29.10.17
15. Pirmasenser Volkslauf Rund um den Arius

Normalerweise brettert man ohne groß nachzudenken über die B10 durch den Pfälzer Wald. Ab Pirmasens heißt es in der Regel Bleifuß, man nimmt kaum war, dass es da noch eine Abfahrt namens Beckenhof gibt. Wir nehmen diese ausnahmsweise und fahren Richtung Forsthaus. Das Forsthaus ist auch das einzige Gebäude hier am Arius. Der Arius selbst ist ein langgezogener Bergkamm, oberhalb vom Forsthaus. Früher war dies ein Militärgelände, weshalb das innere des Berges voller Tunnelsysteme sein soll. Oberhalb bekommen Jenny, Nick und ich nichts davon mit. Denn heute regnet es wie aus Eimern. 

Der Volkslauf „Rund um den Arius“ wird seit ein paar Jahren vom Endurance Team Pirmasens ausgerichtet. Zuvor wurde der Lauf vom PSV Pirmasens ausgerichtet. Bisher hatte ich erst eine Teilnahme bei diesem 10km-Lauf . Diese liegt schon ein paar Jahre zurück. Geändert hat sich leider nicht viel. Es gibt kaum Werbung, die Homepage wurde erst wenige Tage vor dem Lauf fertig. Was wirklich schade ist, denn das Endurance Team bietet ansonsten einen Toplauf. Es gibt alles, was man sich bei einem Waldlauf wünscht. Ein kleines Geschenk zur Anmeldung,  Wasserstellen auf der Strecke und sogar Kuchen und Krapfen im Ziel. Wo gibt es so etwas sonst noch bei gerade mal 6€ Startgeld?!  In dieser Jahreszeit sind kaum Läufe in der ganzen Region. Von daher würden sicher mehr  Volksläufer/innen kommen, wenn sie nur von dem Lauf wüssten.

Pünktlich zum Start ist es soweit und der Regen lässt nach. Wir freuen uns und laufen die beiden ersten Kilometer nur bergab. Hier  macht das  Bergablaufen richtig Spaß, denn die Strecke hat mehr Tiefenmeter als Höhenmeter. Wie geht das denn? Ganz einfach, der Start beginnt etwas vom Forsthaus und somit vom Ziel entfernt auf dem Arius. Ok, es ist nicht so leicht wie es sich anhört, denn der Wald wartet mit einigen Wellen. Es gibt aber keine richtig steilen Anstiege, zudem ist die Strecke meistens zwischen 300 und 500 Meter zu kurz. Bei dem heute aufgeweichten Boden kommt zudem der Crosscharakter zum Tragen. Aus diesem Grund dürften die Zielzeiten in etwa mit einem flachen Lauf übereinstimmen.

Nick und ich kommen ganz gut durch. Mit einer 51er Zeit sind die Beine zwar müde im Ziel, aber wir sind relativ zufrieden. Jenny braucht heute leider etwas mehr. Wir hatten einen Anfängerfehler am Start. Wir hatten uns etwas viel Zeit gelassen und mussten uns dann zum Start auf dem Arius beeilen, dass wir rechtzeitig dort ankommen. Dadurch ging sie nicht locker genug an den Start. Trotzdem hat auch meinem Schatz die Strecke sehr gut gefallen. Deshalb kommen wir gerne im Herbst wieder nach Beckenhof. Nun heißt es noch schnell zum Duschen, um danach zu unserem pfälzischen Italiener nach Annweiler weiter zu düsen.

Wir sehen uns wie immer beim Laufen…


#325

09.10.17
50. Schwarzwald-Marathon


Start des Marathons

Es gibt Geburtstage, auf die lädt man sich einfach selbst ein. So geschehen beim 50 Geburtstag, des Schwarzwald-Marathons in Bräunlingen. Zu diesem Jubiläum wollte ich ursprünglich den kompletten Marathon laufen. Leider verlief die Vorbereitung nicht optimal. Eine kurzfristige Überlegung ohne richtig lange Läufe an den Start zu gehen, erwies sich zum Glück als Schnapsidee und wurde von Jenny bzw. mir selbst nicht in die Tat umgesetzt.


Ehrentafel in Bräunlingen vor der Sporthalle

Soweit zu den sportlichen Voraussetzungen. Der Lauf selbst ist der drittälteste Marathon in Deutschland. Älter sind nur der Göltzschtal-Marathon in Sachsen(26.9.68) und der Lauf um den Baldeneysee(1963) in Essen. Die erste Austragung des Schwarzwald- Marathon erfolgte am 6.10.68, also wenige Monate nach den Sachsen. Man war aber Vorreiter was das Marathonlaufen bei den Frauen angeht. Als erster Veranstalter in Deutschland durften hier auch Frauen an den Start gehen. Die interessante Geschichte kann man in der Marathon-Ausstellung von Bräunlingen besichtigen. Neben unzähligen interessanten Zeitungsartikeln findet man Pokale, Teller, Medaillen aller Veranstaltungen, Laufkleidung aus der Vergangenheit, wie Trikots und vieles mehr. Das Abholen der Startunterlagen erweist sich somit als sehr kurzweilige Aktion. Es gibt an jeder Ecke was Interessantes zu entdecken oder man kommt ins Gespräch mit Leuten, die dem gleichen Lieblingssport nachgehen. Am Samstagmittag erfolgen dann noch die Schülerläufe und ein 10km-Lauf.

Vor der Ehrentafel mit Regina

Am Sonntag folgt mit dem Marathon und dem Halbmarathon die Kür der Veranstaltung. Wir holen unsere Schweizer Freundin Regina am Bahnhof von Donaueschingen ab.In der Sporthalle verweilen wir bis das großes Teilnehmerfeld beim Marathon bzw. vom Staffelmarathon um 10:30 Uhr  verabschiedet wird, bevor wir um 11:00 Uhr selbst auf die Reise gehen. In Bräunlingen stehen viele Zuschauer am Straßenrand, um alle Läufer/innen in Richtung Felder und Wälder um den Ort zu verabschieden. Die ersten 5 Kilometer laufe ich mit Regina zusammen. Danach merke ich schon, dass nicht wirklich viel geht heute. Die Strecke selbst zieht sich bis zur Streckenhälfte stetig den Berg hinauf. Zumindest steht es so im Profil. Von Zeit zu Zeit folgt eine kurze Bergabpassage, was mich schon etwas misstrauisch macht. Das Laufen im Wald beginnt erst ab Kilometer 7. Bei der Streckenhälfte steigt der Weg immer noch bergan. Dies geht bis Kilometer 13 so weiter. Man sollte sich den Lauf also gut einteilen. Oberhalb des Ortes Unterbränd kommen wir aus dem Wald. Dort geht es gleich sehr steil den Ameisenweg hinunter. In der Tannenallee ist die Straße dann voll mit hochmotivierten Zuschauern, die richtig Stimmung machen. Eine Blasmusikgruppe gibt ebenfalls gas. Dies motiviert, denn von nun an soll es dann endlich nur noch bergab gehen.

Eine schöne Zeit im Schwarzwald. Hier vor dem Faller Hof aus der gleichnamigen SWR-Serie

Hinter Unterbränd liegt der Kirnbergsee. Er ist das Kleinod der Gegend und liegt auf 785 Metern über normal Null. Die Strände laden zum Baden ein. Als Läufer  nimmt man ihn nur nebenbei als optisches Highlight der Strecke war. Leider fällt es mir recht schwer, die tolle Landschaft aufzunehmen, da ich sehr mit meinem Ischias zu kämpfen habe. Die linke Arschbacke zieht seit Kilometer 11 ins Bein hinein. Aufgeben ist zudem nicht drin. Von daher versuche ich so gut es geht den Berg nach Gefühl abzulaufen. Leider kommt es wie es kommen muss. Die Strecke ist nicht so abfallend wie zu erwarten. Von daher kämpfe ich mehr als dass ich laufe. Für die letzten 3 Kilometer geht es dann wieder aus dem Wald hinaus. Durch die Felder von Bräunlingen laufen wir dem 6.000 Einwohner starken Ort entgegen.

Und wieder stehen sehr viele Zuschauer im Ziel. Sie beflügeln auf den letzten Metern. Irgendwie bin ich froh, dass der Lauf vorbei ist. Jenny geht es genauso. Auch sie war nicht in der Lage ordentlich zu laufen. Wir sind uns jedoch schnell einig. Der Lauf ist zu schön, um es dabei zu belassen. Wir haben eine Rechnung offen. Bräunlingen sieht uns schon bald wieder und dann laufen wir gut vorbereitet und in optimaler Verfassung wieder mit. Insgesamt ist der Schwarzwald-Marathon einer der traditionsreichsten Landschaftsmarathons in Deutschland. Das Streckenprofil ist nicht sehr schwer, doch sollte man in guter Verfassung sein, um den Lauf ordentlich zu meistern. Der Lauf macht wirklich Lust auf mehr. Glück haben muss man jedoch mit dem Wetter. Im Schwarzwald ist es um diese Jahreszeit schon recht kühl. Bei 4°C Grad hatten wir in diesem Jahr echt Glück, denn es blieb trocken. Zu dieser Jahreszeit kann es hier auch schon mal Schnee geben.


Kapelle an der Tannenmühle(unsere Hochzeits-Kappel)

#324

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03.10.17
7. Köhlbrandbrückenlauf in Hamburg


Wir nutzen die freien Tage nach dem Tag der Deutschen Einheit zum Kurztrip nach Hamburg bzw. in den Schwarzwald. Gleichzeitig treffen wir uns mit unsren Freunden Michaela und Bernd. Die gebürtigen Westfahlen sind der Hauptgrund für unsere Reise in den Norden. Bernd hat unter anderem unsere Seite LaufdatenSaar.de erstellt. Heute hat er uns dann den Köhlbrandbrückenlauf empfohlen. Wir sind sehr gespannt, welche Überraschungen der Lauf für uns bereit hält.

Der Veranstalter wirbt mit dem längsten Brückenlauf Deutschlands für sich. Einen ähnlichen Lauf gibt es auf die Insel Rügen. Kommen wir aber gleich zur Köhlbrandbrücke. Die 1974 erbaute Brücke verbindet die Elbinsel mit der Autobahn A7. Sie überspannten den namensgleichen Köhlbrand, welcher ein Arm der Süderelbe ist. Mit 3.618 Metern ist sie die zweitlängste Straßenbrücke in Deutschland. Es gibt nur drei Tage im Jahr, an denen die Brücke außerhalb des Straßenverkehrs zu betreten ist. Dies ist bei den Hamburger Cyclassics(Fahrradrennen), bei der jährlichen Straßendemo und beim heutigen Lauf.

Der erste Sieger 2011 hieß übrigens Dieter Baumann. Er benötigte vor 6 Jahren 40 Minuten für die 12 Kilometer. Jenny und ich werden es langsam angehen lassen, da wir am Wochenende noch im Schwarzwald, beim Schwarzwald Marathon, an den Start gehen möchten. Das Wetter ist, auch wenn es die Hamburger nicht gern hören möchten, klassisch für die Hansestadt. Man behauptet als Einheimische gern, dass das Wetter hier nicht wechselhaft sei. Für uns bietet sich trotzdem ein Wechsel aus leichtem Regen und dann wieder Sonnenschein, bei eher kühlem Wetter. Der Start(15:00) ist auch genauso wie man sich das für einen Industriehafen vorstellt. Rechts türmen sich die Seecontainer, auf der linken Seite befinden sich die Lagergebäude. Man muss schon Bock haben auf so einen Lauf haben. Ich selbst bin sehr gespannt, was da gleich kommt und breche direkt nach dem Überqueren der Startlinie los. Laut Veranstalter sind es 6.000 Teilnehmer. Diese werden in drei Gruppen losgeschickt. 2 Starts gab es bereits. Einer um 9 Uhr, der Zweite um 12 Uhr.

Zuerst zieht sich die Strecke eher langezogen durch die Hafenwelt auf der Elbinsel. Vorbei an der Elbe selbst und an unendlich langen Bahngleisen. Die Brücke selbst ist immer in der Ferne zu sehen. Etwa bei Kilometer 2 biegt man rechts ab in Richtung Köhlbrandbrücke. Genau an dieser Stelle beginnt das Jammern der Flachländer. Man sieht die mächtige Brücke vor sich. Wie eine steile Wand geht es hinauf. Die Seile, an denen die Brücke befestigt ist, ergeben ein imposantes Bild ab. Viele Läufer sind am stöhnen und verfallen in einen langsamen Trott, je näher sie der Brücke kommen. Ich finde sie eigentlich gut zu laufen, doch möchte ich meine Beine nicht zu sehr fordern. Durch die Anreise und das spazieren in der Stadt sind die Beine schon etwas angeschlagen, weshalb ich mich aufs Bildermachen beschränke. Außerdem werde ich bei Kilometer 5 auf meine hübschere Hälfte aufmerksam und warte auf sie, um mit ihr zusammen die Brücke runter zu laufen bzw. nach dem Wendepunkt wieder in Richtung Ziel.

Der Ausblick von der Brücke ist nur schwer zu beschreiben. Der Hamburger Hafen scheint unendlich groß zu sein. Bei der Barkassenfahrt wurde schon angedeutet, wollte man alle Kaianlagen anfahren, dann bräuchte man 8 Stunden dafür. Hier oben wird einem diese Aussage erst richtig bewusst. Auf der anderen Seite sieht man von hier oben die Gegensätze der Stadt. Dies geht vom eher schmuddeligen St. Pauli, über die Landungsbrücken, die Elbphilharmonie bis zur Alster, den Schickimickihäusern, bis hin zu den Musicalgebäuden.

Für eine bzw. meine Frau ist so eine Industrielandschaft eher ein stinkender Haufen von Firmenansammlungen und Containern. Trotzdem versuche ich meinem Schatz die einzelnen Bereiche so gut wie möglich als interessante Sehenswürdigkeiten zu verkaufen. Es gelingt mir nur teilweise. Endlich im Ziel angekommen, werden standesgemäß vom Sprecher als die grandiosen Mayers empfangen. Wir freuen wir uns über die schöne Medaille und einen gemeisterten Lauf an einem Ort, den man nur selten betreten kann und der spätestens 2030 abgerissen werden soll. Ich selbst bin froh, den tollen Ausblick mitgenommen zu haben. Wettkampftechnisch würde ich die Strecke als Einheimischer sehr interessant finden, da es doch etwas Erfahrung benötigt, die Höhenmeter auf nicht ganz klassischer Distanz optimal zu meistern. Für die ambitionierten Läufer/innen hat der Lauf selbst hierzulande ein recht hohes Prestige.

Der Rückweg zur S-Bahn beträgt übrigens 2km. Dies sollte man bei einer Teilnahme einkalkulieren. Beim Hamburger Schietwetter sowieso. Nun geht es noch etwas in die Stadt, um dann Richtung Wochenende wieder in unsre Lieblingsregion, dem Schwarzwald, zu reisen. Dort warten in Bräunlingen schon unsere Freundin Regina und der Schwarzwald-Marathon auf uns.





Sonstige Bilder von Hamburg:


Speicherstadt

Rathaus Hamburg

Landungsbrücken

FC St. Pauli

Im Hintergrund die Landungsbrücken

Noch immer bei den Landungsbrücken

Die Elbe im Hintergrund

Noch immer die Elbe

Eine kurze Trainingsrunde über den Kiez

#323

22.9.-24.9.17
Dahner Felsenland

Die einen laufen in Berlin Marathon und wir wandern durch das Dahner Felsenland. Hier ein paar Fotos vom Wochenende in Dahn:









7.9. & 9.9.17
25. Fohlenhoflauf & 23. Rietburg Berglauf

25-mal Fohlenhoflauf. Bisher habe ich es zu dieser Veranstaltung erst einmal geschafft. Der Fohlenhoflauf ist im Saarpfalzkreis eine echte Institution geworden. Traditionell findet der Lauf am Donnerstagabend statt. Somit also nach der Arbeit(zumindest bei den meisten Teilnehmer/innen). Mit im Gepäck sind Moni, Manni und Nick. Meine bessere Hälfte muss selbst um diese Uhrzeit noch arbeiten. Da wir am Samstag den Rietburg Berglauf auf dem Programm stehen haben, kommt sie mit dem Laufen für diese Woche so oder so nicht zu kurz. Ich selbst wähle deshalb die 5km Runde. Nick möchte die 10km bis Kirrberg laufen.

Der Fohlenhoflauf wird vom CJD Homburg organisiert. Gestartet wird vor dem Gemeinschaftszentrum des Jugenddorf-Berufsbildungswerk. Als Motto könnte man hier das Thema Integration durch das gemeinsame Laufen wählen, denn teilnehmen können behinderte und nicht behinderte Menschen. Es herrscht somit eine ganz andere Stimmung am Start, als es bei anderen Läufen der Fall ist.

Der Lauf selbst führt nach einer kleinen Runde über das Gelände der CJD durch das Lamsbachtal. Das Tal selbst ist nicht wirklich flach. Es ist ein abwechslungsreicher Lauf, auf leicht welligem Untergrund. Es geht meist durch Wäldchen, aber auch durch Wiesenabschnitte. Somit ist der Lauf sehr abwechslungsreich und kurzweilig.  Ich gehe den Lauf nicht ganz so verbissen an, da wir wie oben erwähnt noch zwei Tage später die Rietburg erstürmen möchten. Am Ende steht eine 26er Zeit auf der Uhr. Dies stellt mich zufrieden. Mit 51 Minuten ist Nick ebenfalls ganz gut unterwegs, wenn man bedenkt, dass er zur Zeit nur Fußball trainiert. Die Fußballer laufen ja bekanntlich nicht gern lange Strecken.

Am Ende der Veranstaltung kann man noch gut verweilen. Die CJD erfüllt alle offenen Wünsche. Eine schöne Siegerehrung in der Aula würdigt alle Läufer/innen im entsprechenden Rahmen. Im Freien gibt es Flammkuchen, Würste und alles was einen so begeistert. Schade nur, dass die meisten auch morgen wieder arbeiten müssen und so endet der Abend relativ früh für uns. Hoffentlich bleiben uns solche Veranstaltungen noch lange erhalten, nicht nur wegen dem Inklusionsgedanken…


Nick am Start

Zieleinlauf

9.9.17
23. Rietburg Berglauf

Hügelig ist die Vorderpfalz. Das lädt zum Berglaufen ein. Der 23. Rietburg Berglauf ist so ein kleiner, aber feiner Berglauf. Vom Tal in Edenkoben geht es durch die Weinberge in Richtung Villa Ludwigshöhe. Ein ehemaliges bayerisches Königsschloss. Oberhalb der Villa befindet sich eine Sesselbahn, die die Läufer jedoch höchstens auf dem Rückweg nutzen dürfen. Wir entscheiden uns schon im Vornherein dagegen, denn wir wollen ein paar Kilometer machen. Im Herbst steht noch der Schwarzwald Marathon auf dem Plan und da Jenny eine kleine Laufpause eingelegt hatte, möchten wir das Kilometertraining nutzen, um nach dem Lauf wieder nach Edenkoben zurück zu laufen.

Von daher geht es heute weniger um Zeit. Trotzdem läuft es bei mir vom Gefühl her sehr gut. Ohne auf das Tempo zu drücken, lande ich im Ziel bei einer Zeit von 54 Minuten. Bei unseren 3 Teilnahmen zuvor war ich nur einmal genauso schnell. Von daher passt das schon mal. Jenny braucht zwar ein paar Minuten mehr als in den Jahren zuvor, doch ist dies genau nach Plan. Der Berglauf selbst hat 8,2 Kilometer bei 420 Höhenmetern. Bei bedecktem Himmel und 14°C Grad sind es ideale Laufbedingungen. Zurück zum Start kommen wir am Ende auf 17 Kilometer. Für eine Trainingseinheit mit Wettkampf ist dies eine tolle Sache. Wobei die Strecke durch den schönen Wald und die Weinberge wirklich sehr kurzweilig ist. Der Halbmarathon kann kommen.  Um nicht zu viel Gewicht zu verlieren, lassen wir es uns an diesem schönen Samstagabend noch einmal gut gehen. Wir besuchen unseren Lieblingsitaliener in Annweiler. Leider ist noch keine Keschdezeit, was für uns Anreiz genug ist, im Herbst wieder zum Laufen in die Pfalz zu fahren.

Start im Stadion

Jenny 300m vor dem Ziel

Gut gelaunt im Ziel

#322

15.8 & 19.8.17
21. Altstadtlauf & 8. Brohlbachtallauf

Eine Woche, zwei Läufe. Traditionell an Maria Himmelfahrt veranstaltet der LAC seinen Altstadtlauf. Somit stehen in dieser Woche gleich zwei 10km-Läufe für mich an. Den ersten, also den Altstadtlauf will ich als Trainingslauf nutzen, was sich aber als reines Wunschdenken herausstellt. In der Regel ist es bei diesem Lauf heiß. Heute ist es bedeckt und leicht schwül. Was ich sehr unterschätze. Mir liegt so ein Wetter nicht und von daher bin ich froh, dass ich mit 54 Minuten wenigstens einen Lauf hingelegt habe, der schneller als mein normales Trainingstempo ist. Mehr ist es jedoch nicht. In Saarlouis muss man einfach gut drauf sein, um an seine normale Leistungsform zu kommen. Vielen anderen gelingt das, und in diesem Jahr sind es mit rund 350 wieder besonders viele Teilnehmer/innen. Man muss bedenken, dass seit ein paar Jahren ein 10km-Lauf-Streben begonnen hat. In Saarlouis hat man an der alten Form festgehalten. Es ist ein sehr gut organisierter Lauf, mit einer meistens gut besetzten Spitze. Eigentlich alles wie früher. Es gibt auch keinen Schnickschnack und trotzdem gehen alle an den Start, was in der heutigen Zeit wirklich beachtlich ist.

Eigentlicher Höhepunkt unserer Laufwoche ist der Samstagmittag. Heute geht es zum Brohlbachtallauf nach Gamlen in der Eifel. Der Lauf selbst ist nicht das Highlight, denn wir freuen uns mehr auf unsere Freunde Irma und Robert vom LG HSC / RSC Untermosel. Beide waren auch bei unserem Osterlauf. Auch deshalb nehmen wir die 150 Kilometer gerne auf uns. Der Lauf ist ein kleiner Vertreter seiner Zunft. Mit rund 50 Teilnehmern ist das Teilnehmerfeld sehr überschaubar. Man nimmt das Ganze auch nicht so ernst wie an anderen Orten. Keiner ist sauer, wenn der Startschuss 15 Minuten später fällt als normal, viel mehr applaudiert man, als beim 5 Kilometerlauf noch weitere Läufer/innen verspätet einlaufen. So soll es sein, denn es ist und bleibt nur unserer aller Lieblingssport. Da darf es auch mal langsamer zugehen.

Ich selbst laufe etwas verhalten los, da ich nicht genau weiß wo ich stehe. Der Lauf in Saarlouis hat mich etwas verunsichert. Jenny möchte einfach nur durchlaufen. Da es eine Wendepunktstrecke ist und das Streckenprofil bis zum Wendepunkt nur Höhenmeter bereit hält, ist die Marschroute recht einfach. Auf den Körper hören bzw. möglichst locker oben ankommen. Als wir aus Gamlen rauslaufen sind wir noch nicht mal bei Kilometer 1. Trotzdem sind alle Überlegungen über Bord geworfen, ein regelrechter Wolkenbruch ergießt sich über dem Läuferfeld. Damit war nicht wirklich zu rechnen, doch sind wir bekanntlich in der Eifel. Da ist so etwas normal. Zum Glück ist es mit 20°C Grad relativ warm. Für mich persönlich ist es einfach nur genial. Ich liebe es bei Regen zu laufen. Ok, so heftig muss es nicht unbedingt sein aber der Feldweg ist herrlich weich. Ich freue mich schon jetzt auf den Rückweg, wenn es heißt den Berg hinunter zu fetzen. Durch Pfützen, Matsch und nasse Wiesenstücken.

Doch bis zum Wendepunkt zieht es sich hinauf. Irgendwie fühlt es sich viel besser an als am Dienstag. Der erste Läufer kommt mir bereits bei Kilometer 4 entgegen. Es ist ein junger Läufer von der LG Rhein/Wied. Mir war schon am Start klar, dass er wohl gewinnen wird. Von der LG kommen immer schnelle Läufer und er sieht nicht mal gequält aus. Am Ende werden 35 Minuten auf seiner Uhr stehen. Bei diesem kleinen Feld kann da kaum jemand folgen. Den Wendepunkt bei Kilometer 5 kann ich selbst 200 Meter davor kaum erkennen, so stark ist der Regen mittlerweile. So etwa bei Kilometer 5,8 kommt mir Jenny entgegen. Sie ist sieht ebenfalls vom Regen gezeichnet aus. Macht aber einen guten Eindruck, dass sie sich heute durchkämpft. Das freut mich und der Regen lässt auch etwas nach. Von hier an darf ich endlich loslegen. Das Wasser und der Matsch fliegen einem um die Ohren beim Bergablauf. Es geht nun 4,5 Kilometer hinunter in das Brohlbachtal. Der eigentliche Hauptlauf, ist ja der Halbmarathon. Dieser geht durch das Brohlbachtal selbst. Wir laufen in dem Sinn aus dem Brohlbachtal hinauf nach Urmersbach. Den Berg hinunter kann ich immer einen 4er Schnitt halten. Was die Zeit nicht mehr verschlechtern wird. Hatte ich am Wendepunkt eine schlechte 27er Zeit, so ist es auf der zweiten Streckenhälfte eine 24er Zeit. Trotzdem stehen am Ende 52:40 Minuten auf der Uhr. Das liegt daran, dass man im 500 einwohnerstarken Dörfchen noch eine kleine Schleife eingebaut hat. Mit dieser Schleife hat sich der Veranstalter, und das ist unser  einziger Kritikpunkt, keinen Gefallen getan. Man hätte hier auf der ganz normalen Strecke zurücklaufen können. Dann hätte man zum einen genau 10 Kilometer an Streckenlänge gehabt und den fehlenden Streckenposten auf der Schleife nicht gebraucht, denn leider haben sich bei der letzten Abbiegung einige Läufer/innen verlaufen, da niemand mehr dort stand.

Ansonsten war es ein kleiner, sehr liebevoll organisierter Volkslauf. Für kleines Geld gab es zudem eine Chipzeitmessung, Verpflegung und eine kleine, sehr schöne Medaille. Wo gibt es so was sonst noch? Wir hatten sehr viel Spaß, wenn sich die Zeit ergibt und wir in der Nähe sind, dann kommen wir gerne wieder. Jenny kämpfte sich mit 66 Minuten ins Ziel. Ein hartes Stück Arbeit wurde am Ende belohnt.

Das Jahr ist noch lange nicht vorbei. Für uns stehen noch viele schöne Läufe an. Wir freuen uns darauf. Wir sehen uns beim Laufen.

 

#320

11.8.7.17
Mal anders...


Diese Woche sind wir mal mit dem Rad unterwegs und nicht in Laufschuhen. Für ein, zwei Radtouren sollte es doch reichen. Am Ende war es nur eine, denn die Eifel hatte nur dunkle Wolken und ganz viel Regen für uns übrig. Zuerst ging es den Kosmos-Radweg von Meerfeld nach Daun hinauf. Die zweite Streckenhälfte verlief über den Maare-Mosel-Radweg, von Daun nach Manderscheid. Über den Maare-Mosel-Radweg geht auch der Maar-Mosel-Lauf Ende August. Dies ist ebenfalls ein sehr schöner Lauf. Hier unsere Fotos:


Meerfelder Maar

Meerfelder Maar

Meerfelder Maar

Meerfelder Maar

Meerfelder Maar

Daun im Hintergrund

Tunnel auf der Trasse

Kräuter Wiesen bei Gillenfeld

Nähe Holzmaar

Burg Manderscheid

30.7.17
32. deko Volkslauf in Noswendel



Jenny direkt vor dem Ziel am See

Der Volkslauf in Noswendel ist eine absolute Institution im saarländischen Laufkalender. Umso schlimmer ist die Tatsache, dass Jenny und ich heute erst zum ersten Mal nach Noswendel  fahren. Bei wechselhaften Bedingungen wird das auch kein leichtes Unterfangen, denn die Halbmarathonstrecke weist einen Höhenunterschied von 200m auf. Die naturbelassenen Wald- und Wiesenwege tun hier ihr Übriges dazu. Trotzdem sind wir sehr auf diesen Wald-/ Landschaftslauf gespannt. Gestartet wird in Noswendel vor dem deko-Center. Das Center ist seit Jahren Hauptsponsor der Veranstaltung. Veranstalter selbst ist der SV Noswendel. Ein Fußballverein, der seine Laufveranstaltung ebenfalls als traditionelle Veranstaltung sieht. Zu Recht kann man dies behaupten. Wirft man einen Blick in die Siegerliste, dann ist man erstaunt wer hier schon alles dabei war. Gerade in den früheren Jahren siegten hier klangvolle Namen u.a. Stefan Gross, Marco Linden, Dieter Burckhardt. Bei den Frauen stehen Namen wie Tanja Schäfer, Martina Werth oder auch Kerstin Alaimo in der langen Liste der Sieger. Ganz interessant ist noch, dass der Lauf in enger Zusammenarbeit mit der SZ Aktion SZ-„Hilf Mit!“ steht. Vor dem heutigen Lauf wurde eine Spendensumme für die Aktion von über 7.000€ zur Verfügung gestellt.

Jenny und ich haben uns wie erwähnt für die längste Strecke am heutigen Tag entschieden. Mit nur 9€ Startgeld sind wir sehr überrascht, was neben der großen Runde durch den Wald so alles für kleines Geld geboten wird. Es ist ein Jammer, dass die große Laufszene im Saarland eine solche ehrenamtliche Leistung von den vielen Helfern nicht zu schätzen weiß. Mit den stabilen +/- 300 Teilnehmern/innen Jahr für Jahr hat sich in Noswendel eher einer Stammkundschaft eingefunden, statt wachsendes Laufklientel. Der Lauf könnte noch viele Läufer/innen mehr verkraften. Stattdessen geht man lieber auf kommerzielle Veranstaltungen, bei denen nur einer profitiert. Na gut, dies ist die Freiheit an unserem Lieblingssport. Jeder kann für sich entscheiden, welcher Lauf ihm am meisten Spaß bereitet.

Zurück zum Halbmarathon. Dieser wir im 11. Jahr angeboten. Die Strecke verläuft vom deko-Center durch den Ort. Nach etwas mehr als einem Kilometer geht es in der Straße Zum Pavillion hinaus in die Wiesen von Noswendel. Nach wiederum etwa einem Kilometer geht es dann in den Wald hinein. Es geht bis Kilometer 5 stetig bergauf. Bei Kilometer 6 biegen dann die 10 Kilometerläufer links ab und die Halbmarathonis müssen noch ein kleines Stück weiter den Berg hinauf. Erst dann wird es wieder flacher bzw. geht es hinaus in ein Maisfeld, von dem aus man einen herrlichen Weitblick in die Landschaft zwischen Nunkirchen, Niederlosheim, Rappweiler bis Thailen hat. Nach einer großen Waldschleife in Richtung Nunkirchen geht es auf dem vorherigen Weg zurück nach Noswendel.

Das Ziel befindet sich am kleinen aber feinen Noswendeler See. Direkt vor dem Bootshaus werden alle Läufer vom 1,5 km-, 5km-, 10km- und Halbmarathonlauf empfangen. Leider lief es für mich ganz übel, denn die zweite Streckenhälfte war für mich eine einzige Qual. Dies lag natürlich nicht an der Veranstaltung. Ich hatte gesundheitlich einen schlechten Tag und konnte dies nicht im Vorfeld zuordnen. Umso besser lief es bei meiner besseren Hälfte. Jenny konnte sich perfekt einteilen und lief den Halbmarathon vom ersten Meter bis zum letzten durch. Chapeau! Seit dem Nordseelauf hat sie ein viel besseres Laufgefühl gewonnen und kann sich selbst bei schwierigen Strecken besser einteilen.

Der Volkslauf selbst gehört nun zu Jennys Lieblingsstrecken. Von daher werden wir mit Sicherheit wieder zurückkommen. Bis dahin steht noch viel auf dem Plan. Die nahe Zukunft werden wir mit Starts bei Volksläufen erst einmal spontan angehen. Es bleibt also eine spannende Saison.

#318

14.7.17
10. Mittelpunktlauf


Heute geht es mit Nick und Jenny zum Mittelpunktlauf. Vom Lauftreff sind noch Margit, Bernhard und Erwin dabei. Seit langem spielt in Habach auch mal das Wetter mit. Es ist mild bei bedecktem Himmel. Da Jenny sich vorgenommen hat, ihre Bestzeit von Habach zu verbessern, laufe ich heute mit ihr, um ihr den Weg frei zu boxen, denn hier sind die Wege eng und 500 Läufer/innen möchten ebenfalls dieselbe Strecke laufen. Für einen 5 Kilometerlauf sind das beachtliche Zahlen. Beachtlich ist auch Jennys Bestzeit. Für eine 30:47 muss sie schon Gas geben. Die Streckenverhältnisse sind nämlich nicht ganz einfach. Fast 100 Höhenmeter sind zu bewältigen. Sind wir also gespannt, ob es heute was wird auf den Straßen von Habach, dem umliegenden Wald und den Wiesen.

Die ersten 1,5 Kilometer gehen fast nur den Berg hinab. Hier heißt es erst einmal laufen lassen. Bevor man auf den nächsten 2 Kilometer eher nur bergauf läuft. Jenny macht dies heute sehr gut. Selbst die steile Rampe kann sie zügig durchlaufen. Wobei man ihr die Quälerei ansieht. Es ist nicht ihre Lieblingsdisziplin. Da die Habacher jedoch jedes Jahr mit vielen Leuten zu unserem Osterlauf kommen, ist es für meine hübschere Hälfte Ehrensache, dass wir jedes Jahr in Habach antreten.

Die letzten 1,5 Kilometer verlaufen dann wieder auf Asphalt. Ab dem Ortseingang nach Kilometer 4 warten sogar wieder viele Zuschauer, die kräftig anfeuern. Umso genialer ist die Endzeit von 30:15. Wer hätte das gedacht? Im Ziel ist es Jenny noch relativ egal. Sie ist einfach nur fertig, doch auf der After-Run-Party realisiert sie bei einer Pizza das Geleistete und macht einen zufriedenen Eindruck. Nick zieht sich ebenfalls eine Pizza rein. Ob er sie verdient hat mit einer 26er Zeit? Eher nicht, aber ein 18- Jähriger hat wohl was anderes im Kopf, als fürs Laufen zu trainieren. Von daher wollen wir mal nicht so streng sein. Ansonsten warten dieses Jahr noch sehr schöne Läufe auf uns. Unter anderem haben wir noch den Schwarzwald-Marathon auf dem Plan stehen. Wir freuen uns auf die zweite Saisonhälfte.
 

#315

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Kleiner Rückblick auf den Mittelpunktlauf in Bildern

2012 eine Wasserschlacht in Habach
Zum Vergrößern bitte Foto anklicken.
2014 Nick in ROT

2016

17.6. bis 24.6.2017
16. EWE-Nordseelauf 2017

“Mach nicht halt - lauf gegen Gewalt“


Hafenausfahrt vom Neuharlingersiel

Unter diesem Motto startet der 16. EWE-Nordseelauf bei sieben Etappen entlang der Nordseeküste und auf den Ostfriesischen Inseln. Laut eigener Aussage des Veranstalters, gehört der Lauf zu den 10 schönsten Laufveranstaltungen der Welt. Gelaufen wird durch große Seehafenstädte, beschauliche Fischerorte, über grüne Deiche und entlang weißer Inselstrände. Alle zwei Jahre läuft man nur auf den Inseln der Nordsee. In diesem Jahr sind es 5 Etappen auf dem Festland und 2 auf Inseln. Neben der Landschaft genießt man die salzhaltige Seeluft, welche den ganzen Organismus fordert. Mit all diesen Aussagen wirbt der Nordseelauf für sich. Das ausgegebene Motto möchte ein Zeichen gegen Gewalt, für Fairness, Respekt und Mitmenschlichkeit  werben. Das passt alles sehr gut zu unserer Weltanschauung. Von daher sind wir mehr als gespannt, welche Laufabenteuer diese Woche für uns bereithält.

Der Nordseelauf selbst steht schon lange auf unserer Liste. Eine Teilnahme hat aus verschiedensten Gründen nie gepasst, doch dieses Frühjahr war es soweit. Bei der Planung des Jahresurlaubes wollten wir an die dänische Nordseeküste. Als Läuferpaar sucht man natürlich nach Laufveranstaltungen im Urlaub. Beim Durchwühlen des niedersächsischen Laufkalenders ist mir dann wieder der Nordseelauf in Erinnerung gekommen. Meine bessere Hälfte musste ich von einem Aktivurlaub nicht überzeugen. Jenny war sofort Feuer und Flamme. Zumal Aktivurlaub in Ostfriesland für sie heißt, jeden Abend Pfannkuchenhaus und dänisches Eis in Greetsiel bis zum abwinken. Da sprechen wir wohl eine andere Sprache als die meisten anderen Paare in Deutschland….
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15.6.17
Jetzt geht´s looos……

Endlich ist Fronleichnam….Um 5:30 Uhr ist die Nacht vorbei. Normal brauchen wir 6 Stunden bis nach Ostfriesland. Heute läuft alles glatt, aber leider nur bis Köln. Danach kommt ein Stau nach dem nächsten. Deutschland scheint eine einzige Baustelle zu sein. Wir lassen uns die gute Laune aber nicht verderben und kommen nach fast 8 Stunden im Neuharlingersiel an. Nach etwas akklimatisieren am Hafen fahren wir zum Abendessen ins Pfannkuchenhaus. Morgen folgt dann die Vorbesprechung zum Nordseelauf. Wir sind sehr gespannt. Eventuell fahren wir noch auf die Insel Langeoog. Die aber alles unter größter Regeneration, denn die 7 Etappen werden lange.

Hafen vom Neuharlingersiel

Jenny im Hafen

Strand vom Neuharlingersiel

Jenny am Strand

Tja...und ich wäre dann auch dabei. Zwei Tage vor dem Lauf tut zumindest noch nichts weh.

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16.6.17
Morgen geht es los

Eigentlich stand nur Regeneration auf dem Programm. Am Ende war es ein Kampf gegen den Wind. Wir haben uns noch gewundert, dass es sich auf der Insel Langeoog so reibungslos Radfahren lässt. Nach 10 flotten Kilometer in Richtung Ostküste, war der Rückweg brutal. Der Wind blies mit allem was er hatte. Somit sind wir für morgen schon warm gefahren. Danach folgte im Binsenersiel die Informationsveranstaltung des Nordseelaufes. Eine sehr sympathische Mannschafte hat der Veranstalter am Start. Wir sind nun mehr als gespannt und freuen uns tierisch auf die 1. Etappe im Wangerland.


Leuchtturm von Langeoog

2 Saarländer davor

Gute lachen auf dem Hinweg

100 Meter und das Meer liegt zwischen dem Bensersiel und Langeoog
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17.6.17
1. Etappe
Jubiläums-Strandlauf (10km)

Wangerland


Etappeninfo:

Das Nordseeheilbad Horumersiel-Schillig feiert in diesem Jahr sein 475-jähriges Bestehen. Aus Anlass dieses Jubiläums findet die Eröffnungsetappe des EWE-Nordseelaufs auch in Horumersiel als "Jubiläums-Strandlauf" statt. Vom Start- und Zielpunkt bei der Friesland-Therme in Horumersiel führt die Strecke über befestigte Straßen und Wege durch die Grünanlagen am Strand in Horumersiel zum Campingplatz Schillig und von dort am Deich entlang bis zum Beginn der Schutzzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Von dort direkt am Sandstrand über eine Strecke von 2600 Metern zurück zum Campingplatz und dann auf der Strandpromenade am Hafen Horumersiel vorbei zurück zur Friesland-Therme.

(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Rund 1 Million Touristen kommen pro Jahr nach Horumersiel-Schillig. Jenny und ich haben uns schon selbst von der Gastfreundschaft in dieser Region überzeugt. Im vergangenen Jahr haben wir hier Urlaub gemacht. Die Gastfreundschaft selbst ist etwas speziell. Es dauert ein paar Tage bis man erkennt, dass die raue Art doch herzlich gemeint ist. Wir haben damals auch bei einer Laufveranstaltung teilgenommen. Es war der Friesencross vom MTV Hohenkirchen. Der gleiche Verein richtet die heutige Etappe aus. Den Friesencross selbst können wir nur jedem Urlauber ans Herz legen. 5 Km verläuft die Strecke am Strand und den Dünen vorbei. Die restlichen 5 km gehen direkt durch das Watt. Wo kann man das sonst noch erleben? Klar, beim Nordseelauf, aber diese Etappe von Neuwerk  aufs Festland ist in diesem Jahr nicht vorgesehen. Von daher sind wir froh, dass wir diese Erfahrung schon im letzten Jahr machen durften. Der Ort hat natürlich mehr zu bieten als nur schöne Laufstrecken. Die Touristen werden hier vorzüglich umsorgt. Im Horumersiel befindet sich z.B. die Friesland-Therme, welche wir ebenfalls getestet haben und die ihren ganz eigenen Charme besitzt. 

Bericht:
Endlich ist es soweit und wir stehen am Start des 16. EWE-Nordseelaufes. Darauf haben wir uns lange gefreut. Die Leute sind sehr gut drauf. Laut Veranstalter sind es über 500 Läufer/innen. Zur Einstimmung singen die 500 lautstark das Lied von Klaus und Klaus, “An der Nordseeküste“. Gleichzeitig wird geschunkelt und kräftig geklatscht. Klingt jetzt doof, ist aber hier so und macht irgendwie Spaß.

Danach erfolgt der erste Startschuss für uns. Zuerst geht es über den Deich in Richtung Campingplatz von Schillig. Hinter dem Campingplatz geht es am Strand von Schillig vorbei. Wir sind überrascht, wie viele Urlauber am Rand stehen und kräftig anfeuern. Hinter dem Hauptstrandabschnitt bei Kilometer 3 kommt der Gegenwind. Er ist relativ harmlos im Gegensatz zu dem was wir auf Langeoog erlebt haben. Der Abschnitt hier ist für Jenny und mich sehr bekannt, da wir im Vorjahr hier schon Urlaub gemacht haben und den Wattlauf von Schillig absolviert haben. Kurz vor Kilometer 5 wechseln wir vom asphaltierten Weg auf den Strand, um von hieraus wieder zurück zum Horumersiel zu laufen.

Der erste Kilometer auf Sandboden läuft sehr gut. Der Strand ist sehr fest. Man kann fast das vorherige Tempo weiterlaufen. Ich finde auch direkt den besten Weg. Kilometer 7 ist wiederum schwieriger, da der Sand weicher wird. Ich laufe immer ganz nahe an der Wasserkannte, denn immer wenn das Wasser weg geht, bilde ich mir ein, dass der Boden härter ist. Gegen Ende des Strandabschnittes wird der Boden wieder fester. Dann aber kurz vor Kilometer 8 kommt eine kleine Rampe. Es läuft gut bei mir. Ich kann mit viel Kraft die Ebene hoch laufen, um mit dem dort stehenden Animateur abzuklatschen.

Die letzten zwei Kilometer gehen über die Strandpromenade auf Asphalt. Also kein Problem mehr. Leider kommt mir ein ungutes Gefühl. Ich denke, dass ich es etwas übertrieben habe. Mit 3 Kilometer Strandlauf bleibt die Uhr im Ziel bei 54 Minuten stehen. Das könnte bei meiner Form etwas zu schnell gewesen sein. Der Lauf, die Zuschauer, die Vorfreude und alles Drumherum haben mich wohl zu sehr motiviert. Ich hoffe es rächt sich nicht. Jenny kommt 17 Minuten später ins Ziel und ist genau im Plan. Wir haben noch 6 Etappen vor uns. Ich glaube sie hat sich im Gegensatz zu mir gut eingeteilt.

Die Siegerehrung findet auf dem Festplatz in der Ortsmitte statt. Dort lassen wir den Abend gemütlich ausklingen, um dann recht zeitnah nach Hause zu fahren, da wir morgen sehr früh raus müssen. Die Fähre nach Baltrum legt bereits um 7:45 Uhr ab. Wir sind gespannt auf unser nächstes Laufabenteuer an der Nordsee.


Jenny beim Warm Up

Vor dem Start

Noch 1km...

...Und im Ziel

#308

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18.6.17
2. Etappe

Dornröschen-Lauf(10,6 km)
Baltrum

Etappeninfo:

Mit gerade mal 500 Einwohnern ist Baltrum die kleinste der Ostfriesischen Inseln. Die kurzen Wege zum Strand sind ideal für Familien, damit der Urlaub zur puren Erholung für Groß und Klein wird. Die Laufstrecke führt über gepflasterte wie unbefestigte Wege entlang des wunderschönen Dünengeländes ins Westdorf. In zwei Runden wird die abwechslungsreiche Route von über 10 km absolviert. Der Startschuss fällt auf dem Dorfplatz vor dem Rathaus.
(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Die kleinste ostfriesische Insel ist eine sogenannte Düneninsel. Sie liegt genau in der Mitte, der ostfriesischen Inselkette. Die Insel selbst ist nur ca. 6km lang und 1km breit. Die nicht mal 500 Einwohner sind also bis auf die gern gesehenen Touristen ganz für sich allein. Wer es also romantisch möchte, der ist hier genau richtig aufgehoben. Die Insel ist autofrei, selbst Fahrräder sind nicht erlaubt. Es gibt lediglich eine Inselkutsche.

Bericht:

Wie kann ein Lauf besser beginnen als mit einem Frühstück im Strandcafé? Auf der Insel Baltrum ist es heute so und wir lassen es uns richtig gut gehen. Danach hängen wir im Strandkorb ab, bis wir unsere Taschen im Bürgerhaus abgeben können. Es ist sehr warm und viel Schatten gibt es hier nicht. Von daher lungern wir mehr rum bzw. genießen einfach mal das schöne Wetter. Auch so vergeht die Zeit wie im Flug, Die Insel macht wirklich einen Dornröschenhaften Eindruck. Die Uhren ticken irgendwie langsamer und man spürt, dass die Leute wenig Bock auf die 500 Teilnehmer vom Nordseelauf haben. Das hat jetzt nichts mit Missachtung zu tun, vielmehr man mag es wohl lieber ruhiger. Man hat zwar freiwillig die Café´s und Bäckereien früher geöffnet, doch tun es hier auch 5 Kunden in der Stunde, statt wie heute 500.

Im Startfeld herrscht wieder beste Stimmung. Spätestens 5 Minuten vor dem Start erfolgt das Nordseelied und alle schunkeln wieder mit. Im Ortskern sind auch heute wieder überraschend viele Zuschauer. Ob das alles Angehörige von Teilnehmern sind? Keine Ahnung, jedenfalls spornt es riesig an. Die erste Runde verfliegt trotz heißem Wetter recht schnell. Nach 29 Minuten bin ich wieder im Start-Zielbereich. Eine Runde hatte nach meiner Uhr 5,4 Kilometer.

Nach der ersten Runde merke ich jedoch die bereits gelaufenen Kilometer. Entlang der Südseite von Baltrum geht es Richtung Ostdorf. Von Kilometer zu Kilometer werde ich langsamer. Ich befürchte schon, dass Jenny bereits auf der 2. Etappe eingehen wird. So heißes Laufwetter ist sie nicht gewohnt. Kurz vor dem Rückweg geht es bei diesem Lauf in die Dünenlandschaft. Direkt am Übergang dazu steht die Jugendherberge, an der man sich mit einem Wasserschlauch abspritzen lassen kann. Ich tue das heute liebend gern, so kann ich wenigstens die letzten 3 Kilometer durchjoggen. In den Dünen sind unzählige Kaninchenlöcher. Die ganze Insel kommt einen wie ein Schweitzer Käse vor.

Im Ziel angekommen bin ich heil froh durchgekommen zu sein. Das war heute harte Arbeit. Für morgen nehme ich mir einen gaaaaanz langsamen Schnitt vor. Keinen Stress, sonst könnte das ins Auge gehen, bei noch 5 ausstehenden Etappen. Leider zickt auch mein Fuß ein wenig. Zu meiner Überraschung kommt Jenny relativ locker ins Ziel. Ich glaube sie kann wirklich die 7 Etappen schaffen, wenn es für sie so weiter läuft.

Den Rest des Tages bis zur Abfahrt lassen wir es uns bei feinstem Inseleis gut gehen. Am Ende treffen wir noch unsere neue Schweitzer Freundin Regina. Wir quatschen und die Zeit bis zur Abfahrt vergeht wieder viel zu schnell. Auch der zweite Tag geht nun zu Ende. Bei einem weiteren Besuch im Pfannkuchenhaus...


Da freut sich aber jemand auf sein Frühstück

Ok....es ist wirklich gut

Kurz vor dem Start

Baltrum

An der Nordseeküste, klatsch, klatsch, klatsch, klatsch .... usw.

Im Süden der Insel

In den Dünen

Noch 1km für Jenny

Sieht gut aus!

#309

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19.6.17
3. Etappe

Greetsieler-Leuchtturmlauf (10,8 km)
Krummhörn-Greetsiel

Etappeninfo:

Greetsiel mit dem 600-jährigen Krabbenkutterhafen und historischer Häuserzeile beheimatet die größte Krabbenkutterflotte im Weser-Ems Gebiet. Die Strecke ist zum größten Teil asphaltiert, gepflastert und auf der Deichkrone teilweise uneben. Von der Oase Greetsiel führt die Laufstrecke direkt an den Deich. Binnendeichs erreichen die Sportler den beliebten rot-gelb geringelten Pilsumer Leuchtturm. Dort wird der Deich überquert und es erwartet die Teilnehmer ein traumhafter Panoramablick auf das UNESCO-Weltnaturerbe. Entlang der Salzwiesen geht es in Richtung Seeschleuse. Der Deich wird abermals überquert und es geht weiter auf der Deichkrone in Richtung Ortsmitte. Auf Höhe des Badesees verlassen die Sportler den Deich und laufen entlang der Fahrrinne bis in den historischen Kutterhafen. Auf den letzten Metern geht es durch den malerischen Ortskern in den Zieleinlauf.

(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Greetsiel wurde bekannt durch den Otto-Film und den damit verbundenen Pilsumer Leuchtturm. Der Leuchtturm selbst ist schon lange nicht mehr in Betrieb. Jedoch kommen jedes Jahr unzählige Touristen, die das rot/gelb geringelte Wahrzeichen sehen möchten. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass er nur Kulisse für einen Film des Komikers war. Wir selbst waren im letzten Jahr am Turm. Dort sind leider sehr viele Schmierereien, was wir ebenfalls nicht nachvollziehen können. Im historischen Ortskern liegen die Krabbenkutter vor Anker. Der Ort lebte lange Zeit vom Meer und dem, was das Meer so hergibt. Eine Reise nach Greetsiel lohnt sich zu jeder Zeit, denn der Ort gibt mehr als nur Krabbenkutter bestaunen. Die Geschichte geht weit zurück und ist hier mit ein paar Worten nicht zu vermitteln.

Bericht:

In Greetsiel waren wir bereits vergangenes Jahr. Für uns ist dies eines der urigsten Hafenstädtchen in Ostfriesland. Von daher haben wir uns ganz besonders auf diese Etappe gefreut. Außerdem laufen wir heute am Otto-Leuchtturm vorbei. Aus diesen Gründen und wegen der Tatsache, dass ich die ersten beide Tage etwas zu schnell unterwegs war, werde ich heute mit Jenny bis hinter den Leuchtturm, bei Kilometer 5 zusammen laufen.

Der Start befindet sich im gemütlichen Ortskern von Greetsiel. Ein paar hundert Meter weiter befindet sich der alte Hafen. Dort reiht sich ein Backsteinhäuschen ans nächste. In jedem befinden sich gemütliche Geschäfte, Lokale, Teestuben und vor allem ein Eiscafé mit dänischem Eis. Dieses ist der absolute Renner in Greetsiel. Wir wollen ehrlich bleiben und deshalb geben wir zu, dass wir uns zwei Stunden vor dem Lauf einen brutal leckeren Joghurteisbecher reingezogen haben. Ob sich dieses unprofessionelle Verhalten negativ auswirkt, wird sich gleich zeigen. Von daher sehen wir die erhöhte Eisaufnahme als ganz spontanen Lauftest.

Auch heute sind es wieder sehr viele Zuschauer im Startbereich. Traditionell schickt sich sich das 500 Mann/Frau starke Teilnehmerfeld mit dem Nordseelied selbst auf die Reise. Der Bürgermeister muss lediglich noch den obligatorischen Startschuss abfeuern und schon laufen wir los. Es geht schnell aus dem Ort hinaus bis vor den Deich von Greetsiel. Immer am Deich vorbei geht es Richtung gelb/rot geringeltem Pilsumer Turm.  Jenny überrascht sich heute selbst. Sie spult ihre Kilometer in einem flotten 7er Schnitt ab. Die Beine sind trotz Sonnenbrand lockerer als die Tage zuvor. So kommen wir nach vier Kilometern am Turm an. Dieser steht bekanntlich auf dem Deich. Dort laufen wir die Stufen hoch, um auf der anderen Seite wieder am Deich zurück zu laufen.

An dieser Stelle verabschiede ich mich von meiner besseren und hübscheren Hälfte. Die letzten 5,8 km werde ich etwas schneller in Richtung Greetsiel zurücklaufen. Dies gelingt mir ganz gut. In der Regel pendele ich mich bei einem 5:30er Schnitt ein. Dies sollte mir genug Kraft für die morgigen 12 Kilometer übrig lassen. Danach haben wir einen Pausentag. Zur Strecke sei noch gesagt, dass die letzten 5km über den Deich selbst und am Meer vorbei Richtung Hafen führen. Von Weitem sieht man schon die Mäste der kleinen Krabbenkutter. Im Hafen selbst gibt es einen der tollsten Zieleinläufe, die wir bisher hatten. Viele Leute stehen im gemütlichen Hafen und feuern kräftig an. Es macht einfach Spaß hier zu laufen.

Am Ende brauche ich 70 Minuten für die nicht ganz 11 km. Das ist ok, wenn man noch 4 Etappen vor sich hat. Jenny kommt nur 9 Minuten später ins Ziel und ist sehr zufrieden mit ihrer Leistung. Vom morgigen Tag im Dornumersiel haben wir kaum eine Vorstellung. Dornumersiel ist für uns ein weißer Fleck. Von daher lassen wir uns einfach mal überraschen. Bis jetzt hatte jeder Ort eine Überraschung für uns parat.


Greetsiel, für uns der schönste Hafen

Beste Vorbereitung?!?!?

Jenny mit unserer neuen Freundin aus der Schweiz

Und wieder singen wir das Lied der Nordsee

Am Pilsumer Turm

Vor dem Turm von Otto

Sonnenuntergang in Greetsiel

Wir kommen wieder

#310

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20.6.17
4. Etappe

Dornumersieler Deichroute (11,7 km)
Dornumerland

Etappeninfo:

Das Herzstück Dornumersiels ist der idyllische Speichersee "Mahlbusen", der zum Flanieren einlädt. Der SeeparkWest verbindet auf reizvolle Weise das Fischerdorf mit dem Hafen- und Strandbereich. Wie schon der Streckenname verrät, führt die Dornumersieler Deichroute ein Stück am Deich entlang. Start und Ziel befinden sich auf der Drachenwiese beim Schwimmbad. Das Meer, die salzige Luft und das Weltnaturerbe Wattenmeer machen die Strecke zu einem besonderen Erlebnis. Auf dem Deich könnte auf Euch schon die erste Herausforderung warten. Denn da wo Meer und Strand sind, gibt es immer Wind, der auch mal stärker wehen kann. Nachdem ihr den Deich hinter Euch gelassen habt, geht es weiter durch die ostfriesische Landschaft. Die Strecke ist zum großen Teil asphaltiert.

(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Einer der ältesten Hafenorte an der ostfriesischen Küste. Stolz bezeichnet man sich als Sielort. Siel ist die Bezeichnung für einen verschließbaren Gewässerdurchlass in einem Deich. Nordseebad ist man seit 1990. Hierzu hat man einen Sandstrand von 70.000m2 zu bieten. Ansonsten geht es eher gemütlich zu. Im Reethaus am Meer befindet sich eine Spielscheune mit Leseraum, Bücherei, Kaminzimmer, Tischtennisplatten, Bastel- und Werkräume sowie Seminar- und Vortragsräume.

Bericht:

Heute ist der letzte Tag vor dem Pausentag. Die Strecke macht laut Plan einen eher eintönigen Eindruck. Es gibt fast nur lange Geraden, die teilweise mehrere Kilometer lang sind. Eigentlich gar nicht unser Ding. Zudem ist es heute eher kühl. 19° Grad und starker Wind machen die Entscheidung lang oder kurz zu laufen nicht einfacher. Die meisten laufen im Shirt. Auf dem Deich  wird es wohl ziehen…

Umso überraschter bin ich auf den ersten Kilometern. Diese ziehen sich zwar etwas an der Küste entlang Richtung Westen, doch man hat unglaublich viel zu sehen. Die Salzwiesen, die grünen Wiesen und das Watt geben auf jedem Abschnitt ein interessantes und anderes Bild. Es ist kaum zu glauben, wie kurzweilig die Strecke ist. Vor allem läuft es auch heute wieder rund. Die Beine sind viel fitter als ich dachte. Ständig ist es ein Schnitt um die 5:30 pro Kilometer.

Es dauert nicht lange und die ersten 6 Kilometer sind abgespult. Wobei Abspulen das falsche Wort ist. Die Landschaft ist so schön, es macht einfach Spaß jeden Tag hier zu laufen. Auf dem Rückweg bleibt es bei langgezogenen Wegen, doch merkt man diese kaum, da man immer im Pulk ist und weiterhin viel zu gucken hat. Kurz vor Kilometer 8 geht es durch ein Deichtor zurück in die Salzwiesen. Es gelingt mir sogar das Tempo leicht anzuziehen. Von daher will ich jetzt mal draufhalten. Vor dem Deich geht es dann in Richtung Ziel. 500 Meter davor müssen wir den Deich hinauf. Oben angekommen sieht man das weitläufige Areal. Das Ziel befindet sich unter dem Deich neben dem Campingplatz und dem Freibad. Ich freue mich auf den Zieleinlauf, wo die meisten doch froh sind, dass jetzt erst einmal Pause ist. Bei mir bleibt die Uhr auf 64 Minuten stehen. Dies dürfte mein schnellster Lauf gewesen sein. Bei Jenny läuft es ähnlich gut. Von daher hätte es für uns ruhig noch weiter gehen können. Nach dem Pausentag geht es dann auf die Insel Spiekeroog. Das Wetter ist wieder deutlich wärmer gemeldet. Von daher haben wir gemischte Gefühle, da es auf den Inseln bekanntlich kaum Schatten gibt. Aber warten wir auch hier einfach mal ab. Mit der schönen Strecke von heute hätten wir ja ebenfalls nicht gerechnet.

Eines kann man jetzt schon sagen, der Nordseelauf ist eine ganz tolle Veranstaltung. Natürlich ist es nicht ganz billig, doch wenn man sieht, was hier alles zur Organisation dazu gehört, ist der Preis absolut gerechtfertigt. Die Logistik, das riesige(stets gut gelaunte und kompetente) Helferteam, die Verpflegung und vieles mehr was alles dazu gehört...




Vor dem Lauf

Kurz vor dem Ziel

Nur noch 50 Meter

#311

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22.6.17
5. Etappe

Spiekerooger Dünenlauf (12 km)
Spiekeroog

Etappeninfo:

Die grüne Insel liegt nahe genug am Festland, um schnell erreichbar zu sein. Und fern genug, um den Alltag hinter sich zu lassen und ganz und gar auszuspannen. Frei nach dem Motto doppelt hält besser werden beim Spiekerooger Dünenlauf zwei Runden mit einer Länge von je 6 km gelaufen. Beim Haus des Gastes (Kogge) unterhalb des InselBades und DünenSpa befindet sich der Start- und Zieleinlauf. Vorbei am Kinderspielhaus führt der Weg leicht bergauf in Richtung Strandhalle. Ein Blick auf die Nordsee und das Weltnaturerbe Wattenmeer darf dabei nicht fehlen. Nach der Strandhalle führt die Strecke durch die wunderbare Spiekerooger Dünenlandschaft bis es wieder Richtung Inseldorf geht. 

(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Die Insel liegt zwischen den Inseln Langeoog und Wangerooge. Fast die Hälfte der 18,25 Quadratkilometer großen Insel ist ein Naturschutzgebiet und auch nicht zugänglich. Es fahren keine Autos. Im Gegensatz zu Baltrum darf man sich jedoch mit dem Fahrrad fortbewegen. Der Bäderbetrieb begann bereits im 18. Jahrhundert. Ein großer Sandstrand breitet sich an der Nordseite der Insel aus. Früher war dieser noch zwischen Männern und Frauen getrennt. Die Männer fuhren mit der Inselbahn in den Osten der Insel. Die Frauen mussten zu Fuß zu ihrem Strand laufen. Heute ist die kleine Inselbahn nur noch für Touristen da. Den Männerstrand gibt es nicht mehr. Im letzten Jahr waren wir bereits auf Spiekeroog und hatten einen sehr schönen Mittag am herrlichen Strand verbracht. Aus diesem Grund freuen wir uns besonders auf diese Etappe.

Bericht:

Die Fähre nach Spiekeroog legt vom Neuharlingersiel aus  ab. Das Fährhaus ist 300 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Schon auf dem Weg dorthin ist der Himmel bedeckt und es ist brutal schwül. Das gibt Jenny und mir gleich ein ungutes Gefühl. Auf Spiekeroog gehen wir zuerst an den Strand, um mit Regina noch etwas dummzuschwätze. Danach machen wir uns langsam fertig. Der Start ist bereits um 14:00 Uhr. Die Wetterverhältnisse sind noch schlechter zum Laufen als auf Baltrum. Dafür kann natürlich niemand was. Jenny und ich sind nach dem Pausentag voll motiviert. Bremsen uns aber wegen den schwierigen Verhältnissen gegenseitig.

Auf Spiekeroog sind zwei 6km – Runden zu laufen. Die erste Runde wollen wir erst einmal antesten. Der Startschuss ertönt nach erfolgreich durchgesungenem Nordseelied von allen Startern/innen am Nordseebad. Von dort geht es direkt in die Dünenlandschaft hinaus. Hier und da kommt es zu kleinen Staus, da die Wege hier kein Platz für 450 Leute gibt.

Im Gegensatz zu den anderen Etappen sind die Wege ganz leicht wellig, was einen bei der Wärme schnell hinter den Atem bringt, zumal es keinerlei Schatten gibt. Toll ist, dass der Veranstalter alle 2 km Wasserstellen vorbereitet hat. Auch hier sind wieder viele Zuschauer bzw. Touristen am anfeuern. Das macht es natürlich leichter auf den zwei Runden, welche ohnehin nicht leicht für den Kopf zu laufen sind.

Am Nationalpark-Haus geht es auf asphaltierten Wegen zurück in Richtung Spiekeroog – Ort. Es bleibt weiterhin hart zu laufen. Erst im Ort selbst spenden Bäume Schatten, doch ist dies nur rund ein Kilometer Streckenlänge. Ich nutze jede Verpflegungsstelle zum Wassertanken. Einen Becher zum trinken, einen  zum über den Kopf zu schütten. Auf der zweiten Runde habe ich kaum noch was hinzu zu setzen. Ich bin froh, dass mein Schnitt knapp unter 6:00 Min/km bleibt. Umso überraschter bin ich im Ziel, dass eine Zeit von 1:09 Std. für eine Platzierung im Mittelfeld reicht. Anscheinend ging es den anderen Läufern nicht besser als mir.

Die größte Überraschung ist wieder einmal Jenny. Ich lerne sie an der Nordsee auf jeder Etappe neu kennen. Auch wenn sie sichtlich gezeichnet vom Wetter ist, so kommt sie immer mit einem Lächeln entgegen und ist hoch motiviert alle Etappen zu laufen. Ich glaube auch, dass sie sich selbst neu kennenlernt und viele neue Lauferfahrungen für sich mitnimmt. Sie läuft ja nicht erst seit gestern, von daher ist dies umso erstaunlicher.

Morgen wechseln wir leider das Quartier. Bei allen kommt langsam das wehmütige Gefühl auf, dass diese tollen Tagen doch irgendwann ein Ende haben werden. Naja, zwei Tage haben wir jedenfalls noch und eine Schweitzer Freundin haben wir zudem dazu gewonnen. Warten wir also ab, was in Zukunft noch für Laufabenteuer auf uns zukommen. Vielleicht sogar im Land der Eidgenossen. Wer weiß?  







#312

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23.6.17
6. Etappe

Watt´n Strand-Lauf (10,6 km)
Otterndorf

Etappeninfo:

Gleich hinter dem Deich erstrecken sich die Seen und Wasserläufe des Landschaftsparks mit seinen Ferienhäusern im skandinavischen Charakter. Die Laufstrecke besteht aus zwei Runden auf befestigten Wegen bzw. Asphalt, vorbei am Nordsee, am Südsee, durch den Wasser- und Landschaftspark mit Blick auf die zahlreichen Ferienhäuser, über den Deich entlang des meist befahrenen Weltschiffahrtsweges und schließlich auf der Deichkrone zurück. Die 2. Runde wird dann etwas verkürzt.

(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Im Gegensatz zu den bisherigen Veranstaltungsorten hat Otterndorf bereits Laufgeschichte geschrieben. Gleich mehrere deutsche Meisterschaften wurden hier in der Vergangenheit ausgetragen. Unter anderem die 6h-Ultrameisterschaft des DUV, 2005 & 2009 die deutschen Meisterschaften über 10km. Wie fast alle Orte an der Küste hat auch Otterndorf eine lange Geschichte. Zudem gibt es viele geschichtliche Dokumente im Ortskern zu sehen. Von daher ist ein spannender Aufenthalt in dem 7000 einwohnerstarken Örtchen garantiert. Otterndorf selbst liegt östlich von Cuxhaven.

Bericht:

Mit etwas Wehmut haben wir heute unser Quartier gewechselt. Vom Neuharlingersiel sind wir die Nordsee Luftlinie etwa 70km weiter nach Norden gezogen. Auf der Straße sind es dann rund 120km, da man den Jadebusen umfahren muss. Das neue Quartier befindet sich in Wremen und es ist ein wunderschönes Zimmer bei der Familie Bahl. Hier finden wir alles, was wir bis zum Ende der Woche benötigen. Am Hafen gibt es zudem eine tolle Fischbude, an der wir uns für die bevorstehende Etappe in Otterndorf stärken.

Die 6. und damit vorletzte Etappe bietet für uns endlich kühle Temperaturen. Gestartet wird direkt am Deich. Auch die anderen Läufer sind leicht wehmütig angehaucht. Jeder hätte noch Lust weiter zu laufen, doch müssen wir irgendwann wieder arbeiten gehen. So ist das nun mal. Wir sind halt keine Profis, denke ich noch bei mir und schon ertönt der vorletzte Startschuss. Gleich auf den ersten Kilometern über den Campingplatz geben mir meine Beine grünes Licht. Ich bin weiterhin sehr überrascht, wie gut sie das alles mitmachen. Die Strecke selbst ist ein Augenschmaus. Die Ferienhäuser und der Campingplatz liegen wunderschön im Landschaftspark, der mit Seen und Wasserläufen übersät ist.

Am Ende dieses Bereiches geht es über den Deich zur Nordsee hinunter. Ein herrlicher Ausblick auf das Meer, mit den großen Schiffen wartet auf uns, und das Beste ist, wir haben Rückenwind. An vielen gemütlichen Kühen vorbei geht es auf die Strandpromenade, bevor wir auf den Deich zurücklaufen. Bei der zweiten Runde werden wir etwas früher abbiegen, da die zweite Runde verkürzt ist. Kurz vor der zweiten Runde habe ich einen Schnitt, der eine Zeit von unter einer Stunde gut machbar erscheinen lässt. Dies wäre ein Schnitt von unter 5:30 pro km. Eigentlich war mir die Zeit egal, doch jetzt bin ich motiviert und will es wissen bzw. mal meine Grenzen austesten.

So laufe ich auf der zweiten Runde noch an den einen oder anderen heran. Die Wasserläufe sind genauso schön anzusehen wie auf der ersten Runde und die gemütlichen Kühe stehen noch immer unterhalb des Deiches. Wobei eine mit den Streckenposten flirtet. Selbst die beiden letzten Kilometer verlaufen in einem sehr guten Schnitt. Netto habe ich dann im Ziel eine 56 auf der Uhr, was ich wirklich kaum glauben kann.

Gemütlich jogge ich an unser Auto, um dann in aller Ruhe auf dem Deich nach Jenny Ausschau zu halten, doch von wegen! Mein bestes Stück ist schon am Deich als ich komme. Keine Ahnung, was mit ihr an der Nordsee passiert ist. Ich habe sie beim Laufen noch nie so motiviert und entschlossen kennengelernt. Sie ist fest entschlossen den Nordseelauf zu finishen und bringt es heute tatsächlich fertig, einen 6er Schnitt zu laufen. Am vorletzten Tag läuft sie ihre schnellste Etappe. Ich ziehe meinen Hut und lade sie zum Abschluss in den Ratskeller von Otterndorf ein. So schön und lecker es dort ist, morgen folgt unser letzte Tag beim Nordseelauf, dann heißt es verabschieden aber auch feiern, wenn wir alle gesund im Ziel angekommen sind.


Vor dem Lauf

Kurz vor dem Ziel

Am Abend im Lokal

#313

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24.6.17
7. Etappe

Havenwelten-Lauf (10,2 km)
Bremerhaven

Etappeninfo:

Wo die Weser in die Nordsee mündet, liegt Bremerhaven, die größte Stadt an der deutschen Nordseeküste. Die 10,6 km lange gepflasterte Strecke startet vom Lloyd-Dock. Entlang der Lloyd-Marina, durch die Lohmannstraße und über die Schleuse in die Havenwelten hinein. Vorbei am Zoo und dem Atlantic Hotel Sail City, geht es hinter dem Schiffahrtsmuseum auf das Südende des Deiches. Über den Deich, an der Wasserkante laufend, die Schleuse querend, zurück an die Wasserkante. Nach dem Pingelturm geht es auf der Deichkrone wieder zur Schleuse in die 2. Runde (á 5,3 km). Vom Lohmanndeich zurück in die Lohmannstraße, Lloyd-Marina, ins Ziel am Lloyd-Dock. 

(Angaben des Veranstalters)

 

Zum Veranstaltungsort:

Bremerhaven ist mit dem Überseehafengebiet eine der größten Hafenstädte und eines der wichtigsten Exportzentren Deutschlands. Auch wenn die Stadt nicht direkt an Bremen grenzt, gehört sie politisch zum Bundesland Bremen. Hier befindet sich auch das Deutsche Schifffahrtsmuseum. Die Etappe startet vor dem Lloyd Dok. Die Lloyd Werft Bremerhaven AG ist eine Schiffswerft. Sie wurde 1857 als Werkstatt der Reederei Norddeutscher Lloyd (NDL) gegründet. 2015 wurde sie von Genting Hong Kong übernommen. Das Unternehmen hat eine sehr lange und wechselhafte Geschichte und gehört fest zur Stadtentwicklung von Bremerhaven.   

 

Bericht:

Nun ist es wirklich soweit, wir sind auf dem Weg zur letzten Etappe. Schade, aber alles hat sein Ende und das diesjährige Ende des Nordseelaufes ist in Bremerhaven. Auch heute ist es mit 17°C Grad eher kühl, dazu geht ein relativ starker Wind. Hier im Norden macht sich niemand was aus diesen Windstärken, bei uns zu Hause wäre es wohl ein Sturm. In Bremerhaven angekommen treffen wir uns mit Regina im Hotel. Die Gute hat das Glück, direkt im Hotel neben dem Start zu nächtigen. Und sie hat uns angeboten,nach dem Lauf bei ihr duschen, was es für uns bequemer macht.

Heute sind alle etwas melancholisch drauf. Gut, es hat wohl niemand erwartet, dass wir bis Weihnachten an der Nordsee durchlaufen, doch hätten es im Nachhinein noch zwei, drei Tage mehr sein können. Naja, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist und dies ist definitiv der Fall. Der Start in der HaVenwelt ist unspektakulär. Es geht über eine kleine Brücke in Richtung der oben erwähnten Sehenswürdigkeiten. Nach wenigen 100 Metern kommt mir der Gedanke, wir genial es doch diese Woche war, mit alle Etappen, den schönen Orten, den vielen Eindrücken, den tollen Erlebnissen und vielem mehr, wasich mit meinem Schatz gemeinsam  erleben durfte. Der Nordseelauf ist einfach was ganz besonderes für uns beide geworden und deshalb will ich die letzte Etappe gemeinsam mit meiner Jenny laufen. Bei der Tour de France wird bekanntlich am letzten Tag auch nicht mehr angegriffen und beweisen müssen wir uns in unserem Bereich eh nichts mehr. Von daher warte ich an einer Ecke auf meine Süße und wir laufen gemeinsam durch die HaVen-Welt.

Irgendwie passt heute alles zusammen. Das Gemeinschaftsgefühl bringt uns über die im Vergleich zu den anderen Etappen eher langweilige Strecke. Wir sind uns einig, man kann diese Szenerie von Bremerhaven mal erleben, es muss aber nicht öfter sein. Es ist eine Hafenstadt mit einem großen Umschlagsplatz, von dem aus die Schiffe in die Welt hinaus fahren. Insgesamt macht den Nordseelauf aber die Natur aus, welche wir in dieser Woche so sehr genießen durften. Die zwei Runden heute bei dem Gegenwind am Meer(vor dem Deich) machen das Durchhalten nicht gerade einfacher, zumal es auf ca. 2 km jeweils pro Runde wirklich heftig bläst. Jenny hat heute ihre Uhr im Hotel vergessen, sie ahnt noch nicht, dass sie selbst heute gut drauf ist. Sie läuft ständig einen mittleren 7er Schnitt. Diesen wird sie bis zum Ende durchziehen. Erst auf den letzten 1,5 km auf dem Deich wird ihr bewusst, dass sie es schaffen würde. Sie wird mit mir gemeinsam den Nordseelauf finishen. Dies ist ihr größter sportlicher Erfolg und ich bin sehr, sehr stolz auf meine kleine Frau, die sich selbst einen großen Traum erfüllt hat. Bewusst werden wird ihr dies erst in ein paar Tagen. Vielleicht auf der Arbeit, vielleicht im Alltag. Wo auch immer…. Heute laufen wir jedenfalls gemeinsam durch das Zieltor, klatschen mit dem Spiiiiieker(wie unsere Freundin aus der Schweiz den Sprecher nennt) und dem Eisbären der Bremerhaven Basketballer ab.

Dann beginnt die kleine aber feine Party. Gemeinsam mit Regina lassen wir den Abend bei der Siegerehrung und einem kleinen Essen ausklingen. Wie erwähnt gibt es so gut wie nichts am Nordseelauf zu meckern. Wir nehmen ganz viel für uns mit. Nicht nur, dass ein Aktivurlaub sehr erholsam für die Seele sein kann, nein wir haben auch unsere Körper neu kennengelernt. Jenny hat viel Selbstbewusstsein gewonnen und für sich neue Laufziele gesteckt. Wer hätte so etwas nach den ganzen Laufjahren noch erwartet…

 Manchmal macht es Sinn, dass man einfach mal neue Reize setzt. Ja, und dann sind da die tausend Eindrücke, die wir an der Nordsee gewonnen haben. Am wichtigsten sind aber die Leute. Mit Regina haben wir z.B. eine Läuferin kennengelernt, die ganz auf unserer Wellenlänge ist. Es gibt eben Menschen, da passt es einfach auf Anhieb. Gerade dies macht doch unseren Lieblingssport aus. Wir hoffen jedenfalls, bald wieder am Nordseelauf teilnehmen zu können. Nun freuen wir uns auf die Heimat und die dortige Laufszene. Wir sehen uns beim Laufen.



#314

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20.05.2017
26. Neunkircher Citylauf


Foto: Meisterchip bzw. Veranstalter


 

Citylauf. Manchmal  muss schnell sein und da muss man sich quälen. Was bietet sich da mehr an als bei den Saarlandmeisterschaften in Neunkirchen zu starten? Flache Strecke, erfahrenes Orga-Team und ein  traditionsreicher Lauf.

Durch die Saarlandmeisterschaften werden 100- 150 Teilnehmer/innen mehr als normal erwartet. Man kommt dann auf eine Zahl von knapp 300. Die Stecke würde mehr hergeben. Früher war das auch so, aber leider mag sich heute kaum jemand noch quälen. Von daher ist Jeder ein Sieger, der hier an den Start geht und den Lauf durchzieht. Im Gegensatz zu den Jahren zuvor ist es mal nicht so heiß. Eigentlich sogar ideal bei trockenen 14°CGrad.

Ich weiß zur Zeit nicht, wo ich stehe und laufe nach dem Startschuss einfach mal drauf los. Es geht immer durch die Allee in der Innenstadt. Zuerst  eine kleine Runde hinaus und wieder zurück, danach drei große Runden. Klar, die Strecke ist etwas langweilig. Dafür wie erwähnt flach. Bis Kilometer 5 laufe ich für mich deutlich unter einem 5:00er Schnitte. Leider reicht das Training zur Zeit nicht aus, um durchzuziehen. Das ist mir klar. Es sollte aber eine Zeit werden, die ein gutes Stück flotter ist als die vergangenen Jahre.

Es ist nicht viel, was ich jeden Kilometer auf den 5:00er Schnitt draufpacke. Trotzdem wird es nicht für unter 50 Minuten reichen. Man ist zwar ständig beflügelt bzw. motiviert, wenn man in die Allee zurückkommt, doch reicht es auf den langen Geraden nicht aus. Dort stehen keine Zuschauer mehr, die pushen. Am Ende sind es 50:30 Min. Das ist für mich die schnellste Zeit seit 2011.

Wenn ich an diesem Punkt weiter mache und die Zeit finde, um anständig zu trainieren, dann wird es in der zweiten Hälfte noch mit einer Zeit unter 50 Minuten reichen. Da bin ich mir sicher. In den nächsten Wochen geht es dann weiter mit dem ernsten Laufen in herrlicher Landschaft. Wir starten im Juni beim Nordseelauf. Das ist ein wundeschöner Etappenlauf an der ostfriesischen Nordseeküste entlang. Zwei Etappen erfolgen auf Inseln. Mal schauen, ob ich bis dahin noch bei dem einen oder anderen Lauf im Saarland oder der Pfalz teilnehme. Wie auch immer… wir sehen uns beim Laufen…

#307

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14.05.2017
33. Schluchseelauf

Es ist fast auf den Tag genau 4 Jahre her, dass Jenny und ich am Schluchsee geheiratet haben. Dieses Wochenende kommen wir an diesen schönen Ort der Erinnerung zurück, um wieder am Schluchseelauf teilzunehmen. Der einzige Unterschied, wir haben keine Familie im Gepäck.

Um 12 Uhr packe ich Jenny auf ihrer Arbeitsstelle ein und wir fahren den direkten Weg in den Schwarzwald, denn wir möchten noch gern die Radonsauna  in Menzenschwand genießen. Dies ist eine ganz kleine aber sehr schöne Sauna. Als wir den ersten tollen Tag ausklingen lassen, bahnt sich leider übles an. Am Samstagmorgen haben wir dann die Bescherung. Meine bessere Hälfte ist leider krank. So kommt es, dass wir den Tag so gut es geht mitnehmen, die Laufmesse besuchen, die Startunterlagen abholen und zu guter Letzt noch einen Abstecher in unser damaliges Hochzeitslokal, der Tannenmühle machen. Von genießen kann leider keine Rede mehr sein. Selbst, dass wir mit Wolfgang und seiner Frau noch zwei Urgesteine der saarländischen Laufszene treffen, kann die Stimmung nur leicht anheben.

Am Lauftag  geht es Jenny zum Glück wieder besser. An eine Teilnahme ist aber nicht zu denken. So kommt es, dass ich allein im Startblock stehe. Gestartet wird am Schluchsee aufgrund der hohen Teilnehmerzahl in zwei Blöcken, die wiederrum in 3 Blöcke unterteilt sind. Etwas kompliziert, aber es sind halt die Auflagen des Landkreises. Man muss sich halt immer bewusst sein, dass es ein Landschaftslauf ist. Diese herrliche Landschaft soll natürlich auch langfristig erhalten bleiben. Das geht nicht, wenn über 3.000 Läuferinnen und Läufer auf einmal drauf los laufen.

Das Wetter ist optimal. Es sind milde 14°C Grad, was für den Schluchsee nicht selbstverständlich ist. Vor vier Jahren haben wir uns bei nur 4°C Grad und Dauerregen quasi den A…. abgefroren.  Vom Start aus geht es knapp 1,5 Km durch den Wald hinter dem Ort Schluchsee. Leider ist es sehr eng, was mich doch ziemlich nervt. Auf der Landstraße Richtung Seebrug verteilt sich das Feld etwas. Bei mir läuft es erstaunlich gut. Nachdem ich letzte Woche beim schweren Volkslauf in Höheinöd wieder 51 Minuten auf 10 km Laufen konnte, bin ich heute selbstbewusst um das Tempo zu behalten.

Als nächstes folgt die Staumauer bei Blasiwald. Von dort geht es noch ein kleines Stück bergab in den Ort und die ersten 5km sind im Kasten. Mit 26 Minuten läuft es noch immer sehr gut. In Blasiwald haben wir auch schon öfters Urlaub gemacht. Heute scheinen die Zuschauer dort besonders motiviert. Sie schicken uns unter großem Applaus in den Wald. Von hier sind es 2,5 km Bergauf. Der Weg ist nicht steil aber langgezogen. Erst oben merke ich, dass die Strecke nun doch beigeht oder sind es vielleicht die über 1.000 Höhenmeter, die wir hier haben. Bergab kann ich kaum noch auf die Tube drücken. Am Untergrummenhof sind 10km geschafft. Ich trinke ausgiebig, fühle mich aber total mies. Genauso ging es mir vor 4 Jahren auch. Ok, da war reichlich Alkohol von der Hochzeitsfeier mit bei, was es heute ist weiß, ich nicht genau.

Jedenfalls nehme ich komplett raus und laufe die restlichen 8km gaaaanz langsam durch Aha, unterhalb des Campingplatzes vorbei in Richtung Promenade-Schluchsee. Dort feuern bei noch gutem Wetter wieder viele Zuschauer an. Ich bin erleichtert, dass ich nach 1:49 Std. ins Ziel, unterhalb der Schluchseehalle komme. Trotzdem bin ich irgendwie sauer, die langen Strecken liegen mir dieses Jahr überhaupt nicht. Irgendwas ist immer. Im Ziel wartet dann schon Jenny mit meiner Tasche auf mich. Ich bin sehr froh, dass ich nicht noch zum Auto tappen muss, denn dieses steht bei so vielen Teilnehmern am anderen Ende des Ortes. Wir haben noch eine Rechnung offen und kommen mit Sicherheit bald wieder, dann laufe ich mit Jenny zusammen den Schluchseelauf. Genauso wie wir es dieses Jahr wollten. Nächste Woche folgt nun die Saarlandmeisterschaft in Neunkirchen. Ob ich mal wieder unter 50 Minuten kommen kann, wage ich heute noch zu bezweifeln.

Wir sehen uns beim Laufen…


Zum Vergrößern bitte Foto anklicken.
Genau 4 Jahre Später an gleicher Stelle



#306

23.04.2017
20. Zwei Seen Panoramalauf

Wir kommen langsam ins Rollen. Der Osterlauf ist abgearbeitet und nun beginnt die finale Vorbereitung auf den Nordseelauf im Juni. Für die Grundlagenausdauer steht der 20. Zwei Seen Panoramalauf in Otzenhausen auf dem Programm.

Angeboten werden 12km, 18km und 32km. Die Distanz über 32km ist die ideale Vorbereitung, wenn man einen Frühjahrsmarathon auf dem Plan stehen hat. Für Jenny und mich reichen die 18km. Nach dem Abholen der Startunterlagen bringen uns Busse an den Bostalsee, von dem aus die 18er und 32er gemeinsam zurück nach Otzenhausen starten. Ziel ist dann die Hunnenringhalle direkt in der Ortsmitte.

Kalt ist es am Start. Bei nur 7°C Grad, aber herrlichem Sonnenschein warten wir mit viel Vorfreude auf den Startschuss. Spätestens beim Zwei Seenlauf ist alles auf den Beinen, was das Jahr über bei saarländischen Läufen an den Start geht. Auch dies macht den Lauf aus. Zu Beginn laufen wir noch mit Roland und seiner Frau am See vorbei.  Danach laufen wir immer leicht ansteigend in Richtung Otzenhausen zurück. Landschaftlich ist dies mit Sicherheit einer der schönsten Läufe im Saarland. Es geht durch kleinere Waldstücke, über Wiesen, Felder vorbei über die Hügel zwischen Bostalsee und Primstalsperre. Es gibt nur eine Ortsdurchquerung in Sötern. Bei Kilometer 17 wählen die Langstreckler dann aus, ob sie noch zur Umrundung der Primstalsperre weiterlaufen, oder eben in Richtung Hunnenringhalle laufen. Wir bleiben natürlich bei unserer 18 km – Strecke und freuen uns, dass es heute sehr gut lief. Wir kommen gut durch und sind nur durch den leichten Wind etwas ausgekühlt.

Hoffen wir, dass es weiter geht. Nächste Woche geht es dann für mich zum Halbmarathon in St. Wendel. Danach laufen Jenny und ich zusammen den Schluchseelauf. Das Finale folgt dann wie erwähnt beim Nordseelauf. 7 Etappen an der Ostfriesischen Küste entlang. Darauf freuen wir uns schon sehr.



18.03.2017
20. Nanstein Berglauf

Jubiläumslauf an der Burg Nanstein. Also nicht für mich. Die LLG aus Landstuhl jagt zum 20. Mal die Läuferinnen und Läufer hinauf zur Burg. Schade, dass mir unter der Woche alle eine Absage erteilt haben. Viel vor hab ich so oder so nicht, dafür war das Frühjahr zu durchwachsen bzw. war ich im Gegensatz zu sonst sehr viel krank.

Der Nanstein Berglauf gehört aber zu meinen Lieblingsläufen, deshalb freue ich mich auf ihn. Er ist einer der ersten Läufe dieses Jahr, bei denen ich endlich mal gesund und halbwegs vorbereitet laufen kann. Warum mir der Lauf so gut gefällt, kann ich nicht mal wirklich sagen. Es ist eher ein profilierter Waldlauf, denn es geht nicht wie bei den anderen Bergläufen in der Pfalz stetig den Berg hinauf. Vielmehr ist es ein Lauf mit Bergab und Bergaufpassagen. Man läuft quasi drei Mal zur Burg hinauf. Immer wenn man kurz davor ist, geht es wieder runter in Richtung Stadt. Teilweise hat man aus dem Wald einen schönen Blick über die Stadt und auf die Air Base von Ramstein.

Für mich ist es die 8. Teilnahme in Landstuhl. Vielleicht ist es auch dass, weshalb ich so gern komme, denn es war mein erster Berglauf überhaupt den ich je gelaufen bin. Früher ging die Strecke noch durch ein Naturschutzgebiet mit einem Naturfreibad. Dort möchte ich beim Auslaufen noch vorbeilaufen. Man kann den Lauf, da er nur 7 Kilometer hat, noch recht gut verlängern um auf ein paar zusätzliche Kilometer zu kommen.

Insgesamt läuft es doch eher holprig für mich. Ich merke gleich, dass mit ca. 200-230 Trainingskilometer fehlen. Das windige, regnerische Wetter bei nur 10°C Grad können leider nicht als Ausrede dienen. So versuche ich halbwegs gut durchzukommen. Der Anstieg am Schloßberg, direkt unterhalb der Burg zieht mir dann noch komplett den Stecker. Ich freue mich trotzdem zum 8. Mal in der Burg Nanstein im Ziel eingelaufen zu sein. Spätestens im Dezember komme ich wieder nach Landstuhl zum Weihnachtsmarktlauf. Dann hoffentlich wieder mit mehr Anhang, wenn  mich nicht wieder alle im Stich lassen.

Als nächstes steht viel Training auf dem Plan. Gelaufen wird wohl erst wieder im April beim Lauf um den Ohmbachsee. Wir sehen uns also beim Laufen…


Unterhalb des Ziels

Zielbereich

Blick in die Stadt aus dem Wald


#304

25.02.2017
25. Donnersberglauf


Am Faschingssamstag wird nicht nur die Narrenzeit gefeiert, am Donnersberg feiert man das 25 jährige Jubiläum. Mit dabei sind drei Läufer, die an allen 25 Veranstaltungen teilgenommen haben. Auch Jenny und ich wollen mitfeiern. Leider war der Jahresanfang alles andere als optimal. Während ich zweimal krank im Bett lag,  hat es Jenny geschafft bis in den Februar dreimal krank zu sein. Wir sind also erst wenige Wochen im Training. Bei mir war letzte Woche die erste richtig belastbare Trainingswoche. Von daher gibt es keine Vorgaben. Einfach das tolle Wetter genießen und den Donnersberg mit über 400 anderen Laufverrückten hochzulaufen.

Herrlicher Sonnenschein bei 8°C Grad über 0 begleiten uns. Wenn der Wind nicht so stark blasen würde, dann könnte man schon die ersten Frühlingsgefühle zulassen. In den vergangenen Jahren erwartete uns im Ziel auf dem 686 Meter hohen Donnersberg Schnee. Dies sollte heute aber nicht der Fall sein. In Steinbach am Donnersberg befindet sich der Start zum Berglauf. Dies ist ein ganz kleiner Ort, bei dem es sich nach dem Start durch die kleinen Gassen immer staut. In der Pfalz stört das aber niemanden. Die Leute sind viel entspannter und es darf auch mal was schiefgehen. Beim Berglauf in Maikammer fiel vor ein paar Jahren viel im Ziel die komplette Zeitnehmeranlage aus, was ebenfalls keinen Abbruch an den hohen Teilnehmerzahlen zur Folge hatte. Man weiß halt noch die ehrenamtliche Tätigkeit zu schätzen.

Beim heutigen lauf sollte aber alles glattgehen. Der Lauf selbst geht komplett über Asphalt. Auf den ersten 4 km kann man sogar ein flottes Tempo anschlagen, da die Anstiege recht human sind. Erst in Dannenfels wird es knackig. In der Ortsmitte biegt die Straße links in Richtung Donnersberg hinauf ab. Von da an sind es harte 300 Höhenmeter bis ins Ziel unterhalb des Funkturmes. Nur der letzte Kilometer ist wieder einigermaßen gut zu laufen. Vorausgesetzt man hat sich nicht zu sehr verausgabt. Bei mir bleibt die Uhr 2 Minuten später stehen als in den Jahren zuvor. Insgesamt waren es 49 Minuten. Mir fehlt noch etwas Kraft. Der Leistungsstand ist jedoch für die Vorbereitungszeit ok. Jenny überrascht sich heute selbst. Sie ist mit 62 Minuten genau so schnell wie vor 2 Jahren als sie das erste und einzige Mal am Donnersberg gelaufen ist. Mit etwas Training sollte sie hier locker unter einer Stunde bleiben können.

Woran man auch sieht, dass die Leute hier entspannter sind, ist die Tatsache, dass man bis zu den Duschen bzw. der Siegerehrung in das 15 Minuten entfernte Münchweiler fahren muss. Dort ist die Festhalle bis auf den letzte Platz gefüllt und man feiert gemeinsam die Tagessieger. Eine rundum gelungene Veranstaltung, für die man ruhig eine längere Anfahrtszeit in Kauf nehmen kann. Unser nächster gemeinsamer Lauf lässt wohl noch etwas auf sich warten, da wir noch etwas mehr in Form kommen wollen. Wir sehen uns also beim Laufen im Wald.




#303

04.02.2017
9. Zitronenkrämerlauf

 

Hart, sehr bitter, Muskelkater und ein Fahrrad sind das Ergebnis von Bekond. Ok, das ist etwas kurz aber für alles gibt es eine Erklärung, doch zunächst ein paar Sätze zum Hintergrund des Zitronenkrämerlaufes in Bekond. Der Name des Laufes steht für das Zitronenkrämerkreuz, welches in etwa bei der Streckenhälfte an einer Wegscheide steht. Hier soll im Jahr 1687 ein italienischer Zitronenhändler erschlagen worden sein. Seine Familie lies daraufhin ein Sandsteinkreuz errichten.

Veranstalter des Laufes ist die Aktion Bekond aktiv e.V. Ziel des Vereins ist die Förderung zur Selbsthilfe in den Entwicklungsländern. Genau bedeutet dies, die Lebensbedingungen für die Landbevölkerung zu verbessern. Im Fall von Bekond aktiv e.V. geht es aktuell um afrikanische Länder. Die Einnahmen des Laufes gehen eins zu eins dem Projekt zu gute. So gibt es keine Startgelder. Jeder kann seine Spendensumme selbst festlegen. Angefangen hat alles unter dem Motto 1 Stunde laufen gegen den Hunger. Ein Projekt der Welthungerhilfe.

Der Lauf selbst hat eine 12 und eine 6,5 Kilometerstrecke. Für Jenny und mich ist es der 1. Lauf des Jahres. Da Jenny noch etwas länger außer Gefecht war, wird sie nur die Kurzstrecke angehen. Bei 3°C Grad, Wind und Regen sollte das nach so einer langen Erkrankung ausreichen. Begleitet wird sie von Nick, der noch etwas im Winterschlaf zu sein scheint und es lieber langsam angehen will. Ebenfalls vom Lauftreff sind Erwin und Bernhard am Start. Die nicht einfache Strecke selbst hatten wir bereits 2016 ausführlich beschrieben. Von daher kommen wir gleich auf unser Anfangskredo zurück. Hart, weil das Wetter nach einer längeren Kälteperiode auch hier an der Mosel aufgegangen ist. Zudem hat es viel geregnet. Selbst heute Morgen kam noch viel Wasser vom Himmel. Spätestens im Wald ähnelt der Lauf eher einem Crosslauf, auf der Langdistanz. Ich brauche zwar heute mit 1:14 Std. etwas länger als sonst, trotzdem denke ich, dass mir der Lauf gut tun wird. Etwas Krafttraining zum Jahresanfang ist die Pflicht eines jeden Läufers bzw. Läuferin.

Bitter ist der Lauf, da es als Belohnung und wie könnte es anders sein, eine Zitrone für jede/n Zieleinläufer/in gibt. Eine einfache aber sehr schöne Idee. Jenny greift mir meine Zitrone gleich ab, da sie für ihren täglichen Ingwer-Tee überlebenswichtig sind. 

Muskelkater ist die logische Folge, wenn man nicht ganz im Saft steht und eine so harte Einheit hinter sich hat.

Dann fehlt also nur noch das Fahrrad, dieses gibt es als Preise zu gewinnen und ist von Hand gefertigt bzw. kommt direkt aus den afrikanischen Partnerländern. Zudem schlagen die Fahrräder eine weitere Brücke zu einem anderen Projekt von Bekond Aktiv e.V. Im Sommer gibt es jedes Jahr die Fair Play – Tour dÉurope. Dieses wird nicht vom Verein organisiert, aber man beteiligt sich daran. Jugendliche aus der Region fahren von Mainz über Kusel, Saargemünd, Saarbrücken, Bouzonville, Thionville, Arlon, Luxemburg, Bütgenbach, Gerolstein und Bitburg nach Trier. Teilweise waren bei dieser Tour auch schon Kinder aus Ruanda dabei. Ziel ist es auch hier die Welthungerhilfe zu unterstützen.

Insgesamt kann man sagen, dass es nicht genug Läufe wie den Zitronenkrämerlauf geben kann. Es ist eine völlig selbstlos und liebevoll organisierte Veranstaltung, bei der viele Helfer ihre Freizeit zur opfern, um den Schwächeren zu helfen. Vielleicht sollten sich darüber mal so einige Menschen Gedanken machen, denn so schlecht wie Viele behaupten, geht es uns nicht! Zumindest steht dies für uns als Ergebnis des 9. Zitronenkrämerlaufes in Bekond fest.

Wir sehen uns beim Laufen…
 


#302

 

 


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