
21. Laufsaison 2025
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10.10.26 Für den vierten MedeRun ging es am Wochenende ab ins Hochsauerland – genauer gesagt nach Medebach, das laut Tourismus-Prospekt auf der „Sonnenseite des Sauerlandes“ liegt. Wo genau das ist? Nun, wenn man so lange fährt, bis die Straßen enger, die Hügel steiler und die Ortsnamen idyllischer werden, ist man fast da. Es liegt quasi direkt im östlichen Eck von NRW, unweit der hessischen Grenze. Der Lauf selbst ist eine richtig charmante, familiäre Veranstaltung, die dieses Jahr mit neuen Strecken mitten durch das Europäische Vogelschutzgebiet der Medebacher Bucht aufwartete. Gelaufen wurde also unter den strengen Augen der lokalen Vogelwelt. Die Zahlen lügen nicht: Ein Jubiläum und die nackte Wahrheit Tatsächlich hatte dieser Ausflug ins Sauerland einen ganz besonderen Hintergrund. Einmal im Jahr treffe ich mich mit meinem Lauffreund Bernd aus dem hohen Norden irgendwo in der Republik. Den Rest des Jahres fachsimpeln wir digital, basteln an unserer Homepage LaufdatenSaar.de oder Bernd unterstützt den LC Fun Run tatkräftig als Webmaster. Dieses Wochenende gehörte aber ganz der realen Freundschaft und dem gemeinsamen Laufen. Und es stand Großes an: In Medebach sollte die 600 fallen! Mein 600. offizieller Lauf. Angefangen hat übrigens 2008 beim Martinslauf in Losheim. Damals stolperte ich vor lauter Schreck nach 1:01:44 Stunden über die 10-Kilometer-Ziellinie. Das Feuer war entfacht, und es folgten glorreiche Zeiten, in denen ich die 10 km sogar unter 50 Minuten schaffte. Damals dachte ich mir im Zieleinlauf oft: „Ach, lass dir Zeit, die nächste Bestzeit holst du dir einfach nächste Woche.“ Tja, diese „nächste Woche“ dauert nun auch schon wieder 15 Jahre an... Wer mich kennt, weiß, dass zu so einem Jubiläum eine kleine Statistik-Schlacht einfach dazugehört. Hier sind sie, die nackten Fakten meiner bisherigen Die Dauerbrenner: Ganze 16 Mal hat es mich zum Bärenfels Heiligabendlauf verschlagen. Dicht gefolgt vom Nordseelauf (14 Mal) und dem Nanstein Berglauf (13 Mal). Die Geografie-Krise: Als Saarländer muss ich jetzt ganz stark sein: 273 Läufe absolvierte ich in Rheinland-Pfalz, in der Heimat dagegen nur 236. Platz 3 geht mit 32 Starts an Baden-Württemberg. Ich sehe schon, ich muss im Saarland dringend nachlegen. Die Distanz-Liebe: Klassischer Zehner-Fan! 172 Mal ging es über die 10 km, 32 Mal wurde ein Halbmarathon serviert und nur schmale 3 Mal tat ich mir die vollen 42,195 km eines Marathons an. Das Talent-Vakuum: Große Ambitionen oder gar Talent? Fehlanzeige. Meine Altersklassen-Erfolge (11x Gold, 19x Silber, 18x Bronze) sind daher mit einem dicken Augenzwinkern zu sehen. Frei nach dem Motto: Ich war immer dann erfolgreich, wenn sonst keiner kam. Mein absolutes Highlight bleibt Platz 4 im Gesamteinlauf beim Crosslauf in Hahnenbach. Das einzig Positive, was mir die Corona-Zeit hinterlassen hat: Es standen damals eben auch nur 7 Leute am Start. So viele Zahlen müssen vor einem persönlichen Jubiläumslauf einfach sein! Für das Rennen trennten sich dann allerdings unsere Wege: Bernd entschied sich vernünftigerweise für die flotte 5-km-Strecke. Ich hingegen wollte die Schleife standesgemäß etwas weiter den Berg hinaufziehen – schließlich sollten am Ende gefälligst 10 Kilometer auf der Uhr stehen. Wir starteten gemeinsam am Rathaus, kurz nachdem bereits die Halbmarathoni und die 30-km-Läufer auf die Strecke geschickt worden waren. Unser Empfinden für das Wetter hätte unterschiedlicher nicht sein können: Bei frischen 11 Grad und einem ziemlich kalten Wind entschied ich mich – entgegen meinem Lauffreund, der unerschrocken in "Kurz-Kurz" an der Linie stand – zum ersten Mal nach dem Sommer für ein langes Unterhemd. Und weil es so schön war, nutzte ich auch gleich das Gastgeschenk des MedeRuns und zog mir noch das Buff-Tuch über. Dann ging die Reise los. Den ersten Kilometer durch den verwinkelten Kern der Hansestadt konnte man noch recht flott angehen. Sobald man aber aus dem Ort hinaus in die Wiesen lief, ging es schon leicht bergan. Spätestens ab Kilometer 2 befanden wir uns dann mitten im Berg. Hier bogen die 5-km-Läufer ab in Richtung Center Parcs. Zuerst erschrak ich noch über die lange Rampe, die Bernd hier bezwingen musste, doch kurz darauf wurde mir klar: Meine 10-km-Schleife stellte sich mir bis zur Streckenhälfte nur noch steiler entgegen. Die Kilometer 4 und 5 hatten es mit knackigen 80 Höhenmetern so richtig in sich. Da wanderte der Blick auf die Uhr und zeigte plötzlich eine Pace von 7:30 Min./km. Puh! Am Scheitelpunkt der Strecke hatte ich 32:30 Minuten auf der Uhr. Damit war klar: Beim aktuellen Formstand ist heute keine Zeit unter 60 Minuten mehr drin. Aber egal! Trotzdem gelang es mir, jeden folgenden Kilometer unter der 6-Minuten-Marke zu laufen. Gleichzeitig versuchte ich, die tolle Landschaft des Sauerlands mit seinen geschwungenen Hügeln und den dichten Tannenwäldern aufzusaugen. Es gefällt mir hier wirklich ähnlich gut wie im Schwarzwald. Ganz ohne waren die Wege allerdings bis zum Schluss nicht, denn erst auf den letzten Kilometern lief der MedeRun wieder über festen Asphalt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie es sich anfühlt, wenn die zweite Hälfte überwiegend bergab verläuft. Dass ich diese in 28:36 Minuten – und damit fast vier Minuten schneller als den Hinweg – absolviert habe, sagt eigentlich alles über die anspruchsvolle Topographie dieses Laufs aus. Im Ziel wartete bereits Bernd auf mich. Er hatte ein super schnelles Rennen hingelegt und in fabelhaften 23:50 Minuten gefinisht. Damit holte er sich nicht nur den 10. Platz im Gesamteinlauf, sondern auch den verdienten Sieg in seiner Altersklasse. Herzlichen Glückwunsch, Bernd! Ich selbst bin zwar noch lange nicht in der Form, die ich vor meinem Armbruch hatte, aber das Laufgefühl auf dieser Strecke hat mir unheimlich viel Bestätigung gegeben. Ich bin wieder gut dabei! Die Zeit ist ohnehin schwer zu vergleichen, aber ein witziger Zufall ist es schon: Mit meinen 1:01:23 Stunden bin ich fast exakt die gleiche Zeit gelaufen wie vor 18 Jahren bei meinem allerersten Lauf in Losheim. Vielleicht schließt sich hier ein Kreis, alles beginnt wieder von vorne und in drei Jahren laufe ich die 10 km wieder in 49 Minuten. Wer weiß das schon? Nach dem Lauf machten wir uns schnell auf den Rückweg zur Unterkunft, denn der kalte Wind war auf den nassgeschwitzten Klamotten wirklich nicht ohne. Beim gemütlichen Abendessen ließen wir ein das Laufwochenende ausklingen. Mein Fazit: Die Veranstalter des MedeRuns geben sich extrem viel Mühe, sodass man sich selbst als Saarländer im Sauerland pudelwohl fühlt. Mal schauen, wo es uns im nächsten Jahr hinverschlägt! Wir sehen uns bald wieder beim Laufen im Saarland – denn wie meine Statistik ja schmerzhaft gezeigt hat, muss ich in der Heimat dringend ordentlich nachlegen, damit Rheinland-Pfalz nicht dauerhaft mein Hauptlaufbundesland bleibt!
Noch mehr Zahlen? Ok(!): #600
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