17.6. bis 24.6.2017
16. EWE-Nordseelauf 2017

“Mach nicht halt - lauf gegen Gewalt“


Hafenausfahrt vom Neuharlingersiel

Unter diesem Motto startet der 16. EWE-Nordseelauf bei sieben Etappen entlang der Nordseeküste und auf den Ostfriesischen Inseln. Laut eigener Aussage des Veranstalters, gehört der Lauf zu den 10 schönsten Laufveranstaltungen der Welt. Gelaufen wird durch große Seehafenstädte, beschauliche Fischerorte, über grüne Deiche und entlang weißer Inselstrände. Alle zwei Jahre läuft man nur auf den Inseln der Nordsee. In diesem Jahr sind es 5 Etappen auf dem Festland und 2 auf Inseln. Neben der Landschaft genießt man die salzhaltige Seeluft, welche den ganzen Organismus fordert. Mit all diesen Aussagen wirbt der Nordseelauf für sich. Das ausgegebene Motto möchte ein Zeichen gegen Gewalt, für Fairness, Respekt und Mitmenschlichkeit  werben. Das passt alles sehr gut zu unserer Weltanschauung. Von daher sind wir mehr als gespannt, welche Laufabenteuer diese Woche für uns bereithält.

Der Nordseelauf selbst steht schon lange auf unserer Liste. Eine Teilnahme hat aus verschiedensten Gründen nie gepasst, doch dieses Frühjahr war es soweit. Bei der Planung des Jahresurlaubes wollten wir an die dänische Nordseeküste. Als Läuferpaar sucht man natürlich nach Laufveranstaltungen im Urlaub. Beim Durchwühlen des niedersächsischen Laufkalenders ist mir dann wieder der Nordseelauf in Erinnerung gekommen. Meine bessere Hälfte musste ich von einem Aktivurlaub nicht überzeugen. Jenny war sofort Feuer und Flamme. Zumal Aktivurlaub in Ostfriesland für sie heißt, jeden Abend Pfannkuchenhaus und dänisches Eis in Greetsiel bis zum abwinken. Da sprechen wir wohl eine andere Sprache als die meisten anderen Paare in Deutschland….
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15.6.17
Jetzt geht´s looos……

Endlich ist Fronleichnam….Um 5:30 Uhr ist die Nacht vorbei. Normal brauchen wir 6 Stunden bis nach Ostfriesland. Heute läuft alles glatt, aber leider nur bis Köln. Danach kommt ein Stau nach dem nächsten. Deutschland scheint eine einzige Baustelle zu sein. Wir lassen uns die gute Laune aber nicht verderben und kommen nach fast 8 Stunden im Neuharlingersiel an. Nach etwas akklimatisieren am Hafen fahren wir zum Abendessen ins Pfannkuchenhaus. Morgen folgt dann die Vorbesprechung zum Nordseelauf. Wir sind sehr gespannt. Eventuell fahren wir noch auf die Insel Langeoog. Die aber alles unter größter Regeneration, denn die 7 Etappen werden lange.

Hafen vom Neuharlingersiel

Jenny im Hafen

Strand vom Neuharlingersiel

Jenny am Strand

Tja...und ich wäre dann auch dabei. Zwei Tage vor dem Lauf tut zumindest noch nichts weh.

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16.6.17
Morgen geht es los

Eigentlich stand nur Regeneration auf dem Programm. Am Ende war es ein Kampf gegen den Wind. Wir haben uns noch gewundert, dass es sich auf der Insel Langeoog so reibungslos Radfahren lässt. Nach 10 flotten Kilometer in Richtung Ostküste, war der Rückweg brutal. Der Wind blies mit allem was er hatte. Somit sind wir für morgen schon warm gefahren. Danach folgte im Binsenersiel die Informationsveranstaltung des Nordseelaufes. Eine sehr sympathische Mannschafte hat der Veranstalter am Start. Wir sind nun mehr als gespannt und freuen uns tierisch auf die 1. Etappe im Wangerland.


Leuchtturm von Langeoog

2 Saarländer davor

Gute lachen auf dem Hinweg

100 Meter und das Meer liegt zwischen dem Bensersiel und Langeoog
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17.6.17
1. Etappe
Jubiläums-Strandlauf (10km)

Wangerland


Etappeninfo:

Das Nordseeheilbad Horumersiel-Schillig feiert in diesem Jahr sein 475-jähriges Bestehen. Aus Anlass dieses Jubiläums findet die Eröffnungsetappe des EWE-Nordseelaufs auch in Horumersiel als "Jubiläums-Strandlauf" statt. Vom Start- und Zielpunkt bei der Friesland-Therme in Horumersiel führt die Strecke über befestigte Straßen und Wege durch die Grünanlagen am Strand in Horumersiel zum Campingplatz Schillig und von dort am Deich entlang bis zum Beginn der Schutzzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Von dort direkt am Sandstrand über eine Strecke von 2600 Metern zurück zum Campingplatz und dann auf der Strandpromenade am Hafen Horumersiel vorbei zurück zur Friesland-Therme.

(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Rund 1 Million Touristen kommen pro Jahr nach Horumersiel-Schillig. Jenny und ich haben uns schon selbst von der Gastfreundschaft in dieser Region überzeugt. Im vergangenen Jahr haben wir hier Urlaub gemacht. Die Gastfreundschaft selbst ist etwas speziell. Es dauert ein paar Tage bis man erkennt, dass die raue Art doch herzlich gemeint ist. Wir haben damals auch bei einer Laufveranstaltung teilgenommen. Es war der Friesencross vom MTV Hohenkirchen. Der gleiche Verein richtet die heutige Etappe aus. Den Friesencross selbst können wir nur jedem Urlauber ans Herz legen. 5 Km verläuft die Strecke am Strand und den Dünen vorbei. Die restlichen 5 km gehen direkt durch das Watt. Wo kann man das sonst noch erleben? Klar, beim Nordseelauf, aber diese Etappe von Neuwerk  aufs Festland ist in diesem Jahr nicht vorgesehen. Von daher sind wir froh, dass wir diese Erfahrung schon im letzten Jahr machen durften. Der Ort hat natürlich mehr zu bieten als nur schöne Laufstrecken. Die Touristen werden hier vorzüglich umsorgt. Im Horumersiel befindet sich z.B. die Friesland-Therme, welche wir ebenfalls getestet haben und die ihren ganz eigenen Charme besitzt. 

Bericht:
Endlich ist es soweit und wir stehen am Start des 16. EWE-Nordseelaufes. Darauf haben wir uns lange gefreut. Die Leute sind sehr gut drauf. Laut Veranstalter sind es über 500 Läufer/innen. Zur Einstimmung singen die 500 lautstark das Lied von Klaus und Klaus, “An der Nordseeküste“. Gleichzeitig wird geschunkelt und kräftig geklatscht. Klingt jetzt doof, ist aber hier so und macht irgendwie Spaß.

Danach erfolgt der erste Startschuss für uns. Zuerst geht es über den Deich in Richtung Campingplatz von Schillig. Hinter dem Campingplatz geht es am Strand von Schillig vorbei. Wir sind überrascht, wie viele Urlauber am Rand stehen und kräftig anfeuern. Hinter dem Hauptstrandabschnitt bei Kilometer 3 kommt der Gegenwind. Er ist relativ harmlos im Gegensatz zu dem was wir auf Langeoog erlebt haben. Der Abschnitt hier ist für Jenny und mich sehr bekannt, da wir im Vorjahr hier schon Urlaub gemacht haben und den Wattlauf von Schillig absolviert haben. Kurz vor Kilometer 5 wechseln wir vom asphaltierten Weg auf den Strand, um von hieraus wieder zurück zum Horumersiel zu laufen.

Der erste Kilometer auf Sandboden läuft sehr gut. Der Strand ist sehr fest. Man kann fast das vorherige Tempo weiterlaufen. Ich finde auch direkt den besten Weg. Kilometer 7 ist wiederum schwieriger, da der Sand weicher wird. Ich laufe immer ganz nahe an der Wasserkannte, denn immer wenn das Wasser weg geht, bilde ich mir ein, dass der Boden härter ist. Gegen Ende des Strandabschnittes wird der Boden wieder fester. Dann aber kurz vor Kilometer 8 kommt eine kleine Rampe. Es läuft gut bei mir. Ich kann mit viel Kraft die Ebene hoch laufen, um mit dem dort stehenden Animateur abzuklatschen.

Die letzten zwei Kilometer gehen über die Strandpromenade auf Asphalt. Also kein Problem mehr. Leider kommt mir ein ungutes Gefühl. Ich denke, dass ich es etwas übertrieben habe. Mit 3 Kilometer Strandlauf bleibt die Uhr im Ziel bei 54 Minuten stehen. Das könnte bei meiner Form etwas zu schnell gewesen sein. Der Lauf, die Zuschauer, die Vorfreude und alles Drumherum haben mich wohl zu sehr motiviert. Ich hoffe es rächt sich nicht. Jenny kommt 17 Minuten später ins Ziel und ist genau im Plan. Wir haben noch 6 Etappen vor uns. Ich glaube sie hat sich im Gegensatz zu mir gut eingeteilt.

Die Siegerehrung findet auf dem Festplatz in der Ortsmitte statt. Dort lassen wir den Abend gemütlich ausklingen, um dann recht zeitnah nach Hause zu fahren, da wir morgen sehr früh raus müssen. Die Fähre nach Baltrum legt bereits um 7:45 Uhr ab. Wir sind gespannt auf unser nächstes Laufabenteuer an der Nordsee.


Jenny beim Warm Up

Vor dem Start

Noch 1km...

...Und im Ziel

#308

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18.6.17
2. Etappe

Dornröschen-Lauf(10,6 km)
Baltrum

Etappeninfo:

Mit gerade mal 500 Einwohnern ist Baltrum die kleinste der Ostfriesischen Inseln. Die kurzen Wege zum Strand sind ideal für Familien, damit der Urlaub zur puren Erholung für Groß und Klein wird. Die Laufstrecke führt über gepflasterte wie unbefestigte Wege entlang des wunderschönen Dünengeländes ins Westdorf. In zwei Runden wird die abwechslungsreiche Route von über 10 km absolviert. Der Startschuss fällt auf dem Dorfplatz vor dem Rathaus.
(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Die kleinste ostfriesische Insel ist eine sogenannte Düneninsel. Sie liegt genau in der Mitte, der ostfriesischen Inselkette. Die Insel selbst ist nur ca. 6km lang und 1km breit. Die nicht mal 500 Einwohner sind also bis auf die gern gesehenen Touristen ganz für sich allein. Wer es also romantisch möchte, der ist hier genau richtig aufgehoben. Die Insel ist autofrei, selbst Fahrräder sind nicht erlaubt. Es gibt lediglich eine Inselkutsche.

Bericht:

Wie kann ein Lauf besser beginnen als mit einem Frühstück im Strandcafé? Auf der Insel Baltrum ist es heute so und wir lassen es uns richtig gut gehen. Danach hängen wir im Strandkorb ab, bis wir unsere Taschen im Bürgerhaus abgeben können. Es ist sehr warm und viel Schatten gibt es hier nicht. Von daher lungern wir mehr rum bzw. genießen einfach mal das schöne Wetter. Auch so vergeht die Zeit wie im Flug, Die Insel macht wirklich einen Dornröschenhaften Eindruck. Die Uhren ticken irgendwie langsamer und man spürt, dass die Leute wenig Bock auf die 500 Teilnehmer vom Nordseelauf haben. Das hat jetzt nichts mit Missachtung zu tun, vielmehr man mag es wohl lieber ruhiger. Man hat zwar freiwillig die Café´s und Bäckereien früher geöffnet, doch tun es hier auch 5 Kunden in der Stunde, statt wie heute 500.

Im Startfeld herrscht wieder beste Stimmung. Spätestens 5 Minuten vor dem Start erfolgt das Nordseelied und alle schunkeln wieder mit. Im Ortskern sind auch heute wieder überraschend viele Zuschauer. Ob das alles Angehörige von Teilnehmern sind? Keine Ahnung, jedenfalls spornt es riesig an. Die erste Runde verfliegt trotz heißem Wetter recht schnell. Nach 29 Minuten bin ich wieder im Start-Zielbereich. Eine Runde hatte nach meiner Uhr 5,4 Kilometer.

Nach der ersten Runde merke ich jedoch die bereits gelaufenen Kilometer. Entlang der Südseite von Baltrum geht es Richtung Ostdorf. Von Kilometer zu Kilometer werde ich langsamer. Ich befürchte schon, dass Jenny bereits auf der 2. Etappe eingehen wird. So heißes Laufwetter ist sie nicht gewohnt. Kurz vor dem Rückweg geht es bei diesem Lauf in die Dünenlandschaft. Direkt am Übergang dazu steht die Jugendherberge, an der man sich mit einem Wasserschlauch abspritzen lassen kann. Ich tue das heute liebend gern, so kann ich wenigstens die letzten 3 Kilometer durchjoggen. In den Dünen sind unzählige Kaninchenlöcher. Die ganze Insel kommt einen wie ein Schweitzer Käse vor.

Im Ziel angekommen bin ich heil froh durchgekommen zu sein. Das war heute harte Arbeit. Für morgen nehme ich mir einen gaaaaanz langsamen Schnitt vor. Keinen Stress, sonst könnte das ins Auge gehen, bei noch 5 ausstehenden Etappen. Leider zickt auch mein Fuß ein wenig. Zu meiner Überraschung kommt Jenny relativ locker ins Ziel. Ich glaube sie kann wirklich die 7 Etappen schaffen, wenn es für sie so weiter läuft.

Den Rest des Tages bis zur Abfahrt lassen wir es uns bei feinstem Inseleis gut gehen. Am Ende treffen wir noch unsere neue Schweitzer Freundin Regina. Wir quatschen und die Zeit bis zur Abfahrt vergeht wieder viel zu schnell. Auch der zweite Tag geht nun zu Ende. Bei einem weiteren Besuch im Pfannkuchenhaus...


Da freut sich aber jemand auf sein Frühstück

Ok....es ist wirklich gut

Kurz vor dem Start

Baltrum

An der Nordseeküste, klatsch, klatsch, klatsch, klatsch .... usw.

Im Süden der Insel

In den Dünen

Noch 1km für Jenny

Sieht gut aus!

#309

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19.6.17
3. Etappe

Greetsieler-Leuchtturmlauf (10,8 km)
Krummhörn-Greetsiel

Etappeninfo:

Greetsiel mit dem 600-jährigen Krabbenkutterhafen und historischer Häuserzeile beheimatet die größte Krabbenkutterflotte im Weser-Ems Gebiet. Die Strecke ist zum größten Teil asphaltiert, gepflastert und auf der Deichkrone teilweise uneben. Von der Oase Greetsiel führt die Laufstrecke direkt an den Deich. Binnendeichs erreichen die Sportler den beliebten rot-gelb geringelten Pilsumer Leuchtturm. Dort wird der Deich überquert und es erwartet die Teilnehmer ein traumhafter Panoramablick auf das UNESCO-Weltnaturerbe. Entlang der Salzwiesen geht es in Richtung Seeschleuse. Der Deich wird abermals überquert und es geht weiter auf der Deichkrone in Richtung Ortsmitte. Auf Höhe des Badesees verlassen die Sportler den Deich und laufen entlang der Fahrrinne bis in den historischen Kutterhafen. Auf den letzten Metern geht es durch den malerischen Ortskern in den Zieleinlauf.

(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Greetsiel wurde bekannt durch den Otto-Film und den damit verbundenen Pilsumer Leuchtturm. Der Leuchtturm selbst ist schon lange nicht mehr in Betrieb. Jedoch kommen jedes Jahr unzählige Touristen, die das rot/gelb geringelte Wahrzeichen sehen möchten. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass er nur Kulisse für einen Film des Komikers war. Wir selbst waren im letzten Jahr am Turm. Dort sind leider sehr viele Schmierereien, was wir ebenfalls nicht nachvollziehen können. Im historischen Ortskern liegen die Krabbenkutter vor Anker. Der Ort lebte lange Zeit vom Meer und dem, was das Meer so hergibt. Eine Reise nach Greetsiel lohnt sich zu jeder Zeit, denn der Ort gibt mehr als nur Krabbenkutter bestaunen. Die Geschichte geht weit zurück und ist hier mit ein paar Worten nicht zu vermitteln.

Bericht:

In Greetsiel waren wir bereits vergangenes Jahr. Für uns ist dies eines der urigsten Hafenstädtchen in Ostfriesland. Von daher haben wir uns ganz besonders auf diese Etappe gefreut. Außerdem laufen wir heute am Otto-Leuchtturm vorbei. Aus diesen Gründen und wegen der Tatsache, dass ich die ersten beide Tage etwas zu schnell unterwegs war, werde ich heute mit Jenny bis hinter den Leuchtturm, bei Kilometer 5 zusammen laufen.

Der Start befindet sich im gemütlichen Ortskern von Greetsiel. Ein paar hundert Meter weiter befindet sich der alte Hafen. Dort reiht sich ein Backsteinhäuschen ans nächste. In jedem befinden sich gemütliche Geschäfte, Lokale, Teestuben und vor allem ein Eiscafé mit dänischem Eis. Dieses ist der absolute Renner in Greetsiel. Wir wollen ehrlich bleiben und deshalb geben wir zu, dass wir uns zwei Stunden vor dem Lauf einen brutal leckeren Joghurteisbecher reingezogen haben. Ob sich dieses unprofessionelle Verhalten negativ auswirkt, wird sich gleich zeigen. Von daher sehen wir die erhöhte Eisaufnahme als ganz spontanen Lauftest.

Auch heute sind es wieder sehr viele Zuschauer im Startbereich. Traditionell schickt sich sich das 500 Mann/Frau starke Teilnehmerfeld mit dem Nordseelied selbst auf die Reise. Der Bürgermeister muss lediglich noch den obligatorischen Startschuss abfeuern und schon laufen wir los. Es geht schnell aus dem Ort hinaus bis vor den Deich von Greetsiel. Immer am Deich vorbei geht es Richtung gelb/rot geringeltem Pilsumer Turm.  Jenny überrascht sich heute selbst. Sie spult ihre Kilometer in einem flotten 7er Schnitt ab. Die Beine sind trotz Sonnenbrand lockerer als die Tage zuvor. So kommen wir nach vier Kilometern am Turm an. Dieser steht bekanntlich auf dem Deich. Dort laufen wir die Stufen hoch, um auf der anderen Seite wieder am Deich zurück zu laufen.

An dieser Stelle verabschiede ich mich von meiner besseren und hübscheren Hälfte. Die letzten 5,8 km werde ich etwas schneller in Richtung Greetsiel zurücklaufen. Dies gelingt mir ganz gut. In der Regel pendele ich mich bei einem 5:30er Schnitt ein. Dies sollte mir genug Kraft für die morgigen 12 Kilometer übrig lassen. Danach haben wir einen Pausentag. Zur Strecke sei noch gesagt, dass die letzten 5km über den Deich selbst und am Meer vorbei Richtung Hafen führen. Von Weitem sieht man schon die Mäste der kleinen Krabbenkutter. Im Hafen selbst gibt es einen der tollsten Zieleinläufe, die wir bisher hatten. Viele Leute stehen im gemütlichen Hafen und feuern kräftig an. Es macht einfach Spaß hier zu laufen.

Am Ende brauche ich 70 Minuten für die nicht ganz 11 km. Das ist ok, wenn man noch 4 Etappen vor sich hat. Jenny kommt nur 9 Minuten später ins Ziel und ist sehr zufrieden mit ihrer Leistung. Vom morgigen Tag im Dornumersiel haben wir kaum eine Vorstellung. Dornumersiel ist für uns ein weißer Fleck. Von daher lassen wir uns einfach mal überraschen. Bis jetzt hatte jeder Ort eine Überraschung für uns parat.


Greetsiel, für uns der schönste Hafen

Beste Vorbereitung?!?!?

Jenny mit unserer neuen Freundin aus der Schweiz

Und wieder singen wir das Lied der Nordsee

Am Pilsumer Turm

Vor dem Turm von Otto

Sonnenuntergang in Greetsiel

Wir kommen wieder

#310

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20.6.17
4. Etappe

Dornumersieler Deichroute (11,7 km)
Dornumerland

Etappeninfo:

Das Herzstück Dornumersiels ist der idyllische Speichersee "Mahlbusen", der zum Flanieren einlädt. Der SeeparkWest verbindet auf reizvolle Weise das Fischerdorf mit dem Hafen- und Strandbereich. Wie schon der Streckenname verrät, führt die Dornumersieler Deichroute ein Stück am Deich entlang. Start und Ziel befinden sich auf der Drachenwiese beim Schwimmbad. Das Meer, die salzige Luft und das Weltnaturerbe Wattenmeer machen die Strecke zu einem besonderen Erlebnis. Auf dem Deich könnte auf Euch schon die erste Herausforderung warten. Denn da wo Meer und Strand sind, gibt es immer Wind, der auch mal stärker wehen kann. Nachdem ihr den Deich hinter Euch gelassen habt, geht es weiter durch die ostfriesische Landschaft. Die Strecke ist zum großen Teil asphaltiert.

(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Einer der ältesten Hafenorte an der ostfriesischen Küste. Stolz bezeichnet man sich als Sielort. Siel ist die Bezeichnung für einen verschließbaren Gewässerdurchlass in einem Deich. Nordseebad ist man seit 1990. Hierzu hat man einen Sandstrand von 70.000m2 zu bieten. Ansonsten geht es eher gemütlich zu. Im Reethaus am Meer befindet sich eine Spielscheune mit Leseraum, Bücherei, Kaminzimmer, Tischtennisplatten, Bastel- und Werkräume sowie Seminar- und Vortragsräume.

Bericht:

Heute ist der letzte Tag vor dem Pausentag. Die Strecke macht laut Plan einen eher eintönigen Eindruck. Es gibt fast nur lange Geraden, die teilweise mehrere Kilometer lang sind. Eigentlich gar nicht unser Ding. Zudem ist es heute eher kühl. 19° Grad und starker Wind machen die Entscheidung lang oder kurz zu laufen nicht einfacher. Die meisten laufen im Shirt. Auf dem Deich  wird es wohl ziehen…

Umso überraschter bin ich auf den ersten Kilometern. Diese ziehen sich zwar etwas an der Küste entlang Richtung Westen, doch man hat unglaublich viel zu sehen. Die Salzwiesen, die grünen Wiesen und das Watt geben auf jedem Abschnitt ein interessantes und anderes Bild. Es ist kaum zu glauben, wie kurzweilig die Strecke ist. Vor allem läuft es auch heute wieder rund. Die Beine sind viel fitter als ich dachte. Ständig ist es ein Schnitt um die 5:30 pro Kilometer.

Es dauert nicht lange und die ersten 6 Kilometer sind abgespult. Wobei Abspulen das falsche Wort ist. Die Landschaft ist so schön, es macht einfach Spaß jeden Tag hier zu laufen. Auf dem Rückweg bleibt es bei langgezogenen Wegen, doch merkt man diese kaum, da man immer im Pulk ist und weiterhin viel zu gucken hat. Kurz vor Kilometer 8 geht es durch ein Deichtor zurück in die Salzwiesen. Es gelingt mir sogar das Tempo leicht anzuziehen. Von daher will ich jetzt mal draufhalten. Vor dem Deich geht es dann in Richtung Ziel. 500 Meter davor müssen wir den Deich hinauf. Oben angekommen sieht man das weitläufige Areal. Das Ziel befindet sich unter dem Deich neben dem Campingplatz und dem Freibad. Ich freue mich auf den Zieleinlauf, wo die meisten doch froh sind, dass jetzt erst einmal Pause ist. Bei mir bleibt die Uhr auf 64 Minuten stehen. Dies dürfte mein schnellster Lauf gewesen sein. Bei Jenny läuft es ähnlich gut. Von daher hätte es für uns ruhig noch weiter gehen können. Nach dem Pausentag geht es dann auf die Insel Spiekeroog. Das Wetter ist wieder deutlich wärmer gemeldet. Von daher haben wir gemischte Gefühle, da es auf den Inseln bekanntlich kaum Schatten gibt. Aber warten wir auch hier einfach mal ab. Mit der schönen Strecke von heute hätten wir ja ebenfalls nicht gerechnet.

Eines kann man jetzt schon sagen, der Nordseelauf ist eine ganz tolle Veranstaltung. Natürlich ist es nicht ganz billig, doch wenn man sieht, was hier alles zur Organisation dazu gehört, ist der Preis absolut gerechtfertigt. Die Logistik, das riesige(stets gut gelaunte und kompetente) Helferteam, die Verpflegung und vieles mehr was alles dazu gehört...




Vor dem Lauf

Kurz vor dem Ziel

Nur noch 50 Meter

#311

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22.6.17
5. Etappe

Spiekerooger Dünenlauf (12 km)
Spiekeroog

Etappeninfo:

Die grüne Insel liegt nahe genug am Festland, um schnell erreichbar zu sein. Und fern genug, um den Alltag hinter sich zu lassen und ganz und gar auszuspannen. Frei nach dem Motto doppelt hält besser werden beim Spiekerooger Dünenlauf zwei Runden mit einer Länge von je 6 km gelaufen. Beim Haus des Gastes (Kogge) unterhalb des InselBades und DünenSpa befindet sich der Start- und Zieleinlauf. Vorbei am Kinderspielhaus führt der Weg leicht bergauf in Richtung Strandhalle. Ein Blick auf die Nordsee und das Weltnaturerbe Wattenmeer darf dabei nicht fehlen. Nach der Strandhalle führt die Strecke durch die wunderbare Spiekerooger Dünenlandschaft bis es wieder Richtung Inseldorf geht. 

(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Die Insel liegt zwischen den Inseln Langeoog und Wangerooge. Fast die Hälfte der 18,25 Quadratkilometer großen Insel ist ein Naturschutzgebiet und auch nicht zugänglich. Es fahren keine Autos. Im Gegensatz zu Baltrum darf man sich jedoch mit dem Fahrrad fortbewegen. Der Bäderbetrieb begann bereits im 18. Jahrhundert. Ein großer Sandstrand breitet sich an der Nordseite der Insel aus. Früher war dieser noch zwischen Männern und Frauen getrennt. Die Männer fuhren mit der Inselbahn in den Osten der Insel. Die Frauen mussten zu Fuß zu ihrem Strand laufen. Heute ist die kleine Inselbahn nur noch für Touristen da. Den Männerstrand gibt es nicht mehr. Im letzten Jahr waren wir bereits auf Spiekeroog und hatten einen sehr schönen Mittag am herrlichen Strand verbracht. Aus diesem Grund freuen wir uns besonders auf diese Etappe.

Bericht:

Die Fähre nach Spiekeroog legt vom Neuharlingersiel aus  ab. Das Fährhaus ist 300 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Schon auf dem Weg dorthin ist der Himmel bedeckt und es ist brutal schwül. Das gibt Jenny und mir gleich ein ungutes Gefühl. Auf Spiekeroog gehen wir zuerst an den Strand, um mit Regina noch etwas dummzuschwätze. Danach machen wir uns langsam fertig. Der Start ist bereits um 14:00 Uhr. Die Wetterverhältnisse sind noch schlechter zum Laufen als auf Baltrum. Dafür kann natürlich niemand was. Jenny und ich sind nach dem Pausentag voll motiviert. Bremsen uns aber wegen den schwierigen Verhältnissen gegenseitig.

Auf Spiekeroog sind zwei 6km – Runden zu laufen. Die erste Runde wollen wir erst einmal antesten. Der Startschuss ertönt nach erfolgreich durchgesungenem Nordseelied von allen Startern/innen am Nordseebad. Von dort geht es direkt in die Dünenlandschaft hinaus. Hier und da kommt es zu kleinen Staus, da die Wege hier kein Platz für 450 Leute gibt.

Im Gegensatz zu den anderen Etappen sind die Wege ganz leicht wellig, was einen bei der Wärme schnell hinter den Atem bringt, zumal es keinerlei Schatten gibt. Toll ist, dass der Veranstalter alle 2 km Wasserstellen vorbereitet hat. Auch hier sind wieder viele Zuschauer bzw. Touristen am anfeuern. Das macht es natürlich leichter auf den zwei Runden, welche ohnehin nicht leicht für den Kopf zu laufen sind.

Am Nationalpark-Haus geht es auf asphaltierten Wegen zurück in Richtung Spiekeroog – Ort. Es bleibt weiterhin hart zu laufen. Erst im Ort selbst spenden Bäume Schatten, doch ist dies nur rund ein Kilometer Streckenlänge. Ich nutze jede Verpflegungsstelle zum Wassertanken. Einen Becher zum trinken, einen  zum über den Kopf zu schütten. Auf der zweiten Runde habe ich kaum noch was hinzu zu setzen. Ich bin froh, dass mein Schnitt knapp unter 6:00 Min/km bleibt. Umso überraschter bin ich im Ziel, dass eine Zeit von 1:09 Std. für eine Platzierung im Mittelfeld reicht. Anscheinend ging es den anderen Läufern nicht besser als mir.

Die größte Überraschung ist wieder einmal Jenny. Ich lerne sie an der Nordsee auf jeder Etappe neu kennen. Auch wenn sie sichtlich gezeichnet vom Wetter ist, so kommt sie immer mit einem Lächeln entgegen und ist hoch motiviert alle Etappen zu laufen. Ich glaube auch, dass sie sich selbst neu kennenlernt und viele neue Lauferfahrungen für sich mitnimmt. Sie läuft ja nicht erst seit gestern, von daher ist dies umso erstaunlicher.

Morgen wechseln wir leider das Quartier. Bei allen kommt langsam das wehmütige Gefühl auf, dass diese tollen Tagen doch irgendwann ein Ende haben werden. Naja, zwei Tage haben wir jedenfalls noch und eine Schweitzer Freundin haben wir zudem dazu gewonnen. Warten wir also ab, was in Zukunft noch für Laufabenteuer auf uns zukommen. Vielleicht sogar im Land der Eidgenossen. Wer weiß?  







#312

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23.6.17
6. Etappe

Watt´n Strand-Lauf (10,6 km)
Otterndorf

Etappeninfo:

Gleich hinter dem Deich erstrecken sich die Seen und Wasserläufe des Landschaftsparks mit seinen Ferienhäusern im skandinavischen Charakter. Die Laufstrecke besteht aus zwei Runden auf befestigten Wegen bzw. Asphalt, vorbei am Nordsee, am Südsee, durch den Wasser- und Landschaftspark mit Blick auf die zahlreichen Ferienhäuser, über den Deich entlang des meist befahrenen Weltschiffahrtsweges und schließlich auf der Deichkrone zurück. Die 2. Runde wird dann etwas verkürzt.

(Angaben des Veranstalters)

Zum Veranstaltungsort:

Im Gegensatz zu den bisherigen Veranstaltungsorten hat Otterndorf bereits Laufgeschichte geschrieben. Gleich mehrere deutsche Meisterschaften wurden hier in der Vergangenheit ausgetragen. Unter anderem die 6h-Ultrameisterschaft des DUV, 2005 & 2009 die deutschen Meisterschaften über 10km. Wie fast alle Orte an der Küste hat auch Otterndorf eine lange Geschichte. Zudem gibt es viele geschichtliche Dokumente im Ortskern zu sehen. Von daher ist ein spannender Aufenthalt in dem 7000 einwohnerstarken Örtchen garantiert. Otterndorf selbst liegt östlich von Cuxhaven.

Bericht:

Mit etwas Wehmut haben wir heute unser Quartier gewechselt. Vom Neuharlingersiel sind wir die Nordsee Luftlinie etwa 70km weiter nach Norden gezogen. Auf der Straße sind es dann rund 120km, da man den Jadebusen umfahren muss. Das neue Quartier befindet sich in Wremen und es ist ein wunderschönes Zimmer bei der Familie Bahl. Hier finden wir alles, was wir bis zum Ende der Woche benötigen. Am Hafen gibt es zudem eine tolle Fischbude, an der wir uns für die bevorstehende Etappe in Otterndorf stärken.

Die 6. und damit vorletzte Etappe bietet für uns endlich kühle Temperaturen. Gestartet wird direkt am Deich. Auch die anderen Läufer sind leicht wehmütig angehaucht. Jeder hätte noch Lust weiter zu laufen, doch müssen wir irgendwann wieder arbeiten gehen. So ist das nun mal. Wir sind halt keine Profis, denke ich noch bei mir und schon ertönt der vorletzte Startschuss. Gleich auf den ersten Kilometern über den Campingplatz geben mir meine Beine grünes Licht. Ich bin weiterhin sehr überrascht, wie gut sie das alles mitmachen. Die Strecke selbst ist ein Augenschmaus. Die Ferienhäuser und der Campingplatz liegen wunderschön im Landschaftspark, der mit Seen und Wasserläufen übersät ist.

Am Ende dieses Bereiches geht es über den Deich zur Nordsee hinunter. Ein herrlicher Ausblick auf das Meer, mit den großen Schiffen wartet auf uns, und das Beste ist, wir haben Rückenwind. An vielen gemütlichen Kühen vorbei geht es auf die Strandpromenade, bevor wir auf den Deich zurücklaufen. Bei der zweiten Runde werden wir etwas früher abbiegen, da die zweite Runde verkürzt ist. Kurz vor der zweiten Runde habe ich einen Schnitt, der eine Zeit von unter einer Stunde gut machbar erscheinen lässt. Dies wäre ein Schnitt von unter 5:30 pro km. Eigentlich war mir die Zeit egal, doch jetzt bin ich motiviert und will es wissen bzw. mal meine Grenzen austesten.

So laufe ich auf der zweiten Runde noch an den einen oder anderen heran. Die Wasserläufe sind genauso schön anzusehen wie auf der ersten Runde und die gemütlichen Kühe stehen noch immer unterhalb des Deiches. Wobei eine mit den Streckenposten flirtet. Selbst die beiden letzten Kilometer verlaufen in einem sehr guten Schnitt. Netto habe ich dann im Ziel eine 56 auf der Uhr, was ich wirklich kaum glauben kann.

Gemütlich jogge ich an unser Auto, um dann in aller Ruhe auf dem Deich nach Jenny Ausschau zu halten, doch von wegen! Mein bestes Stück ist schon am Deich als ich komme. Keine Ahnung, was mit ihr an der Nordsee passiert ist. Ich habe sie beim Laufen noch nie so motiviert und entschlossen kennengelernt. Sie ist fest entschlossen den Nordseelauf zu finishen und bringt es heute tatsächlich fertig, einen 6er Schnitt zu laufen. Am vorletzten Tag läuft sie ihre schnellste Etappe. Ich ziehe meinen Hut und lade sie zum Abschluss in den Ratskeller von Otterndorf ein. So schön und lecker es dort ist, morgen folgt unser letzte Tag beim Nordseelauf, dann heißt es verabschieden aber auch feiern, wenn wir alle gesund im Ziel angekommen sind.


Vor dem Lauf

Kurz vor dem Ziel

Am Abend im Lokal

#313

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24.6.17
7. Etappe

Havenwelten-Lauf (10,2 km)
Bremerhaven

Etappeninfo:

Wo die Weser in die Nordsee mündet, liegt Bremerhaven, die größte Stadt an der deutschen Nordseeküste. Die 10,6 km lange gepflasterte Strecke startet vom Lloyd-Dock. Entlang der Lloyd-Marina, durch die Lohmannstraße und über die Schleuse in die Havenwelten hinein. Vorbei am Zoo und dem Atlantic Hotel Sail City, geht es hinter dem Schiffahrtsmuseum auf das Südende des Deiches. Über den Deich, an der Wasserkante laufend, die Schleuse querend, zurück an die Wasserkante. Nach dem Pingelturm geht es auf der Deichkrone wieder zur Schleuse in die 2. Runde (á 5,3 km). Vom Lohmanndeich zurück in die Lohmannstraße, Lloyd-Marina, ins Ziel am Lloyd-Dock. 

(Angaben des Veranstalters)

 

Zum Veranstaltungsort:

Bremerhaven ist mit dem Überseehafengebiet eine der größten Hafenstädte und eines der wichtigsten Exportzentren Deutschlands. Auch wenn die Stadt nicht direkt an Bremen grenzt, gehört sie politisch zum Bundesland Bremen. Hier befindet sich auch das Deutsche Schifffahrtsmuseum. Die Etappe startet vor dem Lloyd Dok. Die Lloyd Werft Bremerhaven AG ist eine Schiffswerft. Sie wurde 1857 als Werkstatt der Reederei Norddeutscher Lloyd (NDL) gegründet. 2015 wurde sie von Genting Hong Kong übernommen. Das Unternehmen hat eine sehr lange und wechselhafte Geschichte und gehört fest zur Stadtentwicklung von Bremerhaven.   

 

Bericht:

Nun ist es wirklich soweit, wir sind auf dem Weg zur letzten Etappe. Schade, aber alles hat sein Ende und das diesjährige Ende des Nordseelaufes ist in Bremerhaven. Auch heute ist es mit 17°C Grad eher kühl, dazu geht ein relativ starker Wind. Hier im Norden macht sich niemand was aus diesen Windstärken, bei uns zu Hause wäre es wohl ein Sturm. In Bremerhaven angekommen treffen wir uns mit Regina im Hotel. Die Gute hat das Glück, direkt im Hotel neben dem Start zu nächtigen. Und sie hat uns angeboten,nach dem Lauf bei ihr duschen, was es für uns bequemer macht.

Heute sind alle etwas melancholisch drauf. Gut, es hat wohl niemand erwartet, dass wir bis Weihnachten an der Nordsee durchlaufen, doch hätten es im Nachhinein noch zwei, drei Tage mehr sein können. Naja, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist und dies ist definitiv der Fall. Der Start in der HaVenwelt ist unspektakulär. Es geht über eine kleine Brücke in Richtung der oben erwähnten Sehenswürdigkeiten. Nach wenigen 100 Metern kommt mir der Gedanke, wir genial es doch diese Woche war, mit alle Etappen, den schönen Orten, den vielen Eindrücken, den tollen Erlebnissen und vielem mehr, wasich mit meinem Schatz gemeinsam  erleben durfte. Der Nordseelauf ist einfach was ganz besonderes für uns beide geworden und deshalb will ich die letzte Etappe gemeinsam mit meiner Jenny laufen. Bei der Tour de France wird bekanntlich am letzten Tag auch nicht mehr angegriffen und beweisen müssen wir uns in unserem Bereich eh nichts mehr. Von daher warte ich an einer Ecke auf meine Süße und wir laufen gemeinsam durch die HaVen-Welt.

Irgendwie passt heute alles zusammen. Das Gemeinschaftsgefühl bringt uns über die im Vergleich zu den anderen Etappen eher langweilige Strecke. Wir sind uns einig, man kann diese Szenerie von Bremerhaven mal erleben, es muss aber nicht öfter sein. Es ist eine Hafenstadt mit einem großen Umschlagsplatz, von dem aus die Schiffe in die Welt hinaus fahren. Insgesamt macht den Nordseelauf aber die Natur aus, welche wir in dieser Woche so sehr genießen durften. Die zwei Runden heute bei dem Gegenwind am Meer(vor dem Deich) machen das Durchhalten nicht gerade einfacher, zumal es auf ca. 2 km jeweils pro Runde wirklich heftig bläst. Jenny hat heute ihre Uhr im Hotel vergessen, sie ahnt noch nicht, dass sie selbst heute gut drauf ist. Sie läuft ständig einen mittleren 7er Schnitt. Diesen wird sie bis zum Ende durchziehen. Erst auf den letzten 1,5 km auf dem Deich wird ihr bewusst, dass sie es schaffen würde. Sie wird mit mir gemeinsam den Nordseelauf finishen. Dies ist ihr größter sportlicher Erfolg und ich bin sehr, sehr stolz auf meine kleine Frau, die sich selbst einen großen Traum erfüllt hat. Bewusst werden wird ihr dies erst in ein paar Tagen. Vielleicht auf der Arbeit, vielleicht im Alltag. Wo auch immer…. Heute laufen wir jedenfalls gemeinsam durch das Zieltor, klatschen mit dem Spiiiiieker(wie unsere Freundin aus der Schweiz den Sprecher nennt) und dem Eisbären der Bremerhaven Basketballer ab.

Dann beginnt die kleine aber feine Party. Gemeinsam mit Regina lassen wir den Abend bei der Siegerehrung und einem kleinen Essen ausklingen. Wie erwähnt gibt es so gut wie nichts am Nordseelauf zu meckern. Wir nehmen ganz viel für uns mit. Nicht nur, dass ein Aktivurlaub sehr erholsam für die Seele sein kann, nein wir haben auch unsere Körper neu kennengelernt. Jenny hat viel Selbstbewusstsein gewonnen und für sich neue Laufziele gesteckt. Wer hätte so etwas nach den ganzen Laufjahren noch erwartet…

 Manchmal macht es Sinn, dass man einfach mal neue Reize setzt. Ja, und dann sind da die tausend Eindrücke, die wir an der Nordsee gewonnen haben. Am wichtigsten sind aber die Leute. Mit Regina haben wir z.B. eine Läuferin kennengelernt, die ganz auf unserer Wellenlänge ist. Es gibt eben Menschen, da passt es einfach auf Anhieb. Gerade dies macht doch unseren Lieblingssport aus. Wir hoffen jedenfalls, bald wieder am Nordseelauf teilnehmen zu können. Nun freuen wir uns auf die Heimat und die dortige Laufszene. Wir sehen uns beim Laufen.



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