Ich muss wirklich aufpassen nicht zu stürzen, denn man wird vom tollen Blick in das Moseltal extrem abgelenkt. Nicht umsonst laufen wir auf einem Panoramaweg. Dies macht den Lauf trotz der Anstiege sehr kurzweilig. Der Blick führt auf der gesamten Strecke in die verschiedenen Täler um den Rudemsberg. Dies sind das Kahlbachtal, das Moseltal und Salmtal.

Bei Kilometer drei ist es mit der Herrlichkeit erst mal vorbei, denn dort muss ich etwas auf die Zähne beißen. Es geht 500 knackige Meter hinauf zum Thörnicher Ritsch und nach einer matschigen Bergabpassage kommt der 1000 Meter steile Anstieg auf den Rudemsberg. Dort oben biegen die 9 Kilometerläufer nach rechts ab und die Hauptläufer drehen auf dem Hochplateau noch eine Schleife um das anfangs erwähnte Rudemswäldchen. Vom giftigen Geist des Rudemsmännchen spürt man wie zu erwarten keine Spur. Hier oben folgen noch einige Meter über Wiesen oder Feldwege. Dies verleiht dem Lauf etwas Crosscharakter.

Nachdem wir uns von der Hochebene verabschiedet haben, folgen wieder die Weinberge. Bis zum Ziel sind wir wieder auf festen Weinbergwegen unterwegs. Wer Luft hat, kann es also noch mal krachen lassen. Bei mir geht dies heute erstaunlich gut. Das verlorene Laufgefühl scheint wieder zurück zu sein und selbst den letzten kurzen Anstieg bei Kilometer 9,5 nehme ich gut mit. Spätestens beim einbiegen in den Schlossgarten bin ich mir sicher, dass es für meine Verhältnisse ein optimaler Start in die neue Laufsaison war.Zum Vergrößern bitte Foto anklicken.

Den Lauf in Bekond kann ich jedem empfehlen, der zum Jahresauftakt einen anspruchsvollen Lauf sucht. Außerdem tut man noch was Gutes, indem man die sozialen Projekte der Bekond Aktiv e.V. unterstützt.

Nach der Tombola in der Sporthalle fahren Bernhard vom Lauftreff Hirzweiler und ich zurück in die Winterwelt Saarland. In Bekond hat uns niemand geglaubt, dass das Saarland unter einer dichten Schneedecke liegt.

Als nächstes folgt ein Spaßlauf in Bad Dürkheim mit dem Faschingswaldlauf ehe es dann zum Donnersberglauf in die Pfalz geht.

25.01.2015
Trainingslager in Annweiler am Trifels

Dieses Wochenende haben wir den Lauftreff Hemmersdorf nach Annweiler am Trifels begleitet. Um den entsprechenden Bericht zu lesen, bitte auf das Foto klicken:

 


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