13. Laufsaison 2018        
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29.07.2018
33. deko-Volkslauf


Zieleinlauf von Jenny am See 2017


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15.07.2018
46. Hornigsgrinde-Marathon - 51. Volkslauf Bühlertal

2018 ist das Jahr der Auswärtsspiele. Am Tag des WM-Finals befinden sich Jenny und ich beim traditionsreichen Hornisgrinde-Marathon im Schwarzwald am Start. Es ist bereits unser 19. Lauf außerhalb des Saarlandes in dieser Saison.  Irgendwie genießen wir es im Moment, die verschiedenen Regionen beim Laufen kennenzulernen. Es ist ein Genuss jedes Mal andere Leute, andere Landschaften, neue Laufveranstaltungen usw. kennenzulernen. Heute ist es der traditionsreiche Hornisgrinde-Marathon im Nordschwarzwald, den wir uns als neues Laufabenteuer ausgesucht haben. Eigentlich wollte ich hier den Marathon laufen. Wegen meiner Formschwäche kommt jedoch nur der 11km -Volkslauf für mich in Frage. Am Tag zuvor gab es zwar noch einen Halbmarathon, doch wollten wir uns am Samstag noch den Merkur-Berg in Baden-Baden anschauen, was wir natürlich auch gemacht haben. Mit der Merkurbergbahn ging es steil hinauf auf den Gipfel. Dort oben ist neben dem Merkur – Turm und dem Merkur- Haus eine tolle Landschaft angelegt, in der für jeden etwas geboten wird. Die Alten können sich auf Liegebänke bei Bier und Wein entspannen, während die ganz kleinen einmal in der Woche an der Märchenkiste mit Geschichten berieselt werden. Wenn man mal hier in der Nähe ist, sollte man die Chance nutzen, um sich das Gipfelplateau selbst anzuschauen. Danach bietet sich ein gemütlicher Spaziergang zurück ins Tal an. 

Kommen wir nun zum Hornisgrinde-Marathon. Veranstalter ist der Turnverein Bühlertal, der auch den Berglauf im Mai veranstaltet. Der Berglauf endet auf dem Mehliskopf. Unterhalb des Mehliskopf befindet sich die Hundseck. Auf dieser Höhe wurde früher der Hornisgrinde-Marathon durchgeführt. Seit ein paar Jahren ist man ein paar Höhenmetern nach unten gewandert. An der Skihütte des Skiverein Bühlertal richtet der TV nun seinen Marathon aus. Dieser Wechsel und die Verkürzung der Marathonstrecke auf einen 4 Runden- Kurs ermöglichen es überhaupt, dass der Marathon noch am Leben ist, denn die Teilnehmerzahlen sind viel zu gering um ohne Sponsoren und Einsparungen kostendeckend zur arbeiten.  Es wäre schade, wenn es diese Veranstaltung nicht mehr geben würde. Es ist der 7. älteste Marathon in Deutschland. 1973 ging er mit dem Marathon am Bodensee und dem Marathon von Bensberg(NRW) ins Rennen. Noch älter sind nur die Läufe in Essen(NRW), Lengenfeld(Sachsen), Bräunlingen(BW), Beverstedt(Nieders.) und Husum(SH). Zum Vergleich, der Marathon von Berlin hatte seine Erstauflag ein Jahr später am 13.10.1974.

Ganz interessant ist die Tatsache, dass der “all Time-Streckenrekord“ aus dem Jahr 2002 von unserem Vereinskameraden Rainer Müller gehalten wird. Er hat es als Flachländer tatsächlich geschafft, auf über 1.100 Höhenmetern eine Zeit von 2:34:11 Std. zu erzielen. Die damalige Strecke war laut Interneteinträgen noch etwas härter als die heutige. Vielmehr gilt die aktuelle Rundstrecke als eher flach. Was immer dies für Schwarzwälder bedeutet. Pünktlich um 8:45 Uhr fällt der Startschuss. Es ist noch angenehm kühl im Wald. Nach dem Start dauert es gute 500 Meter bis man relativ frei laufen kann, da der Waldweg hier noch sehr eng ist. Gleich nach Kilometer 1 geht es erst mal bergauf. Kilometer 1 befindet sich auf 820 Meter über Normalnull. Bis Kilometer 3 auf 920 HM hat man bereits 100 Höhenmeter zu überwunden. Hier befinden wir uns zwischen den Anhöhen Katharinengässel und Bettelsmannkopf. Von hier an geht es bis Kilometer 6 für den Schwarzwälder auf flachem Terrain weiter. Ich würde sagen es ist wellig bis ansteigend. Hinzu kommt, dass selbst diese ca. 1000 Höhenmeter für Jenny und mich mit Anpassungsproblemen verbunden sind. Es klingt doof, aber es braucht meistens 3 Tage bis ich im Schwarzwald gut zurechtkomme. Man merkt gleich am deutlichen Mehrschwitzen, dass die Luft gegenüber der im Saarland dünner ist. Die Bergländer werden sich schlapp lachen, doch es ist wirklich so. Vom Start weg war mir zudem klar, dass ich heute langsam laufen werde. Wenn ich nun von einem Trainingslauf sprechen würde, dann wäre das ganz schön abgehoben, denn wenn ich ehrlich bin, ist das heute wirklich knüppelharte Arbeit für mich. Ich arbeite mich Stück für Stück den Berg hinauf. Die Landschaft hilft jedoch um es kurzweilig zu gestalten. Vielmehr noch, es geht zu schnell. Man hat kaum Zeit, die schönen Eindrücke zu sammeln. Der Wald ist unglaublich tief und dunkel. So etwas haben wir zu Hause nicht. Es ist ganz anders hier zu laufen. Das gefällt auch  mit Sicherheit meiner Jenny. Nur an wenigen Stellen gibt der Wald den Blick frei. Panoramalaufen wie z.B. beim Schanzenlauf vor einigen Jahren in Schönwald gibt es hier nicht. Es ist ein anderer Schwarzwald, aber der Reiz ist genauso schön wie z.B. in Schönwald, am Schluchsee oder in Freiburg.

Kurz vor Untersmatt gibt der Wald den ersten Fernblick frei. Zwischen den Bäumen schaut man über das nächste Tal auf die gegenüberliegenden Hänge, die mit tausenden von Tannen bewaldet sind. Wie kleine Zinnsoldaten stehen die Fichten auf der anderen Seite. Ein tolles Schwarzwaldpanorama. Hinter Untersmatt wartet ein weiterer Buckel auf uns. Zuerst laufen wir über den Skihang in Richtung Hundseck zurück. Bis Kilometer 8 geht es immer leicht bergauf. Hier oben auf 955 Metern ist die höchste Stelle des Laufes erreicht. Dort wartet der zweite Panoramablick in die rheinische Tiefebene auf uns. Am Horizont kann man bis nach Frankreich rüber blicken. Um diese Uhrzeit bereiten sich unsere Nachbarn wohl auf das bevorstehende WM-Finale heute Abend vor, während ich aus dem letzten Loch pfeife. Von wegen also Trainingslauf. Unterhalb des Pfrimmackerkopf bei Kilometer 9 steht der Wald in voller Blüte. Blumen, Kräuter und Sträucher geben ein farbenfrohes Bild ab. Leider ist auch hier wenig Zeit und man darf sein eigenes Tempo nicht vergessen, denn ab hier geht es nur noch bergab. Gefühlt zum ersten Mal für den heutigen Tag. Bei Kilometer 10 sind wir wieder am Hundseck angekommen. Vom Parkplatz aus geht es in einem Bogen über den Skihang zurück zum Start-, Zielbereich.

Mit 67 Minuten muss ich mich heute zufrieden geben. Ich beeile mich, um Jenny am Skihang abzufangen, da meiner Meinung nach dort ein Lauffoto von meiner hübscheren Hälfte am idealsten wäre.  Denn Jenny wird wie immer viel später im Ziel einlaufen als ich, denke ich noch voller Überzeugung als ich abgehetzt den Skihang hocheile, um oben auf den Weg zu springen.   Genau in diesem  Moment höre ich im Tal den Sprecher, als er meine Frau beim Zieleinlauf begrüßt. Was ist heute falsch gelaufen? War ich so langsam? Gibt es noch eine Jennifer Mayer vom LTF Marpingen? Nein! Meine Frau hat es heute mal krachen lassen. Sie wollte einfach wissen, was sie im Schwarzwald leisten kann und ist nur wenige Minuten später im Ziel eingelaufen, weshalb sie mit dem 3. Platz in der Altersklasse belohnt wurde. So stolz ich heute auch auf sie bin, zu Strafe muss sie den Skihang erneut hoch, damit wir ein gestelltes Lauffoto(siehe unten) machen können. Erst danach darf sie sich bei der schönen Siegerehrung an der Skihütte feiern lassen.

Für uns bleibt festzuhalten, auch wenn es nur ein Kurztrip war, wollen wir zukünftig weitere Auswärtsspiele suchen und damit weitere Laufabenteuer auf überregionaler Ebene besuchen. Es war ein mehr als gelungenes Wochenende. Gleichzeitig konnten wir so richtig aus dem Alltag fliehen. Das Motto des Hornisgrinde-Marathon hat sich zudem erfüllt. Laufen bei Freunden trifft für uns auf den kompletten Schwarzwald zu. Wir kommen wieder!!!



Merkur-Turm Baden-Baden

Entspannung am Vortag auf dem Merkur


Motto des Laufen

Warmlauf

Vor dem Lauf

Über den Skihang

Die Rheinebene

Am Ende kommt die Sonne raus

Im Ziel

3. Platz

Gestelltes Foto:O)

-Auch heute freuen wir uns über eure Rückmeldung im Gästebuch oder per Mail-


#355
11km - 1:07:45 Std.


 



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